Beim Abschlag ließ Chiara Horder im Halbfinale gegen Helen Briem einige Meter liegen.
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Beim Abschlag ließ Chiara Horder im Halbfinale gegen Helen Briem einige Meter liegen.

Titelverteidigerin

Chiara Horder Dritte bei Deutscher Lochspiel-Meisterschaft

Als Titelverteidigerin kann Chiara Horder vom GC Valley auch mit Platz drei bei der Deutschen Lochspiel-Meisterschaft gut leben.

Valley – Die Erfolgsgeschichte von Chiara Horder geht ungebremst weiter. Auch wenn es bei den Deutschen Lochspiel-Meisterschaften 2021 am Ende nicht ganz zur Titelverteidigung reichte, über die Bronze-Medaille freute sich die Top-Golferin vom GC Valley allemal.

Angesichts der Corona-Regelungen wurden dieses Jahr die Austragungsregeln etwas angepasst und die erste Runde im Zählspielmodus als Qualifikation durchgeführt. Die 18-jährige Nationalspielerin zählte als Titelverteidigerin natürlich zum engeren Favoritenkreis. Trotzdem wäre sie beinahe in der ersten Runde ausgeschieden. Erst auf der 18. Bahn gelang ihr mit einem Birdie der Sprung auf Platz sieben und damit ins Viertelfinale.

Dort traf Horder auf Emily Böhrer. Zwar ging die Athletin vom GC St. Leon-Rot früh auf Loch zwei in Führung, danach zauberte Horder jedoch selbst einige Traumschläge auf den Platz des gastgebenden GC Lichtenau-Weickershof. So blieb das Match spannend bis zum Schluss. Wieder erst auf dem 18. Grün endete auch dieses Duell mit einem denkbar knappen 2&1-Sieg für die Valleyerin.

Im Halbfinale wartete dann Helen Briem vom Stuttgarter GC auf die Titelverteidigerin. Horder lag in dieser Begegnung oft einige Meter kürzer als die hoch aufgeschossene Briem. „Meine Abschläge waren heute wirklich besonders gut“, sagte die erst 15-Jährige und strahlte verständlicherweise. Durch ihre langen Abschläge hatte die Schwäbin viele kurze Annäherungen und erarbeitete sich so viele Birdie-Chancen. Dennoch hielt Horder das Match bis zum Ende offen. Allerdings lag sie zu keinem Zeitpunkt selbst einmal in Front. Angesichts der Monster-Abschläge ihrer Konkurrentin war sie nach der 2&1-Niederlage sichtlich beeindruckt: „Helen spielt einfach anders Golf.“ Der Respekt von Briem war nach ihrem Sieg aber weiterhin sehr groß: „Als Debütantin die Titelverteidigerin zu schlagen, fühlt sich natürlich toll an.“

Was für einen außergewöhnlichen Lauf Briem an diesem Wochenende überhaupt hatte, bewies sie auch im Finale, das sie gegen Deutschlands wohl beste Amateurgolferin Paula Schulz-Hanßen klar mit 4&3 zum Titelgewinn für sich entschied.

Im Kampf um Platz drei zeigte Horder noch einmal eindrucksvoll, wie sie sich im direkten Duell Loch um Loch auf die wesentlichen Dinge fokussieren kann. Auch gegen Fiona Liddell vom Hamburger GC blieb es noch einmal eng, und keine der Kontrahentinnen konnte sich absetzen. Letztlich sicherte sich Horder mit einem Sieg auf dem ersten Extraloch knapp, aber verdient den Bronze-Rang auf dem Siegerpodest.

Nicht viel weniger erfolgreich waren auch die Auftritte von Horders Valleyer Klubkameraden. Ihr Bruder Florian erzielte mit einer 68 das drittbeste Quali-Ergebnis, musste sich dann aber bereits im Viertelfinale Jannik de Bruyn geschlagen geben. Der wiederum unterlag erst im Finale dem neuen deutschen Meister Tim Wiedemeyer. In der Platzierungsrunde erreichte Horder aber immer hin noch Platz sieben in der Endabrechnung.

Mannschaftskollege Laurenz Baumgart landete auf Platz 13 – ein Rang, mit dem er am Ende aber auch gut leben konnte. Lediglich Lilian Klug war etwas unzufrieden mit dem Wochenende: Nach einer 83 in der Qualifikation blieb der Bundesliga-Spielerin vom GC Valley lediglich Platz 27.

Jörg Wedekind

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