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Das kann doch nicht sein: Nico Feldhahn (4.v.r.) diskutiert enttäuscht mit Schiedsrichter Frank Willenborg.

Kapitän des FC Bayern II

Feldhahn: Abstieg eine große Enttäuschung

  • VonMichael Eham
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Aufstieg, Meisterschaft, Abstieg: Hinter dem FC Bayern II und Kapitän Nico Feldhahn aus Warngau liegen aufregende Jahre.

Warngau/München – Jura gilt häufig als trockener Stoff. In der allgemeinen Wahrnehmung geht es hauptsächlich um Pauken, Paragrafen und wenig Praxisbezug. Im Fußball hingegen zählt bei aller Theorie und Taktik letztlich nur die Leistung und das Resultat auf dem Platz. Und wegen ebenjener muss die Zweite Mannschaft des FC Bayern München nach der abgelaufenen Drittligasaison in die Regionalliga. Als Kapitän mit an Bord war dabei auch der Warngauer Nicolas Feldhahn, der neben seiner Karriere als Profifußballer Jura an der LMU in München studiert.

Als 18. der Tabelle stiegen die kleinen Bayern am Ende der Saison 2020/21 ab (wir berichteten). Daran konnte auch der erfahrene Feldhahn nichts ändern. Der 34 Jahre alte Routinier gilt als Anker der ansonsten von Talenten gespickten, aber eben auch unerfahrenen Mannschaft. Dabei hat er turbulente drei Jahre hinter sich, die einer emotionalen Achterbahnfahrt glichen. Denn zwei Jahre vor dem Abstieg waren die Münchner in die Dritte Liga aufgestiegen. Dazwischen sicherten sie sich sensationell die Drittliga-Meisterschaft als erste Zweite Mannschaft in Deutschland.

„Die zwei Saisons waren sensationell. Der Aufstieg war für mich persönlich, aber auch für den Verein sehr emotional, weil wir lange darauf hingearbeitet haben“, erzählt Feldhahn. Mit der Meisterschaft habe der Verein ein Ausrufezeichen gesetzt, „für das, was der Campus und das Nachwuchsleistungszentrum bieten“, meint der Abwehrspieler. Ebenso groß sei nach dem Abstieg nun allerdings die Enttäuschung, dass den vielen jungen Akteuren die Plattform Dritte Liga vorerst nicht mehr geboten werden kann. „In der Dritten Liga herrscht ein anderes Leistungsniveau als in der Regionalliga“, erklärt Feldhahn. „Mit Fernsehübertragungen und tollen Stadien ist sie auch attraktiver für junge Spieler.“ Junge Spieler, die er als Anführer dabei unterstützt, im Profibereich Fuß zu fassen.

Und während die jungen Akteure ihre Karriere noch vor sich haben, blickt Feldhahn auf mittlerweile 17 Profijahre zurück und dem Ende seines Jurastudiums entgegen. Eigentlich habe er im März dieses Jahres sein Staatsexamen absolvieren wollen. „Da kamen aber fußballerisch einige Dinge dazwischen“, sagt er mit einem Schmunzeln. Daher peilt er jetzt das Staatsexamen im März 2022 an. Ob er genug Zeit zum Lernen bekommen wird, hängt auch von seiner Zukunft beim FC Bayern ab. Sein Kontrakt läuft am 30. Juni aus. „Ich mache jetzt erst mal Urlaub, und danach werden Gespräche geführt, wie es weitergehen soll.“

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