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Schwabl: „Wir könnten uns in den Allerwertesten beißen“

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Von: Andreas Lengenfelder

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Das gibt’s doch nicht: Markus Schwabl schied mit der SpVgg Unterhaching im Halbfinale des Verbandspokals gegen die Würzburger Kickers aus. Auch in der Liga läuft es seit der Winterpause nicht mehr. © imago images/foto2press

Nach einer starken Vorrunde kämpft der Holzkirchner Markus Schwabl nun mit der SpVgg Unterhaching um den Klassenerhalt. Am Sonntag kommt es im Sportpark zum Duell mit dem direkten Konkurrenten FC Carl Zeiss Jena.

Unterhaching/HolzkirchenVor knapp einem Jahr ist für Markus Schwabl das Abenteuer England zu Ende gegangen. Nach vielen Höhen und Tiefen in der 3. Liga bei Fleetwood Town sehnte sich der Holzkirchner vor allem nach Kontinuität. Privat hat er diese schnell gefunden. „Die Eingewöhnungszeit ist natürlich komplett entfallen. Ich kenne hier jede Ecke, weiß, wie die Leute ticken, und bin deshalb einfach froh, wieder zu Hause zu sein.“

Auch sportlich ist eine gewisse Kontinuität eingekehrt. Der 28-Jährige gehört bei der SpVgg Unterhaching in der 3. Liga zu den Führungsspielern. In der Hinrunde ging es kontinuierlich bergauf, in der Rückrunde allerdings genauso kontinuierlich bergab. Zur Saisonhalbzeit lag die Spielvereinigung – nach nur einer Niederlage in 19 Spielen – auf Rang fünf mit Kontakt zu den Aufstiegsplätzen. „Klar haben wir damals nach oben geschaut und wollten dran bleiben. Heute könnten wir uns alle in den Allerwertesten beißen, dass wir das nicht geschafft haben.“ Nach der Winterpause blieben die guten Ergebnisse plötzlich aus. Mit nur zehn Punkten aus 15 Spielen und mickrigen acht Toren sind die Hachinger die zweitschlechteste Mannschaft der Rückrunde.

„Die ersten beiden Spiele nach der Pause wurden abgesagt, da kamen wir nicht richtig in den Rhythmus. Und dann kam die Verletztenmisere dazu“, begründet Schwabl. Neben Kapitän Josef Welzmüller (Kreuzbandriss), fehlen mit Dominik Stahl (Zehenbruch), Torjäger Stephan Hain (Syndesmosebandriss), Marc Endres (Knieprobleme) und Sascha Bigalke (Wadenprobleme) weitere Leistungsträger. „Auf Dauer ist es schwer, diese Ausfälle zu kompensieren“, sagt der Holzkirchner, der mit seinem Team zuletzt 821 Minuten – also acht Spiele lang – ohne Tor blieb.

Jim-Patrick Müller hat diesen Negativlauf am Wochenende beim Auswärtsspiel gegen Fortuna Köln gestoppt. Gereicht hat der Treffer aber nur zu einem Punkt. „Ich bin fest davon überzeugt, dass dieses 1:1 ein Schritt nach vorne war. Die haben einmal aufs Tor geschossen, gehen in Führung, aber wir haben uns nicht verrückt machen lassen und hätten mit etwas Glück auch noch gewinnen können.“ Nach dem nun neunten Spiel ohne Sieg hat die SpVgg nur noch ein Vier-Punkte-Polster auf die Abstiegsplätze.

Am Sonntag (13 Uhr) kommt mit dem FC Carl Zeiss Jena (17.) jetzt ein direkter Konkurrent im Abstiegskampf in den Hachinger Sportpark. Das Hinspiel war Werbung für den Drittliga-Fußball. Nach ständig wechselnder Führung gewann die SpVgg 5:4. „Ich würde sofort unterschreiben, wenn mir jemand zusichert, dass wir wieder fünf Tore schießen“, sagt Schwabl. „Aber ich glaube, das wird ein ganz anderes Spiel. Beide Teams werden sicher zunächst auf eine stabile Abwehr setzen und dann versuchen, den entscheidenden Angriff zu setzen. Könnte ein typisches 1:0-Spiel werden.“

Mit einem 1:0 könnte wohl auch Präsident Manfred Schwabl, Papa von Markus, gut leben. „Wir telefonieren sehr viel, aber auch er ist jetzt nicht panisch. Er ist ja auch kein normaler Präsident, der sich irgendwo in seinem Büro verschanzt, sondern sehr nah dran am Team und versucht zu helfen, wo es nur geht.“ Mannschaftsintern war der Leistungseinbruch auch kein Stimmungskiller. „Wir sind ein verschworener Haufen und wissen, was wir können“, sagt Schwabl, der auch seine eigene Leistung hinterfragt. „Ich würde sagen, dass ich eine solide Saison spiele. Besser wäre es natürlich, wenn ich mal ’nen Hattrick gemacht hätte“, bilanziert Schwabl und grinst, wird aber gleich wieder ernst: „Wir wollen gegen Jena mit allen Mitteln gewinnen. Ansonsten wird es noch mal unnötig spannend.“

Denn das Restprogramm hat es in sich. Nach dem Heimspiel gegen Jena geht es nach Kaiserslautern, dann kommt mit den SF Lotte ein weiterer abstiegsbedrohter Klub. Und am letzten Spieltag geht es zum bereits aufgestiegenen VfL Osnabrück.

alf

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