Tour de Ski - Lucas Bögl
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Verhaltenes Lächeln: Schon in Toblach (hier im Bild) hatte Lucas Bögl seine gut e Form angedeutet – bei der Tour de Ski in Oberstdorf ist der Holzkirchner nun bis auf Rang elf vorgefahren.  

Skilanglauf: Tour de Ski

Elfter in Oberstdorf: Bögl schafft halbe Olympia-Norm

  • Julia Pawlovsky
    vonJulia Pawlovsky
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  • Bastian Huber
    Bastian Huber
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Die bisherigen Ergebnisse bei der Tour de Ski waren für den Holzkirchner Langläufer Lucas Bögl nicht zufriedenstellend. Am Donnerstag hat er nun sein erstes Top-Resultat eingefahren. 

Oberstdorf – Ein Holzkirchner bei Olympia? Seit Donnerstag haben sich die Chancen darauf deutlich erhöht. Im Massenstart in der freien Technik über 15 Kilometer hat sich Skilangläufer Lucas Bögl in Oberstdorf Rang elf erkämpft – und darf sich jetzt langsam aber sicher Gedanken über seine Saisonplanung im Februar machen.

Dann finden im südkoreanischen Pyeongchang die Olympischen Winterspiele statt, für die der 27-Jährige nun den ersten Teil Qualifikationsnorm gemeistert hat. „Jetzt habe ich endlich mal was auf der Haben-Seite“, sagt Bögl erleichtert. Voraussetzung für eine Olympia-Teilnahme sind entweder zweimal ein Platz unter den ersten 15 oder einer unter den besten Acht. Sein elfter Platz am Donnerstag in Oberstdorf war quasi die halbe Miete.

Der ist nebenbei auch sein bisher bestes Saisonergebnis. Entsprechend groß ist die Freude: „Richtig geil“, sagt Bögl. „Ich bin sehr zufrieden.“ Auch, weil er endlich zeigen konnte, was in ihm steckt. Das war in den ersten drei Rennen bei der Tour de Ski mit den Plätzen 85, 48 und 42 noch nicht wirklich gelungen.

Und, weil es der Bewerb am Donnerstag durchaus in sich hatte: „Das war ein sauenges Rennen“, sagt Bögl. Aufgrund der Regenfälle der vergangenen Tage musste die Strecke verkürzt werden – die selektiven Anstiege fielen weg, es ging beinahe ausschließlich über flaches Terrain. Um der Strecke die Feuchtigkeit zu entziehen, mussten die Veranstalter zudem Salz aufbringen, was aber gleichzeitig dafür sorgt dass das Geläuf sehr hart und damit auch schnell wird. „Dadurch bleibt das Feld natürlich ewig zusammen“, erklärt Bögl. „Da hat sich ein großer Pulk gebildet. Im Feld artet das dann mehr oder weniger zu einer Schlägerei aus.“ Die Konsequenz: zahlreiche Stockbrüche und Stürze.

Bögl, inzwischen ein erfahrener Athlet, wusste sich aber zu helfen: „Ich hab’ versucht, mich da rauszuhalten. Da gehört natürlich auch Glück dazu.“ Das war dem Holzkirchner hold. Mit Beginn der vierten Runde arbeitete sich Bögl im Feld immer weiter nach vorne und setzte schließlich alles daran, seine Platzierung auch zu halten. „Das ist mir ganz gut gelungen.“ Eine legitime Einschätzung, bei nur 5,8 Sekunden Rückstand auf den Sieger. Gelingt am Samstag im italienischen Val di Fiemme ein ähnliches Rennen, dürfte auch Teil zwei der Olympia-Norm im Kasten sein. Quasi die ganze Miete.

„Das ist super, ich freu’ mich für den Luci“, sagt Elisabeth Schicho. Die Schlierseerin selbst hatte am Donnerstag richtig Pech. Schon nach 700 Metern brach ihr Stock. Mit einem Ersatz ging es weiter, doch nach drei Runden stieg ihr eine Läuferin drauf, und Schicho verlor auch diesen Stock. Beim nächsten Ersatz war dann die Schlaufe auf. „Ich habe 800 Meter gebraucht, bis ich sie wieder reingepfriemelt hatte“, sagt die 26-Jährige. „Nach vier Runden war ich dann schon so angeschlagen, dass ich ausgestiegen bin. Mir ist dann auch die Kraft ausgegangen.“

Für Schicho war es der letzte Auftritt auf der Tour, sie konzentriert sich nun auf den Weltcup. „Ich werde mich jetzt erst mal ein bisschen erholen“, sagt Schicho. „Das war noch nicht das Ende.“ Die Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele endet am 21. Januar.  

jpa/hb

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