+
Großer Jubel: Nach acht Jahren ohne Tor erzielte Markus Schwabl gegen Braunschweig einen sehenswerten Treffer.

Tor gegen Braunschweig

Schwabl erklärt Baby-Jubel und Wette mit seiner Freundin

Nach acht Jahren endlich wieder ein Tor: Markus Schwabl von der SpVgg Unterhaching erzielte gegen Braunschweig einen ganz besonderen Treffer.

Holzkirchen/Unterhaching – 31. Spieltag in der 3. Liga, das vierte Spiel nach dem Re-Start: Der Holzkirchner Profi-Fußballer Markus Schwabl erzielt gegen Eintracht Braunschweig einen sehenswerten Treffer aus 35 Metern. Nach einer Ecke seiner SpVgg Unterhaching knallt er den zweiten Ball per Direktabnahme in den Winkel. Der Treffer wurde von der Sportschau zum Tor des Monats Juni nominiert, doch nicht nur deshalb war es für den Holzkirchner ein besonderes Tor.

Zum einen war es erst sein drittes Profitor überhaupt, und das erste seit acht Jahren. Zum anderen hat der 29-Jährige auch Grund zur familiären Freude, wie er im Interview mit dem Fußballmagazin 11Freunde erzählt. „Meine Frau ist schwanger. Sie wollte eigentlich, dass das noch nicht so viele Leute erfahren und ich wollte es am liebsten sofort jedem erzählen“, sagt Schwabl. Seine Frau bot ihm dann vor dem Braunschweig-Spiel eine Art Wette an: Sollte er nach acht Jahren mal wieder ein Tor erzielen, dürfe er die frohe Botschaft verkünden. „Dann fällt mir einer vor die Flinte und ich dachte mir: ‚Das probiere ich jetzt einfach.’ Als der Ball noch in der Luft war, habe ich schon gewusst, dass der reingeht und mich umgeschaut, wo ich so schnell wie möglich einen Ball herbekomme, den ich mir wie bei einem Babybauch unters Trikot stopfen kann“, erzählt der Abwehrspieler.

Schwabl: „Haben es komplett vergeigt“

Nach dem Börsengang der Hachinger im vergangenen Jahr steckte Markus Schwabls Vater und Präsident der Spielvereinigung, Manfred Schwabl, das Ziel, binnen drei Jahren in die 2. Bundesliga aufzusteigen. Lange sah es schon in der abgelaufenen Saison nach Aufstieg aus, Unterhaching war zehn Spieltage vor Schluss Zweiter. Doch nach der Corona-Pause brach das Team ein und wurde am Ende Elfter.

Markus Schwabl geht dabei hart ins Gericht mit sich und seinem Team. „Der Verein hat alles dafür getan, dass wir Erfolg haben. Und wir haben es dann komplett vergeigt.“ Sein Vater Manfred sei „stinksauer“ gewesen ob der Leistungen zum Saisonende. „Wenn er merkt, dass wir nicht hundert Prozent Einsatz und Leidenschaft zeigen, dann platzt ihm der Kragen. Er muss wiederum bei den Geldgebern den Schädel hinhalten.“

Schwabl: Geben keine Ruhe, bis wir oben sind

In einer so fußballverrückten Familie hängt auch die Stimmung daheim vom sportlichen Erfolg ab. Schwabl erzählt im 11FREUNDE-Interview sowohl von sich als auch von seinem Vater, dass sie nach Niederlagen den ganzen Tag nicht ansprechbar gewesen wären. Mittlerweile habe sich das aber gebessert. „Meine Mum hat auch erzählt, dass er (Manfred Schwabl, d. Red.) als aktiver Spieler nicht auszuhalten war, wenn er verlor. Auch wenn Besuch da war, hat er den ganzen Abend keinen Ton gesagt.“ Lachend fügt er dann hinzu: „Meine Mutter hätte sich das Bundesverdienstkreuz verdient.“

Nach dem buchstäblichen Saisonendspurt mit elf Spielen in fünf Wochen heißt es für die Profis der Drittligisten nun erst mal die Beine hochzulegen und sich zu erholen. „Jetzt ist es wichtig, dass ich ein bisschen runterfahre und abschalte. Aber am liebsten würde ich jetzt schon wieder angreifen, denn es wurmt mich, wie die Saison ausgegangen ist.“ Als Vollbluthachinger werde er so lange beim Verein bleiben, wie es geht. „Bis wir nicht oben sind, gibt in diesem Verein keiner Ruhe.“ 

emi

Auch interessant

Kommentare