Mit Einsatzwillen aufs Stockerl: Florian Wilmsmann (l.) setzte sich in Val Thorens gut gegen die zahlenmäßig stark vertretenen Franzosen durch. Foto: Archiv esc
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Mit Einsatzwillen aufs Stockerl: Florian Wilmsmann (l.) setzte sich in Val Thorens gut gegen die zahlenmäßig stark vertretenen Franzosen durch.

Florian Wilmsmann kämpft sich in Val Thorens auf Platz drei

Wilmsmann fährt endlich aufs Podest

  • vonEwald Scheitterer
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Nach den Enttäuschungen zum Auftakt hat der Holzkirchner Skicrosser Florian Wilmsmann offenbar seine Form gefunden. In Val Thorens fuhr er auf Platz drei.

Holzkirchen/Val Thorens – Er kann’s also doch noch: In furiosen fünf Rennen hat der Skicrosser Florian Wilmsmann gestern im französischen Val Thorens mit Platz drei den Sprung aufs Trepperl geschafft. „Das hat heute richtig Spaß gemacht“, strahlte das Mitglied des TSV Hartpenning übers ganze Gesicht – vor allem weil es ihm im Final-Heat in Hochsavoyen sogar gelungen war, mit Jean Frederic Chapuis den Namensgeber des Crosskurses zu überholen und auf den vierten Platz zu verweisen.

„Ich bin auch super zufrieden. Das war heute nicht so ein Lotteriespiel wie noch in Arosa“, zeigte sich da auch Peter Stemmer, der Waakirchner Headcoach der deutschen Skicrosser, überaus angetan. „Das ist echt besch …, wenn man weiß, dass man gut drauf ist und es dann einfach nicht zeigen kann“, dachte auch Wilmsmann noch einmal kurz an seine schwachen Platzierungen auf der Sprintstrecke in Arosa zurück.

Doch auf dem normal langen Crosskurs in Val Thorens konnte er sein fahrerisches Können voll ausspielen, auch wenn er zugab,: „Die ersten Heats heute waren schon recht hektisch.“ Ohne Quali ging’s da in einem 64er-Feld los. „Da ist mir der Start nicht so ganz gelungen, und ich lag gleich an vierter Stelle“, berichtet der 24-Jährige. Doch dann konnte er erst den Kanadier Carson Cook und wenig später auch den Russen Sergej Ridzik überholen und passierte als Zweiter den Zielstrich.

Wilmsmann mit solider Fahrt

Eher als „solide Fahrt“ bezeichnete er dann sein Achtelfinale, in dem er hinter dem Österreicher Daniel Traxler erneut als Zweiter die nächste Runde erreichte. Und Letzterer wäre Wilmsmann dann im Viertelfinale beinahe zum Verhängnis geworden. „Als der nämlich stürzte, hatte ich wirklich Glück, dass ich da gerade noch unbeschadet vorbeigekommen bin“, erinnert sich der Oberlandler Crosser.

Dass es dann noch eine Foto-Finish-Entscheidung mit dem Franzosen Francois Place über Platz eins oder zwei gegeben hatte, war eigentlich vollkommen unerheblich. Bekanntlich qualifizieren sich im Skicross ja immer die beiden Schnellsten eines Heats für die jeweilige nächste Runde.

Gleich drei Franzosen warteten dann mit Place, Chapuis und Bastien Midol im Halbfinale auf den Holzkirchner. Doch diesmal ließ er sich nicht beirren, kam als Zweiter in die erste Negativ-Kurve und verteidigte diesen Platz dann bis ins Ziel, wo er hinter Chapuis souveräner Zweiter wurde. Wilmsmann: „Von einem gewissen Heimvorteil für die Franzosen kann man da schon sprechen.“

Samstag-Rennen wird am Montag nachgeholt

Dass die Franzosen dort regelmäßig trainieren können und praktisch jede Welle des Kurses in- und auswendig kennen, zeigte sich schon allein daran, dass unter den letzten acht Fahrern des Weltcup-Rennens neben zwei Kanadiern und dem Deutschen alleine fünf Franzosen standen.

Im großen Finale bekam es der Oberlandler dann mit Chapuis, dem späteren Sieger Jonathan Midol und mit dem Kanadier Howden Reece zu tun. Erneut erwischte Wilmsmann den Start nicht optimal und war zwischenzeitlich Vierter. Dann gelang es ihm, Chapuis zu überholen und sich damit insgesamt die Bronze-Medaille zu sichern. „Das Podium war für das Selbstvertrauen vom Wilmsi ungemein wichtig“, bestätigte Stemmer.

Wegen zu starker Windböen war der ursprünglich für Samstag terminierte Skicross-Weltcup abgesagt worden. Der wird nun am heutigen Montag in Val Thorens nachgeholt. „Da müssen meine Jungs und Madeln noch mal Vollgas geben, ehe es in die Weihnachtsferien geht“, erklärte der deutsche Cross-Nationaltrainer. „Damit wird es sich leider auch heute mit einer Feier für Wilmsis Podium nicht ausgehen.“

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