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Couargierte Leistungen: Lucas Bögl hat bei der Tour de Ski sein Potenzial gezeigt.

Nach Lucas Bögls starker Tour de Ski

Tiramisu und Espresso als Belohnung

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Mit Platz 22 hat Lucas Bögl für positive Ergebnisse aus Sicht des deutschen Langlauf-Lagers bei der Tour de Ski  gesorgt. Nun hat er die WM im Blick - und auch Elisabeth Schicho hat ihre Hoffnung noch nicht aufgegeben.

Val di Fiemme - Johannes Klaebo ist der König der Langläufer. Mit einem Doppelsieg bei der letzten Station der Tour de Ski in Val di Fiemme hat der 22-jährige Schwede bewiesen, dass er nicht nur exzellent sprinten kann, sondern auf dem besten Weg zum Allrounder ist. „Hut ab vor dem Jungen“, sagt auch ein beeindruckter Lucas Bögl. „Ich dachte, bei den Distanzrennen wird es für ihn schwieriger, weil er noch sehr jung ist. Normalerweise haben da die Trainingsälteren einen Ausdauervorteil, aber das scheint in seinem Fall nicht zu gelten.“

Der Holzkirchner landete im Endklassement auf Platz 22 und ist vor allem mit den letzten Rennen sehr zufrieden: „In Val di Fiemme lief’s sehr gut für mich. Je länger die Tour gedauert hat, umso besser wurde ich. Mit Platz 22 bin ich echt zufrieden.“

Den Grundstein legte Bögl mit einem couragierten Auftritt im Massenstart am Samstag. Bis Kilometer zehn konnte er sich in der Spitzengruppe halten, ehe eine Tempoverschärfung der Top-Leute das Feld auseinander zog. Der 28-Jährige ließ sich davon nicht aus der Ruhe bringen, lief sein Tempo und holte sich mit Platz 23 nicht nur wichtige Weltcup-Punkte, sondern schob sich in der Tour-Wertung auf Rang 25 vor. „Das war ein sehr ansprechendes Ergebnis. Wenn ich die muskulären Probleme in den Beinen in den Griff bekomme, geht es noch weiter nach vorne“, sagte Bögl am Samstag.

Nur einen Tag später war es soweit: Hinauf zur Alpe Cermis konnte Bögl drei Läufer kassieren und sich in der Gesamtwertung auf Platz 22 verbessern. Obwohl Bögl ein Fan langer, harter Etappen ist, war der knapp vier Kilometer lange Schlussanstieg auch für ihn alles andere als ein Genuss: „Das Gefühl oben anzukommen ist schon geil, aber auf dem Weg dahin zweifelt man an seinem Lebensweg.“ Zur Belohnung für die Schinderei der letzten neun Tage gab es am Abend zwei Teller Nudeln, Tiramisu und einen Espresso. Treppen steigen kann und will er in den nächsten Tage übrigens nicht.

Nach einer kurzen Pause liegt der Fokus auf der Vorbereitung für die Nordische Ski-WM in Seefeld (19. Februar bis 3. März). „Ich starte noch zweimal im Weltcup bis zur WM – Ende Januar in Ulricehamn in Schweden und dann als Generalprobe Mitte Februar in Cogne in Italien.“

Auch die Frauen bündeln ihre Kräfte für die WM: Elisabeth Schicho (SC Schliersee) stieg nach enttäuschenden Resultaten in ihrer Paradedisziplin, dem Sprint, nach der dritten Tour-Etappe aus. „Es hat keinen Sinn weiterzumachen, wenn die Form nicht stimmt“, sagt die Tegernseerin. „Ich hätte mich nur noch kaputter gelaufen.“ Noch muss die 27-Jährige die WM-Norm knacken. Dafür müsste sie zweimal in die Top 15 oder einmal unter die ersten Acht laufen. Nächster Versuch: am kommenden Wochenende beim Sprint in Dresden.

alf

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