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Fünf Top-Läufe zeigte Hans Weber bei den Deutschen Meisterschaften in Berlin und sicherte sich so seinen ersten Titel im Eisspeedway.

Motorsport

Last endlich abgefallen: Hans Weber wird Deutscher Eisspeedway-Meister

  • vonHeidi Siefert
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Erstmals holt sich Hans Weber aus Valley den Deutschen Meistertitel im Eisspeedway. Die WM-Rennen in Inzell wurden dagegen abgesagt.

Valley – „Die Maschinen sind hergerichtet, aber wie es ausschaut, können wir sie vielleicht direkt für den Sommer einlagern.“ Am Wochenende hat Hans Weber, Deutschlands Aushängeschild im Eisspeedway, jedenfalls frei. Im Zuge der Vorsichtsmaßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus kommt es nicht zum Heim-Grand-Prix in Inzell. Das vorletzte Rennen für die Weltmeisterschaftsserie wurde abgesagt und auch das Restprogramm steht auf tönernen Füßen. Hätte Weber im Chiemgau gute Chancen gehabt, sich in der WM-Wertung Richtung Medaillenplätze zu schieben, kann sich der „Eishans“ immerhin über DM-Bronze mit der Mannschaft und seinen ersten deutschen Meistertitel freuen, den er jüngst in Berlin einfuhr.

Als klarer Favorit der nationalen Titelkämpfe war der Valleyer in die Hauptstadt gereist und zeigte sich nach fünf souveränen Läufen erleichtert, sich nach vier Vizemeisterschaften nun endlich den Titel geholt zu haben. Froh sei er, dass diese Last von ihm gefallen sei. „Ein bisschen nervliche Anspannung ist immer dabei, weil alle fünf Läufe sitzen müssen“, sagt Weber. Das taten sie zumeist vom Start weg. Nur einmal war es gegen den für die veranstaltende Eisspeedwayunion Berlin startenden Max Niedermaier kurzzeitig knapp, doch am Ende ging auch dieser vierte Lauf und damit die Meisterschaft an Weber – vor Titelverteidiger Markus Jell. Der 22-jährige Miesbacher Benedikt Monn wurde Sechster.

Tags darauf holten die drei Bayern Weber, Niedermaier und Jell gemeinsam Bronze. „Ich wollte ins Finale und hab entsprechend auch auf die Taktik geschaut“, sagt der 35-Jährige, der mit Niedermaier gleich im ersten von 21 Läufen des Wochenendes gegen Schweden ran musste. Wegen eines Problems mit dem Gasdruck im Stoßdämpfer konnte er aber nicht dagegenhalten. So entwickelte sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit den Skandinaviern und das von Weber angeführte deutsche Trio blieb ihnen in der Punktewertung auf den Fersen.

Im Lauf gegen die Russen war sogar Daniil Ivanov in Reichweite, „aber es hat einfach nicht gelangt“, sagt der Valleyer. Nach einem 3:3 im direkten Vergleich mit den Schweden zogen die mit zwei Punkten Vorsprung ins Finale ein, während Deutschland im Kleinen Finale auf Österreich traf. Der für „seine wahnsinnig guten Starts“ bekannte Franz Zorn trat gar nicht an, weil er gegen Weber sowieso keine Chance habe. Als mit Harald Simon der zweite Österreicher stürzte, war das letzte Rennen nur mehr ein Schaulaufen von Weber und Niedermaier, die dem Publikum zum Abschluss noch einige Kabinettstückchen zeigten. Der Titel ging zum 38. Mal an Russland.

Hans Weber Eisspeedway-Fahrer

In Inzell haben die Eismeister indes ihre Vorbereitungen eingestellt, die fünf Zentimeter Eis für die Schnellläufer auf die für das Speedway notwendigen 25 zu verstärken. Die bereits angereisten Schweden können den Rückweg antreten. „Einige russische Fahrer sind gerade auf der Fähre“, erzählt Weber. „Andere haben nach Berlin ihre Busse hier deponiert und sind heim geflogen.“ Auch den bevorstehenden Veranstaltungen räumt der 35-Jährige keine großen Chancen ein. Über die Austragung der Europameisterschaften in Polen würde gerade diskutiert. Abschluss des Grand-Prix wäre in Heerenveen in den Niederlanden.

Sofern auch dort kein Rennen stattfindet, wird nach dem aktuellen Stand gewertet – der Russe Ivanov wäre Weltmeister. Weber ist aktuell Siebter. „Mit der Saison kann man zufrieden sein“, sagt der einzige Deutsche in der höchsten Rennserie. Der Valleyer ist zudem der einzige, der Ivanov in dieser Saison bezwang. Doch nach einem Sturz in Alma Ata fehlen dem „Eishans“ wichtige Punkte. Fachleute sehen Weber dennoch als einen der wenigen, der in die Phalanx der starken Russen eindringen kann.

sie

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