Ausgelassen Jubeln durfte Florian Wilmsmann über seine Siege in Bakuriani und Veysonnaz. Es waren seine ersten im Weltcup.
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Ausgelassen Jubeln durfte Florian Wilmsmann über seine Siege in Bakuriani und Veysonnaz. Es waren seine ersten im Weltcup.

Florian Wilmsmann blickt auf Saison zurück – Erste Weltcup-Siege seiner Karriere

Wilmsmann: „Es passt alles sehr gut“

  • vonEwald Scheitterer
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Der Holzkirchner Skicrosser Florian Wilmsmann blickt auf die erfolgreichste Saison seiner Karriere zurück. Er feierte seine ersten Siege im Weltcup, doch die WM lief nicht wie gewünscht.

Holzkirchen – Trotz des relativ schwachen Starts in den Winter 2020/21 kann der beste deutsche Skicrosser, der Holzkirchner Florian Wilmsmann (TSV Hartpenning), der derzeit in Rosenheim wohnt, auf die beste Saison seiner Karriere zurückblicken. Dreimal landete er auf dem Podium, darunter die Siege in Bakuriani und Veysonnaz, und letztlich belegte er mit 393 Punkten Rang vier in der Weltrangliste der Skicrosser.Lediglich zwei Zähler hinter dem Franzosen Bastien Midol und auch auf den zweitplatzierten Schweizer Jonathan Lehnherr fehlten ihm in der Endabrechnung nur zwölf Punkte. Mit der Heimatzeitung blickt der 25-Jährige auf die abgelaufene Saison zurück.

Herr Wilmsmann, wie beurteilen Sie selbst die zurückliegende Saison?

Da gab es für mich viele Höhen und Tiefen. In Arosa hat es ziemlich schlecht angefangen. Dann folgte allerdings gleich mein erstes Podium mit Platz drei in Val Thorens. Die Tiefpunkte waren für mich schließlich die Weltcups und vor allem die WM im schwedischen Idre Fjäll. Wenn ich allerdings Platz vier in der Weltrangliste betrachte, wobei ich nur ganz knapp hinter dem Dritten und Zweiten liege, und vor allem meine beiden ersten Karriere-Siege in einem Weltcup-Rennen, dann komme ich zu dem Schluss, insgesamt war die Saison 2020/21 für mich eine gute.

Worauf führen Sie das überaus schwache Abschneiden in allen Rennen in Idre Fjäll zurück?

So ganz erklären kann ich das auch nicht, da ich weiß, dass ich auch in Idre schnell sein kann. Freilich ist der Kurs im hohen Norden schon ein ganz spezieller. Da ich aber auch in den Vorjahren dort immer wieder meine Probleme hatte, trägt das nicht unbedingt zu einem gesunden Selbstvertrauen bei. Deshalb vermute ich, dass da auch eine gewisse Kopf-Blockade bei mir eine große Rolle spielt.

Es gab aber auch einige positive Aspekte, oder?

Ja natürlich. Da möchte ich mich vor allem bei unseren beiden Technikern Daniel Gründhammer und Ondra Zureck bedanken, die beim Präparieren der Ski ein richtig gutes Händchen bewiesen hatten. Deshalb hatten die deutschen Skicrosser ja auch insgesamt hervorragende Ergebnisse aufzuweisen. Etwa beim Weltcup in Bakuriani in Georgien, als gleich drei deutsche Athleten im großen Finale standen. Zudem hat auch der Trainingsaufbau durch unseren Nationalcoach Peter Stemmer sehr gut funktioniert, sodass wir zum Winterende hin noch alle voller Saft und Kraft waren.

Die Belastungen waren heuer aber nicht ohne.

Richtig. Da es zuerst coronabedingt ziemlich schleppend und mit großer Verspätung losging, folgte ab Januar ein Rennen nach dem anderen. Mit den eng getakteten Weltcup-Terminen und den vielen Reisen dazwischen, lebten wir wochenlang nur noch aus dem Koffer. Insgesamt schon ziemlich anstrengend.

Jetzt ist für die Skicrosser der Winter aber vorbei.

Da heuer auch die deutsche Meisterschaft gestrichen wurde, ging es jetzt ganz schnell. Normalerweise würde jetzt der Jahresurlaub anstehen, aber unter Corona-Bedingungen fällt ein entspannter Urlaub diesmal aus. So werde ich lediglich für ein paar Tage zu Hause die Füße hochlegen, ehe Ende April die Vorbereitungen für die Saison 2021/22 wieder losgehen. Dabei wird mein Sommer so ziemlich genauso wie in den Vorjahren ablaufen. Im zurückliegenden Winter hat man ja gesehen, dass ich dabei in Sachen Krafttraining und Kondition nicht viel verkehrt gemacht habe.

Das Highlight des nächsten Winters sind sicherlich die Winterspiele in China.

Ja natürlich, darauf freuen wir uns schon alle. Leider fiel das übliche Testevent auf der Olympiastrecke heuer aus. Das ist letztlich an den Einreisebedingungen gescheitert. Aber zwei Wochen Quarantäne wegen einem Rennen, das wollte sich keine Nationalmannschaft antun. Voraussichtlich ist aber jetzt geplant, den Streckentest mit einem Weltcup im November 2021 zu fahren.

Wird es für Sie für die kommende Saison irgendwelche Veränderungen geben?

Ich denke nicht. Mit meinem Material-Setup bin ich voll zufrieden. Es passt alles sehr gut. Da zudem im Sommer vor Olympia keine Bundeswehr-Lehrgänge anstehen, kann ich nach der kurzen Erholungspause unbeschwert den Trainingsaufbau für den Winter 2021/22 in Angriff nehmen.

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