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Stefanie Scherer ist nun Weltcup-Debütantin.

Die große Bühne als Belohnung

Stefanie Scherer darf ab sofort im Weltcup ran

  • vonMichael Eham
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Es war eine fantastische Saison, die Stefanie Scherer im IBU-Cup hingelegt hat. Verpasste die Athletin des SC Wall noch die ersten beiden IBU-Cup-Rennen der Saison in Sjusjoen (Norwegen) und Ridnaun (Italien), legte sie danach richtig los. Nun darf sie im Weltcup ran.

Jetzt ist die Saison in der zweiten Liga des Biathlonsports vorbei, und Scherer ist in der Gesamtwertung des IBU-Cup Vierte. Die starken Leistungen der Wallerin blieben auch bei den Weltcup-Trainern des DSV nicht unbemerkt. So wurde Scherer schon für den kommenden Weltcup im finnischen Kontiolahti nominiert.

„Insgesamt war es eine überragende IBU-Cup-Saison, an die ich nicht annähernd gedacht hätte“, schwärmt Scherer nach den Rennen in Minsk-Raubichi (Weißrussland). Denn in den letzten drei Wettbewerben zeigte die 23-Jährige noch einmal, dass sie zurecht so weit oben steht. Mit Platz zwei im ersten Sprint, Platz fünf im zweiten Sprint und einem Sieg im Massenstart machte die Wallerin in der Gesamtwertung noch mal Boden gut, überholte Vanessa Voigt (WSV Steinbach) und ist damit beste Deutsche im IBU-Cup.

„Die Veranstalter haben wirklich alles gegeben, dass die Rennen durchgeführt werden konnten und auch einigermaßen fair waren“, sagt Scherer über die schwierigen Schneeverhältnisse in Weißrussland. „Eigentlich war der erste Sprint schon voll das Highlight.“ Mit null Fehlern und einer guten Leistung in der Loipe musste sie sich nur der Schwedin Elisabeth Hoegberg geschlagen geben, die knapp eine halbe Minute vor Scherer landete.

Deutlich knapper ging es beim zweiten Sprint tags darauf zu, als die Biathletin vom SC Wall sogar nur acht Sekunden Rückstand auf die Spitze hatte, damit allerdings nur Fünfte wurde. „Da haben die guten Läuferinnen auch alle null geschossen, und dann musste ich mich hinten einreihen“, sagt Scherer, die trotzdem glücklich war über ihre eigenen zehn Treffer.

Das absolute Highlight bot dann aber das Saisonfinale, denn Scherer gewann das Massenstart-60-Rennen, bei dem in mehreren Wellen geschossen wird. „Ich weiß noch gar nicht, was ich dazu sagen soll“, schwärmt die 23-Jährige. „Ich hatte noch nicht wirklich Zeit, mich über die anderen Ergebnisse der letzten zwei Wochen zu freuen.“

Denn eine Woche zuvor gewann Scherer bei der Europameisterschaft die Silbermedaille in der Single-Mixed-Staffel. Und auch im Massenstart blieb die Wallerin komplett fehlerfrei und ging mit einem Vorsprung von über 30 Sekunden auf die Schlussrunde. „Das ist das beste Gefühl überhaupt, wenn man auf die Schlussrunde geht und weiß, es kann eigentlich nichts mehr passieren.“

Den Erfolg im Massenstart noch nicht verdaut, kam dann die freudige Nachricht für Scherer: „Nach dem Rennen der Herren haben’s mir die Trainer gesagt.“ Immerhin die erste Nominierung für den Weltcup in ihrer Karriere. Eigentlich sind die besten IBU-Cup-Athleten für den letzten Weltcup der Saison, der eine Woche später in Oslo (Norwegen) stattfindet, qualifiziert – doch die Verantwortlichen beim Deutschen Skiverband entschieden sich schon jetzt für eine Nominierung der 23-Jährigen.

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