Endlich ganz oben: Bei der Skicross-Premiere im georgischen Bakuriani bejubelt der Holzkirchner Florian Wilmsmann seinen ersten Weltcup-Sieg.
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Endlich ganz oben: Bei der Skicross-Premiere im georgischen Bakuriani bejubelt der Holzkirchner Florian Wilmsmann seinen ersten Weltcup-Sieg.

Im 55. Anlauf

Florian Wilmsmann feiert in Bakuriani ersten Weltcup-Sieg

  • vonEwald Scheitterer
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Zum ersten Mal in seiner Weltcup-Karriere steht der Holzkirchner Skicrosser Florian Wilmsmann ganz oben auf dem Stockerl: Bei der Premiere im georgischen Bakuriani setzte er sich die Krone auf.

Holzkirchen/Bakuriani – 54 Mal nahm das Holzkirchner Skicross-Ass Florian Wilmsmann (TSV Hartpenning) bereits Anlauf, bei seinem 55. Weltcup-Start am Samstag in Bakuriani (Georgien) hat es endlich geklappt: In einem furiosen Finale setzte er sich letztlich auf Platz eins und verwies bei seinem ersten Weltcup-Sieg den Schweden David Mobaerg und den Kanadier Jared Schmidt auf die Plätze.

„Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll, mir fehlen einfach die Worte“, stieß der 24-Jährige kurz nach seinem Sieg noch schwer atmend ins Mikrofon. Freilich strahlte er dabei übers ganze Gesicht und mit der Sonne über dem georgischen Wintersport-Ressort um die Wette.

Auch wenn er die ersten drei Runden in den Finalheats relativ souverän überstanden hatte, so bot das Große Finale noch einmal ein Highlight an Spannung und Dramatik, letztlich dann aber mit dem glücklichen Ende für Wilmsmann. Seit dem Sieg der Lenggrieserin Heidi Zacher 2019 im schwedischen Idre Fjäll konnte so das deutsche Skicross-Team erneut einen Weltcup-Sieg einfahren.

Wilmsmann stark im Schlussabschnitt

Es waren vor allem zwei Aspekte, die dem Oberlandler durch alle Heats in Bakuriani geholfen hatten: „Ich habe schon in der Quali festgestellt, dass mir der untere Bereich der Strecke sehr gut liegt und ich hier besonders schnell war.“ Außerdem hatte er in der Qualifikation am Freitag bemerkt, „dass es beim Start noch etwas hapert. Den haben wir dann noch ein klein wenig umgestellt.“ Durchaus mit Erfolg, wie seine Fahrten schließlich gezeigt hatten.

Schon im Achtelfinale, in dem Wilmsmann einen Start-/Zielsieg vor seinem Mannschaftskollegen Cornel Renn hinlegte, vergrößerte sich sein Vorsprung auf der Zielgeraden mehr und mehr. Im Viertelfinale gab’s dann sogar noch ein Foto-Finish mit dem Franzosen Bastien Midol, allerdings lediglich um die letztlich bedeutungslosen Positionen eins oder zwei. Etwas spannender machte es Wilmsmann dann im Halbfinale, als er zwischenzeitlich sogar hinter Midol und dem Schweden Mobaerg auf Rang drei zurückgefallen war. Doch der deutsche Crosser vertraute auf seinen Schlussspurt und blieb cool. „Dann geriet dem Franzosen ein Sprung zu kurz, er verlor an Geschwindigkeit, wovon ich sogleich profitierte.“ Er passierte als Zweiter den Zielstrich und stand damit im Großen Finale.

Wilmsmann: „Ein wirklich cooles Rennen“

Hier waren erneut der Schwede sowie zwei Kanadier, Routinier Brady Leman und Youngster Jared Schmidt, seine Konkurrenten. Diesmal kam das heimische Cross-Ass hinter Mobaerg in die erste Kurve. Wenig später gelang Leman aber ein ausgezeichneter Sprung und er schob sich damit an Wilmsmann vorbei. Doch dann verkantete der Kanadier plötzlich, stürzte und der Deutsche war wieder auf Position zwei. Erneut legte er auf der Zielgeraden seinen unwiderstehlichen Schlussspurt hin und fuhr letztlich ungefährdet dem ersten Weltcup-Sieg seiner Karriere entgegen. Damit verbesserte er sich auch in der Cross-Weltcup-Rangliste mit jetzt 287 Punkten auf Rang sieben. „Ein wirklich cooles Rennen. Jetzt ist alles gut“, freute sich der 24-Jährige im Kreis seiner frenetisch jubelnden deutschen Mannschaftskameraden und Betreuer.

So erwies sich letztlich das Pech für den Mixed-Team-Bewerb, der am Sonntag ausgetragen wurde, als Glücksfall für die Siegesfeier am Abend. Da die nationalen Crosser in Ermangelung einer nicht verletzten weiblichen Athletin auf diesen Wettkampf verzichten mussten, konnten sie mit mehr als einem Bierchen ihren Florian Wilmsmann zu seinem ersten Weltcup-Sieg in Bakuriani entsprechend hochleben lassen.

Jetzt geht’s mit dem Flugzeug zurück nach Deutschland. Dann werden auf der Reiteralm (Steiermark) erneut ein paar Trainingstage eingelegt. Ebenfalls aus Trainingsgründen nehmen sie dort am Wochenende an zwei Europa-Cups teil, ehe die Mannschaft am kommenden Montag in den russischen Südural fliegt. Dort steht dann ab 13. März in Sunny Valley der nächste Weltcup auf dem Programm.

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