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Den Fairnesspreis erhielt Sebastian Maurer von Merkur CUP-Gesamtspielleiter Uwe Vaders.

Merkur CUP

Fairplay: Sebastian Maurer gab zu, dass es kein Tor war

  • vonJulian Betzl
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Beim Merkur CUP gehört Fairplay zu den höchsten Werten. Sebastian Maurer aus Poing demonstrierte das beim Bezirksfinale 2018 in Weyarn.

Weyarn/Poing – Im wuseligen Kleinfeldbetrieb kann es für den Unparteiischen schon mal unübersichtlich werden. Selbst für die bestens ausgebildeten Referees, die für die Partien bei einem Bezirksfinalturnier des Merkur CUPs eingeteilt werden. Fragt der Schiedsrichter in einem solchen Fall beim vermeintlichen Torschützen nach und antwortet dieser dann wahrheitsgemäß, dass der Ball doch nicht ganz drin war, kann man von einem Musterbeispiel für den Fair-Play-Gedanken sprechen.

So geschehen vor zwei Jahren im Vorrundenspiel des Bezirksfinals D zwischen dem Turnierausrichter TSV Weyarn und dem TSV Poing: Nach dem vermeintlichen 1:0-Führungstreffer der Poinger wurde Torschütze Sebastian Maurer auf dem Rückweg im Anstoßkreis vom Unparteiischen angesprochen und gab daraufhin fair zu: „Nein, der Ball war nicht vollständig hinter der Linie.“

Der Treffer wurde annulliert und Maurer von Merkur CUP-Gesamtleiter Uwe Vaders für die Demonstration „des Merkur CUP Grundgedankens“ mit einer Ehrenmedaille ausgezeichnet sowie spontan für den Trip des Fairnesspreissiegers nach Bologna, inklusive eines Elternteils eingeladen.

Von der Reise nach Italien ist dem Poinger Nachwuchskicker zwei Jahre später nicht allzu viel Aufregendes in Erinnerung geblieben. „Das Hotel war ganz gut, wir haben die Stadt angeschaut, aber die Mannschaft, die ich auslosen durfte und die mitgefahren ist, war insgesamt sehr unruhig.“ Zu wenig Bewegung sei letztlich auf dem Platz von Serie A-Klub FC Bologna drin gewesen. „Ich weiß gar nicht mehr, wie das Spiel ausgegangen ist oder gegen wen sie gespielt haben“, gesteht Maurer.

An die Rückmeldungen zu seinem korrigierten Führungstreffer gegen Weyarn kann sich Sebastian Maurer aber noch gut erinnern: „Da gab es keine negativen Stimmen. Im Gegenteil, die ganze Mannschaft, Trainer und Eltern haben gesagt, dass ich das gut gemacht habe und es sich ja ausgezahlt hat.“

Drei Monate nach seiner Auszeichnung beim Bezirksfinale in Weyarn wechselte Maurer (Jahrgang 2007) in den älteren 2006er-Jahrgang des TSV und hat bis dato keine vergleichbare Situation auf dem Platz erlebt.

In puncto Fairnessgedanken hat der heute 13-Jährige seitdem aber einige Entwicklungen beobachtet. „In meiner alten Mannschaft waren die Eltern, sagen wir mal, viel mehr am Spiel beteiligt. Das ist heute besser. Auf dem Platz ist der Fußball dafür ein bisschen ernster und härter geworden und manche Sachen laufen deshalb schon nicht mehr ganz so fair ab. Dafür macht mir Fußball an sich heute aber noch mehr Spaß.“ In einer vergleichbaren Tor-oder-nicht-Tor-Situation wie vor zwei Jahren, versichert Maurer, „würde ich heute dasselbe tun“.

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