Das Hubertusstadion hat einen trostlosen Winter hinter sich. Wegen Corona fiel die Eissaison in Holzkirchen heuer komplett aus. Der Sportentwicklungsplan befasst sich auch mit einer Nachfolge-Lösung.
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Das Hubertusstadion hat einen trostlosen Winter hinter sich. Wegen Corona fiel die Eissaison in Holzkirchen heuer komplett aus. Der Sportentwicklungsplan befasst sich auch mit einer Nachfolge-Lösung.

Förderverein hofft weiter auf Eisstadion bei Geothermie

Eisstadion und Sportentwicklungsplan: Standortfrage bleibt offen

  • vonMarkus Eham
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Der Holzkirchner Sportentwicklungsplan sieht den Neubau des Eisstadions vor. Doch wo? Josef Wochinger vom Förderverein hat eine Idee, die von der der Gemeinde abweicht.

Holzkirchen – Das altehrwürdige Hubertusstadion gehört unverkennbar zum Holzkirchner Ortskern. Doch nach mehr als 60 Jahren ist das traditionsreiche Freiluft-Eisstadion in die Jahre gekommen. Einer, der das wohl wie kein anderer weiß, ist Josef Wochinger. Seines Zeichens ist er der Vorsitzende des Fördervereins Eis- und Mehrzweckhalle Holzkirchen und setzt sich seit einigen Jahren für einen Neubau ein. „Es wurde damals für die erste Mannschaft des ESC Holzkirchen, das heißt, für 20 bis 30 Spieler gebaut“, sagt er und fügt an: „Es ist jetzt einfach nicht mehr zeitgemäß.“

Dafür spricht neben dem hohen Energieverbrauch und den damit verbundenen Kosten für die Anlage vor allem die Jugendarbeit des ESC und des ESV Holzkirchen. „Wir haben zwischen 150 und 200 Kinder, die bei uns das Eislaufen und Eishockey spielen lernen“, erklärt Wochinger. Dazu kommt der äußerst beliebte Publikumslauf für alle Eislaufinteressierten. Platz und ausreichend Eiszeiten sind daher Mangelware. Zudem steht die Bebauung des angrenzenden Postareals auf der Agenda der Marktgemeinde.

Ein neues Eisstadion soll her – dafür setzen sich Wochinger und der Förderverein seit einigen Jahren ein und haben durch den Sportentwicklungsplan der Gemeinde seit Ende 2020 wieder eine Perspektive (wir berichteten). Zumindest unter den längerfristigen Projekten findet sich ein Neubau. Aber wo?

Eine Option, die Holzkirchens Bürgermeister Christoph Schmid (CSU) zumindest prüfen lässt: das Moarhölzl zwischen Holzkirchen und Hartpenning als große Lösung mit Fußball, Eissport, Tennis und Co. (wir berichteten). „Die Auslagerung dorthin ist nicht vorstellbar“, betont Wochinger mit Blick auf eine Eishalle. „Da hat man lange Wege und vor allen Dingen sind die Schulen nicht anbindbar. Wie soll das dann gehen?“ Zusätzlich wäre die nötige Verknüpfung mit einer Bundesstraße wohl ein Ewigkeitsprojekt.

Wochinger hofft auf Standort an Geothermie

Idealer Standort für Wochinger: Eine neue Eishalle nahe der Geothermie in Holzkirchen. „Man könnte da das Eis aus einer Synergie von Geothermie und warmen Wasser aus der Erde gewinnen“, stellt er klar. Außerdem böten sich dort zwei andere gewichtige Vorteile. Erstens liege das Areal direkt an der B 318 und der Nordspange und zweitens könnten die Schüler aus gleich mehreren Schulen, etwa dem Holzkirchner Gymnasium, die Eishalle für den Schulsport nutzen.

Josef Wochinger

Eine Zwischenlösung für das in die Jahre gekommene Hubertusstadion, lehnt Wochigner dagegen ab. Der Sportentwicklungsplan brachte hierfür Kunststoff-Platten ins Gespräch. „Das ist aber nicht praktikabel“, findet Wochinger. Das Laufverhalten darauf sei ein anderes. So gestalte sich vor allem das Bremsen auf Schlittschuhen deutlich schwieriger. Zudem sei ein Wettbewerbsbetrieb im Eishockey, Eiskunstlauf oder aber Eisstocksport nicht möglich. Das befand auch schon der ESC (wir berichteten). „Da würde durch den dadurch entstehenden Plastikabrieb auch eine nicht unerhebliche Menge an Feinstaub freigesetzt werden. Daher wurde der Antrag sofort wieder zurückgezogen.“

Es bleibt also spannend, wie lange das altehrwürdige Hubertusstadion noch auf einen Nachfolger harren muss.

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