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Auto fährt in Menschengruppe: Mindestens ein Toter

Auto fährt in Menschengruppe: Mindestens ein Toter
Lucas Bögl
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Seine Pokalsammlung hat Langläufer Lucas Bögl natürlich nicht immer beim Arbeiten am Laptop auf dem Tisch stehen.

Sportler des Jahres

Lucas Bögl: Der Lehrbeauftragte geht voran

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Bereits zum vierten Mal in Folge wurde Lucas Bögl zum Landkreis-Sportler des Jahres gewählt. Die vergangenen Monate waren für den Langläufer aus Holzkirchen, wie für alle, eine neue Erfahrung, er wusste die ungewollten Umstände allerdings zu nutzen.

Holzkirchen – Lucas Bögl geht voran. Sei es auf der Loipe als bester deutscher Langläufer im vergangenen Winter, über 3000 Meter bei der Sommerleistungskontrolle (wir berichteten) oder abseits des aktiven Sports. Als Athletensprecher der Langläufer hat er sich dafür eingesetzt, dass die Leistungskontrolle heuer auch für Breitensportler geöffnet wurde. Und mit 30 Jahren macht sich der Holzkirchner mittlerweile erste Gedanken, wie es nach der Karriere als Profi-Sportler weitergehen könnte.

Auch in der Karriere nach der Karriere dürfte Bögl eher im vorderen Teil des Feldes zu finden sein. Bei seinem Masterstudium in Wirtschaftspsychologie an einer Fern-Uni hat er unter anderem den Schwerpunkt Leadership. Führungsqualitäten also. „In die Rolle bin ich schon reingewachsen“, sagt Bögl bei Kaffee und Kuchen im elterlichen Garten in Holzkirchen. Neben seiner Rolle als Athletensprecher ist der 30-Jährige auch Bildungsbeauftragter der Langläufer. Darunter müssen seine Teamkollegen „leiden“, denn er hat fast das ganze Team rumgekriegt, den C-Trainerschein Langlauf zu machen. „Es ist sinnvoll, dass jeder, der Leistungssport betreibt, auch ausbilden kann“, findet Bögl. Das gab es so bisher nicht. „Sie sind die Versuchskaninchen“, gibt Bögl zu. Die Theorieeinheiten sind dabei übers Jahr verteilt, jeden Mittwoch nimmt er sich zwischendrin eineinhalb Stunden Zeit für die Hausarbeiten.

Blumengutschein und Pokal übergaben Sabine Kirchmair, Sportreferentin des Landkreises, und Redakteur Sebastian Schuch an den Sportler des Jahres 2019.

Sportlerin des Jahres: Die Homestory mit Vanessa Hinz.

Überhaupt war der Laptop bis zum Sommer Bögls ständiger Begleiter – sei es am Stützpunkt in Ruhpolding, im Garten in Holzkirchen oder unterwegs. „Ich habe mehr Kurse belegt, als ursprünglich geplant.“ Corona sei dank. Waren in den vergangenen Jahren vor allem die Präsenztage problematisch, hat die Uni heuer komplett auf online umgestellt. „Mittlerweile hat sogar die Oma Internet, da ist man sehr flexibel“, sagt Bögl und lacht. Trotz des erhöhten Studienpensums – das Sommersemester zählte coronabedingt nicht als Studiensemester, plant der Holzkirchner den Abschluss frühestens in zwei Jahren, nach den Olympischen Winterspielen in Peking.

Nachwuchssportlerin des Jahres: Die Homestory mit Sophia Schwarz.

Das hängt zum einen natürlich damit zusammen, dass Bögl als aktiver Sportler im Winter eigentlich immer ein Urlaubssemester nehmen muss. Außerdem ist Peking als ein weiterer Karriere-Höhepunkt fest eingeplant. Da muss die Masterarbeit eben warten. „Das Thema ist noch unklar, nur dass es mit Sport zu tun hat, ist klar.“ Vielleicht bekommt er ja in China die zündende Idee?

In der Redaktion bekam Turner Felix Remuta (l.) den Pokal für den zweiten Platz von Redakteur Christian Masengarb überreicht. 

Doch bis Peking ist es noch lange hin, Bögls Fokus gilt derzeit der Vorbereitung auf die kommende Saison. Dabei ist er sogar froh, zwei Mal am Tag zu trainieren. Nach ein paar Stunden am Laptop hatte er „das Bedürfnis, was zu machen“. Wenngleich der trainingsälteste deutsche Langläufer zugibt, dass ihm das nicht mehr so leicht fällt wie vor ein paar Jahren. Eine Corona-Pause ohne Training wiederum, „wäre echt zach gewesen“.

Mannschaft des Jahres: Die Läuferinnen der SG Hausham.

Platz drei ging bei der Sportlerwahl an Eishockey-Profi Andreas Eder, der jetzt bei den Straubing Tigers spielt. Ein Übergabetermin war leider nicht möglich.

Mittlerweile steckt Bögl voll in der Vorbereitung auf den Weltcup-Winter, hat Höhentrainingslager und eine anschließende Standortbestimmung hinter sich. „Es ist alles gut gelaufen“, berichtet der 30-Jährige. Auch an der Uni. Die Kurse sind vorbei, er wartet aktuell auf die Noten. Deshalb richtet Bögl seinen Fokus voll auf den Sport. Aktuell sieht alles danach aus, als könne er diesen ohne große Einschränkungen ausüben. „Es läuft auf einen normalen Saisonstart hinaus.“

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