Gute Kurvenlage: Eisspeedway-Fahrer Hans Weber aus Mitterdarching, kurz „Eishans“, lag bei der Europameisterschaft auf Podestkurs – bis er stürzte. Foto: Thorsten Horn
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Gute Kurvenlage: Eisspeedway-Fahrer Hans Weber aus Mitterdarching, kurz „Eishans“, lag bei der Europameisterschaft auf Podestkurs – bis er stürzte

Hans Weber und Benedikt Monn stürzen bei der Europameisterschaft in Polen

Hans Weber Sechster bei Eisspeedway-EM

Viel vor- und auf sich genommen hatte sich Hans Weber aus Valley vor der Eisspeedway-EM, ist dafür extra mehr als 5000 Kilometer in einer Woche gereist. Nach einem Sturz wurde er Sechster, ist aber dennoch zufrieden.

Landkreis – Hans Weber und Benedikt Monn sind von ihrer weiten Europa-Reise zurück. Die beiden Eisspeedway-Piloten aus Mitterdarching beziehungsweise Miesbach kamen beim ersten Rennen des neuen Winters ungewöhnlich früh zum Zug. Üblicherweise beginnt deren Saison erst im Januar und zieht sich dann bis in den März hinein – fallweise bis Anfang April.

In diesem Jahr ist aber alles anders. So musste das für Ende März 2020 angesetzte Rennen um die Europameisterschaft wegen Corona zwei Mal verschoben werden, davon einmal auf den August. Letztlich fand die EM nun im polnischen Tomaszow Mazowieki, eine gute Autostunde südwestlich von Warschau, als Ein-Tages-Veranstaltung statt.

Nachdem die Saison des vergangenen Winters mit dem ersten Lockdown im März abrupt endete, auch der WM-Lauf in Inzell fiel diesem zum Opfer, wollten der 36-jährige Routinier Weber und das überhaupt erst über ihn zum Eisspeedway gekommene motorsportliche „Küken“ Monn zumindest noch ein Training absolvieren. Dazu brachen sie gen Schweden auf, doch waren die Bedingungen auch hier mangels Kälte eher suboptimal. „Immerhin konnten wir an zwei Tagen wenigstens ein bisschen trainieren, doch wenn man den Gesamtaufwand bedenkt, war die Aktion grenzwertig“, sagte „Eishans“ kurz vor dem EM-Rennen in Polen.

Weber bis Sturz auf Medaillenkurs

Zum gewünschten Erfolg trug das Mini-Training nicht so recht bei, denn nach einem Sturz im vorletzten Lauf, musste sich der zum Favoritenkreis zählende, amtierende Deutsche Meister mit Rang sechs begnügen. „Unzufrieden bin ich damit nicht, denn ich war während des ganzen Rennens auf Medaillenkurs unterwegs. So ein blöder Sturz kann immer passieren. Zum Glück habe ich mich nicht verletzt“, meinte er anschließend. Angesichts der mit insgesamt 350 Spikes mit einer Länge von 28 mm bestückten Räder muss man nach jedem Sturz von Glück sprechen, wenn ein Fahrer nahezu unversehrt wieder aufsteht.

Sein „Lehrling“ und Teamkollege Monn machte ebenfalls Bekanntschaft mit dem harten Eis und der eher weichen, die Bewegungsenergie umwandelnden Streckenbe-grenzung, kam aber ebenfalls ohne Blessuren davon. Nachdem der Ex-Bezirksliga-Fußballer erst im vorigen Winter mit diesem Actionsport angefangen hatte, war die EM sein erst drittes Rennen. Bei seinem ersten internationalen Prädikatslauf schlug er sich mit Platz 14 wacker.

Monn hofft auf erneute EM-Teilnahme

In Hoffnung, dass es in diesem Winter noch das eine oder andere Rennen geben könnte, wären Weber und Monn von Polen gleich wieder nach Schweden aufgebrochen. Wegen nach wie vor zu hohen Temperaturen verwarf man den Plan aber wieder, sodass es bei den rund 5500 Kilometern in eineinhalb Wochen blieb. „Noch sind die für Togliatti in Russland und in Berlin geplanten WM-Rennen nicht abgesagt. Wenn es losgehen sollte, will man schließlich vorbereitet sein. Deshalb werden wir, sobald es das Wetter in Schweden zulässt und es Sinn macht, wieder rauf fahren“, erklärt Weber.

Dass Monn die EM bestreiten konnte, war auch der Tatsache geschuldet, dass etliche Fahrer freiwillig verzichteten. Die WM wäre dann allerdings doch noch eine Nummer zu groß für ihn. Sollte die EM im März 2021 an gleicher Stelle wieder stattfinden, würde er sich erneut um einen Startplatz bemühen.

Thorsten Horn

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