Ausgerechnet bei der Heim-WM in Oberstdorf befand sich der Holzkirchner Langläufer Lucas Bögl (M.) im Formtief.
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Ausgerechnet bei der Heim-WM in Oberstdorf befand sich der Holzkirchner Langläufer Lucas Bögl (M.) im Formtief.

Lucas Bögl trotz Saison mit Höhen und Tiefen grundsätzlich zufrieden

Bögls Saisonfazit: Mutmacher zum Abschluss

  • vonMichael Eham
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Eine Saison mit Höhen und Tiefen liegt hinter dem Holzkirchner Langläufer Lucas Bögl. Zum Abschluss gab es noch einmal einen Mutmacher.

Holzkirchen – Es waren noch einmal lockere Trainingswochen seit dem letzten Langlauf-Weltcup für die deutsche Mannschaft. In der Schweiz ließen die Athleten des Deutschen Skiverbands (DSV) die Saison ausklingen und nahmen zum Abschluss noch bei den Schweizer Meisterschaften in Sedrun im Kanton Graubünden teil. Lucas Bögl ging dabei im Teamsprint an den Start – einer von ihm eigentlich gar nicht so gemochten Rennform. Denn der Holzkirchner, der für den SC Gaißach startet, gilt eher als Experte für die Distanzrennen. Außer Konkurrenz gestartet wurde Bögl gemeinsam mit Jonas Dobler Dritter. „Das war aber nicht der Rede wert“, sagt Bögl.

Zum einen, weil die Schweizer Langläufer nach Vereinen aufgeteilt wurden und daher nicht unbedingt mit den bestbesetzten Teams in die Loipe gingen. Und zum anderen, weil das letzte Wochenende der Saison noch einmal ein lockeres Zusammenkommen der deutschen Mannschaft war. „Wir haben ein Fazit der Saison gezogen und überlegt, wie man die kommende Saison gestalten kann“, erzählt Bögl.

Die abgelaufene Saison war für den 30-Jährigen geprägt von durchwachsenen Ergebnissen. Da war der solide Start in den besonderen Corona-Winter 2020/21, gefolgt von der für Lucas Bögl sehr gelungenen Tour de Ski, bei der er in der Gesamtwertung am Ende Zwölfter wurde. „In den meisten Rennen konnte ich grundsätzlich ein recht hohes Niveau abrufen“, findet Bögl. Bis zum Ende der Tour de Ski lief Bögl in sämtlichen Distanzrennen auch in die Weltcuppunkte.

Bögl: WM nicht das erhoffte Ereignis

Auch für den nächsten Weltcup nach der Tour im finnischen Lahti meldete sich der Holzkirchner fit, zeigte im Skiathlon über zweimal 15 Kilometer als 24. eine gute Leistung. Doch in Falun (Schweden) erlebte er einen Leistungseinbruch. „Da hatte ich meinen Knick“, resümiert er und vermutet retrospektiv, dass er in den Wochen nach der Tour zu viele Rennen und zu wenig Training absolviert habe.

Bis zum Saisonhöhepunkt, der Weltmeisterschaft im eigenen Land, in Oberstdorf, schaffte es Bögl nicht, sein Leistungsniveau anzuziehen. „Die WM war nicht das, was ich mir erhofft hatte.“ So lautet das nüchterne Fazit. Ein erhofftes Top-15-Ergebnis blieb aus. Seine beste Leistung zeigte Bögl wohl in der Staffel, als er über die viermal zehn Kilometer Siebter wurde. In einem Einzelwettbewerb bei den Welttitelkämpfen war Platz 28 im Freistilrennen über 15 Kilometer Bögls bestes Ergebnis.

Bögl sieht eher Rang elf statt Sieg

Ein echtes sportliches Highlight feierte der Holzkirchner allerdings im letzten Weltcuprennen der Saison. Im Schweizer Hochtal Engadin fuhr er seinen ersten Weltcupsieg ein – zumindest sieht der Weltverband FIS das so. Bögl ist etwas anderer Meinung. Im 50 Kilometer langen Verfolgungsrennen starteten die Langläufer mit dem Rückstand aus dem Rennen vom Vortag, aus dem Bögl eine gehörige Hypothek von mehr als zwei Minuten mitgenommen hatte. Im Laufe des Marathons arbeitete sich Bögl stetig nach vorne und wurde Elfter – mit der besten Tageszeit, wofür ihm die FIS einen Weltcupsieg anrechnet. „Das war noch mal eine gute Leistung“, freut sich Bögl. „Ich sehe aber eher den elften Platz in der Ergebnisliste als den Weltcupsieg.“

Was ihm das starke Rennen zum Abschluss allerdings noch einmal mit auf den Weg gegeben hat: Er kann mit der Weltspitze mithalten. „Das macht Mut für den Sommer und ich weiß, woran ich arbeiten muss.“

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