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Beste bayerische Amateur-Reiterin: Bei den Deutschen Amateur-Meisterschaften in Dagobertshausen belegen Mica Beckmanns und Fräulein Bö Platz drei. Unterstützung gab es von Ehemann Marcus, Sohn Lasse und Tochter Lotta. 

„So sind wir auf Ninjago-Musik gelaufen“

Beckmanns ist Deutschlands drittbeste Amateur-Reiterin

  • Julia Pawlovsky
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Was für ein Erfolg: Mica Beckmanns aus Holzkirchen ist Deutschlands drittbeste Amateurin-Reiterin in der Dressur. Geholfen hat dabei auch Sohn Lasse, der die Musik ausgesucht hat.

Dagobertshausen/Holzkirchen – Mica Beckmanns kann es selbst noch nicht glauben. Die Rechtsanwältin aus Holzkirchen ist drittbeste deutsche Amateur-Reiterin in der Dressur. Mit ihrer Oldenburger Stute Fräulein Bö nahm die 45-Jährige zum ersten Mal an den Deutschen Amateur-Meisterschaften teil. In der schweren Klasse der Dressur kamen die beiden auf Anhieb auf Platz drei. Damit ist Beckmanns zugleich die beste Amateur-Reiterin in Bayern. „Es ist kaum zu glauben“, sagt sie.

Der Erfolg ist aus zweierlei Gründen bemerkenswert. Zum einen ist „Böchen“, wie die Holzkirchnerin ihr Pferd liebevoll nennt, zwar seit 2014 in Beckmanns Besitz. Doch die heute zwölfjährige schwarzbraune Stute war anfangs widerspenstig, erst 2016 platzte mit dem Gewinn der ersten goldenen Schleife in einer S-Dressur der Knoten. Zum anderen gestaltete sich die Anreise zur Reitsportanlage Dagobertshausen im mittelhessischen Marburg mehr als schwierig. „Wir haben sieben Stunden gebraucht“, seufzt die Holzkirchnerin.

So lief es auch vor Ort nicht besser. „Böchen war gar nicht gut drauf.“ In der Qualifikationsprüfung, einem Prix St. Georg, reichte es nicht für das Finale. So mussten die beiden ins Kleine Finale. „Dann überschlugen sich die Ereignisse“, sagt Beckmanns. Plötzlich lief es. Als zweitbestes Paar im Kleinen Finale schafften es Beckmanns und Fräulein Bö in die Kür.

Dort machte sich dann vor allem die Unterstützung der Familie um Ehemann Marcus bezahlt. Tochter Lotta (11) führte Böchen ins Viereck, Sohn Lasse hatte die Musik für die Kür ausgesucht. „Er ist neun Jahre und großer Lego-Ninjago-Fan“, erzählt Beckmanns. „So sind wir auf Ninjago-Musik gelaufen.“ Der Rhythmus passte: Hinter Paul Paessens (RSV Krefeld) mit Don de Marco und Nadja White (RC Bremen-Hanse) mit Cayuno landete Beckmanns auf dem Podest. Als die Nationalhymne gespielt wurde, brachen alle Dämme. „Da flossen schon einige Tränen“, gesteht Beckmanns. „Das war sehr ergreifend.“ Und das Beste: Neben der obligatorischen Schleife gab es eine „echte Medaille. Sie hängt schon in der Küche.“

Großen Anteil am Erfolg hat neben der Familie auch Trainer Uwe Schwanz vom Waldhauser Hof in Sauerlach. Zwar konnte Schwanz in Dagobertshausen nicht dabei sein, da er selbst ein Turnier bestritt, „aber wir haben zwischendurch telefoniert“, sagt die Rechtsanwältin. „Er hat mir immer Mut gemacht.“

Für Beckmanns und Fräulein Bö ist nun erst einmal Erholung angesagt. „Es war schon sehr anstrengend“, sagt die 45-Jährige. „Jetzt kriegt Böchen erst mal eine Pause.“ Doch die wird nicht ewig dauern. „Wir wollen den Winter nutzen, um in die Drei-Sterne-S-Dressur zu rutschen“, verrät Beckmanns. „Wir sind noch nicht am Ende.“

jpa

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