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Die Gala zur Sportlerwahl 2015: (v.l.) Redaktionsleiter Stephen Hank, Manfred Schwabl, Präsident der SpVgg Unterhaching, Biathletin Vanessa Hinz, Sportredakteurin Julia Pawlovsky, Ex-Skiprofi Markus Wasmeier und Merkur-Verleger Dirk Ippen.

Pokalverleihung in Hartpenning

Vom Urlaub direkt zur Gala

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Hartpenning - Verdiente Sieger strahlten bei der Pokalverleihung im Hotel und Landgasthof Altwirt in Hartpenning. Sie sind von rund 8900 Lesern zu den Landkreissportlern 2015 gewählt worden. 

Schon sechs Stunden war Gleitschirmflieger Simon Wamser in der Luft, als sich ein neugieriger junger Adler zu ihm gesellte. „Zu zweit haben wir die Thermik zentriert – Flügel an Flügel“, erzählt der Sportler. Das Publikum hört gespannt zu, als Wamser seine Erlebnisse zum Besten gibt. Besonders die Geschichte mit dem Adler zaubert den Anwesenden ein Lächeln ins Gesicht.

Die Mischung war es, die bei der 31. Sportlergala im Hotel und Landgasthof Altwirt in Hartpenning für ausgelassene Stimmung sorgte. „Die Fülle an Sportarten ist das Spannende“, sagte Sportredakteurin Julia Pawlovsky. Sie moderierte den Abend – jedoch nicht allein. Die Gewinner der verschiedenen Kategorien wurden im Rahmen der Ehrung von Mitarbeitern des Miesbacher Merkur interviewt. Und die kitzelten aus den Sportlern interessante Geschichten heraus, wie die von Wamser.

Bevor es zur Ehrung und den Interviews kam, gab es erst einmal etwas gegen den Hunger. Als Wirt Hans Vogl ein rein vegetarisches Menü ankündigte, erntete er zunächst erschrockene Blicke. „Ich hoffe, dass keiner eine vegetarische Unverträglichkeit hat“, scherzte Vogl. Die anfängliche Skepsis ging schnell vorüber, das Essen schmeckte allen. Als die Mägen gefüllt waren, konnte der offizielle Teil des Abends starten.

Rund 8900 Leser hatten bei der Wahl abgestimmt – selten waren es so viele. Doch nicht nur den Sportlern selbst gebühre Ehre, fand Landrat Wolfgang Rzehak. „Wichtig sind auch die Menschen, die hinter dem Sportler stecken“, betonte er. Rzehak wurde an der Gala von Pawlovsky als „weltweit größter TEV-Fan“ vorgestellt. Und mit dem Miesbacher Eishockeyverein – genauer mit den Junioren– begann die Pokalverleihung.

Als Bayerischer Meister der Junioren standen die Chancen um den Titel zur Mannschaft des Jahres beim TEV nicht schlecht. „Niemand hat so deutlich gewonnen wie Ihr“, sagte Pawlovsky. Mit knapp 2000 Stimmen Vorsprung sicherten sich die Eishockeyspieler den Pokal. Rzehak hofft nun, dass die Jungs bald in die Erste Mannschaft aufsteigen. „Mit der will ich auch mal eine Meisterschaft feiern“, erklärte der TEV-Fan. Gefeiert hatten die Spieler zur Genüge. „Erst mal gab es eine Champagnerdusche, dann ist das Feiern drei Tage weitergegangen“, erzählte Kapitän Samuel Matha.

Grund zum Feiern hatte Skirennfahrerin Marlene Schmotz, die Siegerin im Nachwuchs, nicht allzu viel in der vergangenen Saison. „Erst hast Du weltweit für Furore gesorgt, in der zweiten Jahreshälfte dann nicht mehr“, sagte Merkur-Reporter Christoph Fetzer im Interview. Schmotz war von Verletzungsproblemen geplagt gewesen. „Ich musste immer wieder pausieren“, erzählte die Fischbachauerin. In der kommenden Saison will sie aber wieder voll angreifen.

Das nimmt sich auch Viktoria Rebensburg vor. Zur Gala kam die Kreutherin direkt aus dem Urlaub und schlüpfte auf dem Parkplatz noch schnell ins Dirndl. Den Weltcup-Sieg im Riesenslalom hatte sie diesen Winter knapp verpasst. Für die kommende Saison hat sie sich fest vorgenommen, „ein kleines Kügelchen mitzunehmen“, erklärte die Skirennfahrerin.

Der Erstplatzierte bei den Männern schaffte es nicht rechtzeitig aus dem Urlaub zur Gala: Snowboardcrosser Konstantin Schad. Den Pokal nahm Mama Nicole entgegen. Der Sohnemann meldete sich aber per Videointerview zu Wort, das zuvor aufgenommen worden war. Auch er kam nicht verletzungsfrei durch den Winter. „Die Leser sind anscheinend auch mit einem leidenden Sportler zufrieden“, stellte der Snowboarder fest. Auch Rennrodlerin Natalie Geisenberger (Zweite bei den Frauen) und Eintracht-Frankfurt-Spieler Stefan Aig-ner (Dritter bei den Männern) konnten bei der Gala nicht dabei sein.

Anekdoten am Rande

Schlagfertiger Verleger: Merkur-Verleger Dirk Ippen hatte vor der Veranstaltung einen Gast aus Los Angeles. „Er wollte nicht, dass ich gehe“, erzählte Ippen. Doch der Verleger hatte eine schlagfertige Antwort parat, warum er unbedingt weg müsse. „Ich habe ihm erklärt, dass die Sportlergala wie bei denen der Oscar ist“, sagte der Medienmacher. Diese Erklärung schien den Amerikaner überzeugt zu haben.

Feiernder Ex-Profi: Nur wenige Tage vor der Sportlergala feierte Ex-Fußballprofi Manfred Schwabl schon einmal im Gasthof Altwirt. Grund: der 50. Geburtstag des Präsidenten der SpVgg Unterhaching. Bei der Gala gab es dann gleich noch ein Ständchen. Allerdings konnten sich die Gäste nicht entscheiden, ob sie englisch oder deutsch gratulieren wollten – am Ende einigten sie sich einstimmig auf eine bairische Variante.

Erfreuter Politiker: Landrat Wolfgang Rzehak freute sich, das erste Mal als Schirmherr dabei zu sein. „Wenn ich gewusst hätte, wie schön das ist, wäre ich schon früher Landrat geworden“, sagte Rzehak. Er gab aber zu, nicht der geborene Sportler zu sein. „Was man auch an meinem Bauch sieht“, erklärte er augenzwinkernd. Er sei eher ein passiver Sportler, nur laufen gehe er manchmal.

Ehrlicher Wirt: Zum zweiten Mal fand die Sportlergala bereits im Gasthof Altwirt von Hans Vogl statt – das erste Mal wurde dort im Jahr 2013 gefeiert. „Das war von der Werbung her echt gut“, gab der Wirt ehrlich zu und erntete dafür einige Lacher.

Feiermüde Eishockeyspieler: Merkur-Reporter Thomas Spiesl fragte den Kapitän der U23 des TEV Miesbach, was sich das Team für nächstes Jahr vorgenommen hat. Samuel Matha schnaufte: „Zumindest nichts mehr gewinnen – die Feierei ist anstrengend.“ Nach der gewonnenen Meisterschaft der vergangenen Saison soll es ziemlich zur Sache gegangen sein. Es steht das Gerücht im Raum, dass sich an diesem Abend Spieler mit Schlittschuhen auf den Weg zur Schlossleitn in Miesbach begeben haben. „Die Theorie gibt’s“, sagte Matha und grinste. So richtig rausrücken mit der Sprache wollte er allerdings nicht.

Radfahrende Abiturientin: Die Zweitplatzierte beim Nachwuchs, Lena Ostler, begeisterte die Gäste mit ihren direkten und sympathischen Antworten im Interview. Mit Radsport und Schule muss sie eine Doppelbelastung meistern. Ostler erklärte, dass sie logischerweise ohne Training beim Radfahren nicht gut sei. „Wenn ich aber lerne, bin ich in der Schule trotzdem nicht besser“, stellte sie fest.

Surfender Snowboardfahrer: Mit einem Brett muss man nicht immer auf Schnee unterwegs sein. Snowboarder Konstantin Schad macht derzeit einen Surf-Urlaub. Eigentlich war für die Gala eine Live-Videoschaltung mit ihm geplant. Schad war nun aber froh, dass die nicht zustande kam. Er hatte bei einem Surf-Unfall das Brett ins Gesicht bekommen. „Er schaut nicht so aus, als würde er eine Skype-Schaltung machen wollen“, erzählt Mama Nicole Schad. Mit blauem Auge und dicken Lippen ließ der Sportler nur Grüße ausrichten.


Die schönsten Bilder der Sportlergala 2016

Sportler des Jahres Konstantin Schad im Videointerview:

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