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Zellermayer: „Olympia wäre der Wahnsinn“

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Zu den besten deutschen Eisstockschützen gehört Stefan Zellermayer aus Hartpenning.
Zu den besten deutschen Eisstockschützen gehört Stefan Zellermayer aus Hartpenning. © Beate Purucker (kn)

Wird Eisstockschießen schon 2026 olympisch? Die Chancen sind zumindest vorhanden. Stefan Zellermayer vom TSV Hartpenning würde sich freuen.

Hartpenning – Stefan Zellermayer ist der erfolgreichste Stockschütze des TSV Hartpenning. Er sammelte bereits mehrere deutsche Meistertitel in unterschiedlichen Disziplinen und Altersklassen und wurde sogar Weltmeister (wir berichteten). Im Interview mit der Heimatzeitung spricht er über die Chancen, dass das Eisstockschießen in naher Zukunft olympisch wird und seine persönlichen Chancen, 2026 als Athlet an den Winterspielen in Italien teilzunehmen.

Herr Zellermayer, wie sehen Sie die Chancen, dass Eisstockschießen bald Teil der Olympischen Winterspiele sein wird?

Die Chancen stehen ziemlich gut, 2026 ins olympische Programm aufgenommen zu werden, da der erste Schritt ja jetzt in Tokio gemacht wurde. Unser Präsident war hierzu nach Japan eingeladen und unser Sport wurde in als festes Mitglied aufgenommen. Mit dem Standort Italien 2026 sind wir gut dran. Die Italiener sind im Stocksport stark vertreten, das spielt auch eine Rolle bei der Auswahl der neuen Sportarten. Die Chancen als olympische Sportart ins Programm aufgenommen zu werden, sind sehr gut, so viel Optimismus habe ich schon seit Jahren nicht mehr erlebt.

Was muss bis 2026 passieren, damit es klappen könnte?

Hierzu müssten die Wettbewerbe, die aufgrund der Pandemie ausgefallen sind, wieder regelmäßig stattfinden. Gerade im Jugendbereich wurde arg gespart, das darf nicht passieren, wenn man die Ambition zu Olympia hat. Außerdem muss noch daran gearbeitet werden, wie die Wettbewerbe ablaufen – gerade im Winter. Der Modus mit 20 Teams in einer Eishalle von früh morgens bis zum frühen Nachmittag ist komplett veraltet. Das ist im Hobbybereich vielleicht gut möglich, aber nicht im höheren Bereich, da es einfach zu langweilig anzuschauen ist. Hier müssen neue Ideen gefunden werden, gerade weil Eisstockschießen nur für die Olympischen Winterspiele in Frage kommt und der Sport im Winter eigentlich unattraktiver ist als im Sommer. Der Modus in der Bundesliga im Sommer ist für die Zuschauer deutlich besser, wenn die Teams im Eins-gegen-eins gegeneinander schießen. Außerdem sind die Mannschaften in der Bundesliga im Schnitt um die 50, das ist nicht zukunftsträchtig, wenn man Spitzensport verkaufen möchte. Hier muss mehr Wert auf die Jugend gelegt werden.“

Wie sehen Sie Ihre persönlichen Chancen, 2026 dabei zu sein und was können die Sportler machen, damit es mit der Aufnahme ins Programm klappt?

Wir Sportler können eigentlich nur fleißig weiter trainieren, da der Sport noch einmal attraktiver wird, wenn das Niveau sehr hoch ist. Ich kann mir schon noch berechtigte Hoffnungen machen, dabei zu sein. Das wäre der Wahnsinn für mich und natürlich der Höhepunkt der Stocksportkarriere. Das ist unbeschreiblich, wenn man darüber nachdenkt, dass man vielleicht bei Olympischen Spielen dabei sein könnte. Das ist natürlich auch eine riesige Motivation. Das Zielschießen bei den Herren ist meine Hauptdisziplin, aber für mich spielt das eigentlich keine große Rolle. Ich habe im Jugendbereich auch im Mannschaftswettbewerb meine Erfolge gefeiert. Ich sehe mich in beiden Wettbewerben sehr gut aufgestellt. Wenn es wirklich ernst wird, werde ich meine Bemühungen auf jeden Fall noch einmal nach oben schrauben.

Welche Disziplinen wären denn denkbar und welche wäre für die TV-Zuschauer bei Olympia die spannendste?

Aktuell gibt es den Weiten-, Ziel-, Mannschaft- und Team-Ziel-Wettbewerb mit vier Spielern. Alle vier Wettbewerbe werden wir niemals bekommen. Am leichtesten umzusetzen wäre vermutlich der Mannschaftswettbewerb mit Vier-gegen-vier mit den Top-acht-Nationen, da wäre das Niveau auch richtig gut. Scheinbar steht das Olympische Komitee vor allem auf Mixed-Wettbewerbe. Hier würde sich der Team-Ziel-Wettbewerb als Mixed mit je zwei Männer und Frauen anbieten. In diesen beiden Wettbewerben würde ich meine Chancen nicht so schlecht sehen. Der Weitenwettbewerb wäre vom Verständnis her am besten zu verkaufen, aber ich weiß nicht, wie man das umsetzen könnte. Jeder schaut momentan darauf, was passiert, aber man kann sich noch nicht wirklich darauf vorbereiten. (ts)

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