+
Den größten Teil des Kurses lag Florian Wilmsmann im Bokwang Phoenix Park auf Rang zwei. 

Olympische Winterspiele 2018

Fehler kostet Wilmsmann Viertelfinale

  • schließen

Skicrosser Florian Wilmsmann hält bei seinem ersten Olympia-Rennen bis zwei Kurven vor dem Ziel mit. Am Ende landet der Holzkirchner auf Rang 25.

Pyeongchang – Mit drei Mann waren die deutschen Skicrosser gestern bei den Olympischen Spielen im Phoenix Snow-Park in Bokwang angetreten. Und nach dem Achtelfinale waren alle drei bereits draußen aus dem Wettbewerb. „Das ist heute richtig sch…. gelaufen. Dabei waren meine Burschen so gut drauf“, ärgerte sich Nationaltrainer Peter Stemmer aus Waakirchen. Auch den 22-jährigen Holzkirchner Florian Wilmsmann erwischte es gleich im ersten Heat des Tages. Nachdem er lediglich als Vierter ins Ziel gekommen war, wurde er am Ende auf Rang 25 gewertet.

Den Dropdown gleich nach dem Startgate, wo es 3,5 Meter im freien Fall nach unten ging, erwischte der Holzkirchner Skicrosser noch sehr gut. Den spektakulären Start hatte Wilmsmann auf der Reiter Alm (Steiermark) einüben können: Die deutsche Nationalmannschaft war zum Trainingslager in Österreich, wo die südostasiatische Sequenz originalgetreu nachgebaut worden war.

Hinter dem Slowenen Filip Flisar erklomm Wilmsmann gestern dann als Zweiter den darauf folgenden Buckel. Auch durch die folgenden Elemente – rasante Kurven und sehr weite Sprünge – verteidigte der 22-Jährige seine Position erfolgreich. „Der Flori lag eigentlich den größten Teil des Kurses sicher auf Rang zwei“, sagte Nationaltrainer Stemmer.

Doch die überaus selektive Strecke in Bokwang verzeiht nicht den kleinsten Fehler. Und der unterlief Wilmsmann zwei Kurven vor dem Ziel. „Er hat erst die Linkskurve schlecht genommen und ist deshalb dann zu weit gesprungen“, sagte Stemmer. „Da hat es ihn dann richtig hinausgetragen. Er konnte dabei gerade noch einen Sturz in die Netze verhindern“, berichtete Heli Herdt, der Sportliche Leiter der Skicrosser im Deutschen Skiverband. Wilmsmanns Missgeschick nutzten die folgenden Rennläufer sofort. Der Österreicher Thomas Zangerl und der Italiener Stefan Thanel zogen an dem Holzkirchner vorbei, dem so lediglich der vierte Platz in diesem Achtelfinal-Heat blieb. Ein wenig haderte Herdt dann schon mit dem Schicksal: „Das war heute absolut nicht das, was wir uns vorgestellt hatten. Am Material lag‘s nicht, aber die anderen Nationen sind einfach schneller gefahren.“

Stemmer wollte seinen Athleten keine großen Vorwürfe machen: „Keiner ist schlecht gefahren, alle haben von oben bis unten gut gefightet. Bitter, dass dem Flori unten dieser dumme Fehler unterlaufen ist.“ Der Holzkirchner hatte sogar noch Glück, dass er bei knapp 90 km/h einen Sturz verhindern konnte. Letzteres hatten der Kanadier Chris Delbosco, der Franzose Terence Tchiknavorian und der Österreicher Christoph Wahrstötter nicht. Sie mussten nach heftigen Stürzen zum Teil schwer verletzt mit dem Akia abtransportiert werden.

Jetzt freut sich Wilmsmann vor allem drauf, dass er „noch ein wenig olympisches Flair genießen“ kann. Vor allem auf die Schlussfeier ist er richtig gespannt. Dann heißt es für ihn allerdings wieder rasch für das nächste Rennen die Koffer packen: Bereits am übernächsten Wochenende steht in Sunny Valley im russischen Sibirien der nächste Doppel-Weltcup in der Disziplin Skicross auf dem Programm.

Auch interessant

Meistgelesene Artikel

So knapp verpasste Remuta das EM-Finale
Auch bei seinen zweiten Europameisterschaften hat es für Turner Felix Remuta nicht zum ganz großen Coup gereicht. An allen drei Geräten verpasste der 21-Jährige das …
So knapp verpasste Remuta das EM-Finale
Im Windschatten der Königsklasse: Andreas Estner fährt 2019 in der Formel 3
Andreas Estner aus Wall (18) steuert weiter in Richtung Königsklasse: 2019 startet er in der FIA Formel 3. Alle acht Rennen finden parallel zur Formel 1 statt.
Im Windschatten der Königsklasse: Andreas Estner fährt 2019 in der Formel 3

Kommentare