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Es geht wieder los: Die Tennisvereine haben die spielfreie Zeit wie hier in Hausham genutzt, um ihre Plätze für die anstehende Saison zu präparieren.

Ab 11. Mai darf gespielt werden

Tennis im Landkreis: Neustart mit vielen Fragezeichen

  • vonHeidi Siefert
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Ab Montag, 11. Mai, darf auch im Landkreis Miesbach wieder Tennis gespielt werden. Doch bei dem Neustart gibt es noch viele Fragezeichen.

Landkreis – Die Tennisspieler atmen auf. Weil sie einen kontaktfreien Sport betreiben, dürfen sie ab Montag wieder aufschlagen. Wie genau sich die Rahmenbedingungen gestalten, war bis Redaktionsschluss offen. Insbesondere, was Hygienekonzepte auf den Anlagen angeht. Hinsichtlich des Punktspielbetriebs gibt es Rahmenkriterien, die gleich zu Beginn des Lockdowns an die Vereine kommuniziert wurden, doch es fehlen die Details für die „Übergangssaison 2020“.

Eine Meisterschaft soll ausgespielt werden. Mixed-Runde und offizielle BTV-Turniere sind abgesagt. Der Wettspielbetrieb beginnt am 8. Juni und wird nach hinten verlängert. Aktualisierte Terminpläne gibt es. Für Verlegungen haben Vereine mehr Spielraum. Klubs, die Mannschaften zurückziehen wollen, können dies bis 18. Mai ohne Sanktionen tun. Doch um darüber seriös entscheiden zu können, wäre mehr Informationen gut. Insbesondere im Kindertennis, bei dem ein wesentlicher Teil Team-Aufgaben sind.

Zu klären ist auch die Frage des LK-Systems zur persönlichen Leistungseinstufung der Aktiven. Wie sollen diese unter den gegebenen Umständen ihren aktuellen Status halten? Fragen, die auch die Vereine im Landkreis diskutieren.

SG Hausham

Matthias Müller

„Noch vor 14 Tagen hätte ich gesagt, Tennisspielen ist das Nebensächlichste der Welt“, sagt Matthias Müller, Spartenleiter Tennis bei der SG Hausham. Jetzt ist die Freude groß. Die Plätze an der Zentralen Sportanlage hat man in enger Abstimmung mit der Gemeinde vorbereitet. Aber welche Rahmenbedingungen wird es geben? Österreich und andere Bundesländer haben unterschiedliche Lösungsansätze. Als sich eine Wiederaufnahme des Tennis abzeichnete, tagte der Haushamer Vorstand per Zoom-Konferenz und informierte seine Mitglieder – rund 180 aktive Spieler, elf Erwachsenen- und sieben gemeldete Kinder- und Jugendmannschaften – über den Status quo. Aktuell besprechen sich die Teams, wobei die Damen 60 (Bezirksliga super) entschieden, heuer nicht zu spielen. Ob und wann und wie Unterricht in Gruppen stattfinden kann, ist noch offen. Geplant wird in kleinen Schritten – auch die für September geplanten Kreismeisterschaften der Jugend.

TV Dürnbach

Gerard Kremer

„Nur Laufen und Radfahren ist auf Dauer schon etwas freudlos. Das ändert sich jetzt wesentlich“, freut sich Gerhard Kremer, Vorsitzender des Tennisvereins Dürnbach. Am Wochenende bekommen die Plätze den letzten Schliff, dann kann es losgehen. Aber wie? „Leider haben wir noch keine genauen Informationen“, klagt Kremer und stellt dem Verband keine guten Noten für dessen Informationspolitik aus: „Die Rolle, die der BTV spielt, ist schwach.“ Während in anderen Sportarten – er selbst kennt es vom Golf – frühzeitig alles geregelt war, seien die Aussagen bisher nur provisorisch. Egal ob Hygienekonzepte, Trainings- oder Spielbetrieb. 13 Mannschaften hat der 270 Mitglieder starke Verein heuer im Liga-Spielbetrieb gemeldet. Nach dem Stimmungsbild in den Teams wird voraussichtlich keines bei den Medenspielen antreten. „Vernünftiger wäre es, das heuer zu lassen.“ Stattdessen wolle man daheim Spiele arrangieren.

TC Holzkirchen

Georg Paulus

„Wir freuen uns, dass man endlich Tennis spielen darf“, sagt Georg Paulus, Vorsitzender des knapp 450 Mitglieder starken TC Holzkirchen, bei dem eine externe Firma den Platz auf Vordermann gebracht hat. Im Vorstandskreis hat man sich Gedanken gemacht, wie das Rundherum zu bewerkstelligen ist, um gewappnet zu sein. 18 Mannschaften hat der Klub gemeldet. Im Erwachsenen-Bereich rechnet Paulus nicht mit Rückziehern. Falls einzelne Aktive Bedenken haben, ist die Spielerdecke dennoch ausreichend. Jugendwart Roland Schuler ist zurückhaltender: „Für mich ist es sehr fraglich, solange der BTV die Rahmenbedingungen nicht klar abgesteckt hat. Insbesondere im Kleinfeld- und Midcourt-Bereich, wo auf den verkleinerten Spielflächen sowie bei den Motorik-Übungen von allen Beteiligten ein Mindestabstand nur schwierig einzuhalten ist.“

Verhaltensregeln

Seit gestern stehen die „Hygiene- und Verhaltensregeln des BTV für Tennisanlagen während der Covid-19-Pandemie“. Grundprinzip ist die Eineinhalb-Meter-Abstand-Regel, die sowohl für An- und Abreise als auch auf dem Platz gilt. Umkleiden, Duschen und Aufenthaltsräume bleiben zu, Hallen und Terrassen ungenutzt. Tennisunterricht findet mit maximal vier Schülern und ohne direkten Kontakt beim Erklären statt.

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