Hoffen, dass sie auch zukünftig eine Mannschaft stellen können: die Trainer Michael Hahn und Carmen Theer.
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Hoffen, dass sie auch zukünftig eine Mannschaft stellen können: die Trainer Michael Hahn und Carmen Theer.

HSG Föching Schliersee fühlt sich trotzdem in Entscheidung, Mannschaften zurückzuziehen, bestätigt

Handballer hoffen, dass Jugend bleibt

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Schon vor Corona hatte die HSG Föching Schliersee einen engen Kader. Jetzt geht die Angst um, dass vor allem Nachwuchsspieler mit dem Handball aufhören könnten.

Föching/Schliersee – Bereits vor dem Lockdown light und dem damit einhergehenden Sportverbot haben sich die Handballer der Spielgemeinschaft Föching Schliersee entschlossen, in der aktuellen Spielzeit mit keiner Mannschaft mehr anzutreten (wir berichteten). Nachdem der Bayerische Handball-Verband (BHV) den Spielbetrieb für das restliche Jahr unterbrochen hat, fühlen sich die Verantwortlichen in ihrer Herangehensweise bestätigt. „Das war die beste Entscheidung“, sagt Trainerin Carmen Theer.

Nachdem sich die HSG-Herren, wie berichtet, freiwillig für einen Abstieg in die Bezirksklasse entschieden hatten, hätte ein Großteil der Saisonspiele in und um München stattgefunden. „Und dort steckst du dich an. Das hat keinen Sinn“, erklärt Theer die Entscheidung, die für alle Föchinger und Schlierseer Mannschaften gilt.

Damit einher geht auch die Gefahr, dass einige Jugendspieler mit dem Handball aufhören. „Wenn sie jetzt an etwas anderem Begeisterung finden, wird es schwer“, sagt Theer. Dabei hatten sie und ihr Trainerkollege Michael Hahn durchaus die Hoffnung, den eng besetzten Kadern mit Talenten aufzufüllen. Heuer hätten mindestens ein, zwei Spieler an den Herrenbereich herangeführt, in die Mannschaft integriert werden sollen. Doch nachdem ein Training von staatlicher Seite nicht möglich ist, liegt dieses Vorhaben notgedrungen auf Eis.

Theer hat Verständnis für Vorsicht der Spieler

Dabei sei nun vor allem in den Übergangs-Jahrgängen die Verlustgefahr hoch. Durch den Beginn von Ausbildung oder Studium breche „schon einiges weg“ – nun noch mehr, befürchtet Theer. „Jetzt müssen wir abwarten, was danach noch übrig bleibt.“

Ein weiteres Problem: die Trainingsgestaltung. „Wir reden von Kontaktsport“, betont Theer. Deshalb sei die Beteiligung, als Training noch erlaubt war, auch nicht sehr hoch gewesen. Was die Trainerin versteht: „Sie müssen eine Familie ernähren, setzen vielleicht den Job aufs Spiel. Das muss man auch bedenken.“ Handball in Föching und Schliersee sei eben nur ein Hobby.

Was die Trainingsgestaltung angeht, hat die HSG wieder auf Cybertraining umgestellt. Wie im Frühjahr. „Aber das kann man nicht das ganze Jahr machen“, findet Theer. Andererseits sieht sie auch das Training in der Halle kritisch. „Das ist ein Kladeradatsch.“ Etwa wenn die Spieler ihr eigenes Handtuch für Liegestütze mitbringen müssten. Bei all den mittlerweile gültigen Regeln verliere sie die Lust am Sport, wenn man auf jedes noch so kleines Detail achten müsse.

Trotz der Rückschläge und Probleme haben die Föchinger und Schlierseer Handballer ihren Humor aber nicht verloren. „Sie fragen immer mal wieder, ob man sich nicht mal auf eine Halbe im Netz trifft“, erklärt Theer und lacht. Die Geselligkeit lebt bei der HSG also trotz der räumlichen Trennung auf anderem Wege weiter.

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