Rad an Rad, Flügel an Flügel: Sebastian Estner (vorne) im Dreikampf auf der Rennstrecke in Spa. Foto: EUROFORMULA OPEN
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Rad an Rad, Flügel an Flügel: Sebastian Estner (vorne) im Dreikampf auf der Rennstrecke in Spa.

Euroformula Open

Meisterschaftsrang drei verteidigt

  • Sebastian Grauvogl
    vonSebastian Grauvogl
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In Spa-Franchorchamps schaffen es die Waller Brüder Andreas und Sebastian Estner dieses Mal nicht aufs Podium. Aber Rang drei haben sie in Meisterschafts- und Rookie-Wertung verteidigt.

Wall/Spa – Genau eine schnelle Runde hatten die Piloten des Euroformula Open im ersten Qualifying im belgischen Spa-Francorchamps zur Verfügung, um sich einen guten Startplatz fürs Rennen zu sichern. Der Grund: eine lange Unterbrechung des Trainings nach der aufwendigen Bergung eines verunfallten Fahrzeugs. Nur drei Minuten Qualifying-Zeit blieben danach übrig – zu wenig für mehr als eine fliegende Runde auf der sieben Kilometer langen Strecke, die wegen ihrer mitunter spektakulären Kurven auch als „Ardennen-Achterbahn“ bekannt ist.

Die Estner-Brüder aus Wall, die für das niederländische Van Amersfoort-Team an den Start gehen, versuchten ebenfalls, den alles entscheidenden Schuss bestmöglich zu setzen. Doch Andreas Estner schoss dabei im wahrsten Sinn des Wortes übers Ziel hinaus. Weil er bei seiner finalen Runde zu weit über die Streckenbegrenzung hinauskam, strich die Rennleitung seine Zeit von 2:09.866 Minuten. Bitter, denn damit wäre Estner auf Startplatz drei gefahren. So aber musste er mit Rang sechs vorlieb nehmen. Sein jüngerer Bruder Sebastian schaffte es gar nur auf Platz 14.

Im zweiten Qualifying war dann Sebastian mit Platz sechs der schnellere Estner, während sich Andreas als Achter einreihte. Der große Durchbruch blieb den beiden Rennfahrern aus Wall jedoch auch im dritten Zeittraining verwehrt. Andreas belegte Platz sieben, Sebastian Platz zwölf.

Der Meisterschaftsstand

1. Yifei Ye (286 Punkte), 2. Lukas Dunner (202), 3. Andreas Estner (138), 10. Sebastian Estner (63)

Zumindest im ersten Rennen bekam Andreas Estner dann endlich mal ein bisschen von dem Glück zurück, das ihm zuletzt so oft verwehrt blieb. In der letzten Schikane vor der Zieleinfahrt kollidierten Zane Maloney und Niklas Krütten, sodass Estner unvermittelt zwei Plätze nach vorne rutschte und letztlich als Vierter die schwarz-weiß-karierte Flagge sah. Auch Sebastian machte etliche Plätze im Rennen gut und wurde Neunter. Einen Platz, den der jüngere der beiden Brüder an diesem schwierigen Wochenende in Spa scheinbar abonniert hatte. Denn auch im zweiten und dritten Rennen blieb er dieser Position treu. Andreas Estner konnte Rang vier hingegen nicht mehr reproduzieren. Für ihn waren die Plätze sieben und acht das höchste der Gefühle.

Rookie-Wertung

1. Niklas Krütten (118 Punkte), 2. Glenn Van Berlo (94), 3. Sebastian Estner (84)

Es blieb also auch in Spa dabei, dass die Estner-Brüder zwar immer wieder ihre Leistung aufblitzen lassen, sie aber nur teilweise in Top-Platzierungen ummünzen können. Zu oft fehlte das im Motorsport so entscheidende Quäntchen, um ganz vorne mitmischen zu können. Nun hoffen die beiden Waller, dass sie bei den beiden Abschlussveranstaltungen der Euroformula-Serie in Spanien (Barcelona und Jarama) nochmals aufs Podest fahren können – und vor allem wichtige Punkte für die Meisterschaft holen können. In dieser Hinsicht blickt Andreas aber durchaus auf ein erfolgreiches Spa-Wochenende zurück. Denn durch seine konstanten Ergebnisse hat er hier seinen dritten Gesamtrang souverän verteidigt.

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