Familiendrama mit drei Toten: Immer mehr Details bekannt - „Muss man erst mal setzen lassen“

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Von Hubertusstadion bis NHL: thinXpool-Chef Albrecht Schmitt-Fleckenstein (l.) plant in Holzkirchen die Produktionen, Cutter Daniel Toth so rgt als einer von über 150 Mitarbeitern für den richtigen Schnitt. 

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„Wir zeigen viel mehr Sport als Sky“

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Aus Holzkirchen in die Wohnzimmer der Sportbegeisterten in ganz Deutschland. thinXpool produziert im Jahr rund 1500 Live-Sport-Events.

Holzkirchen – Albrecht Schmitt-Fleckenstein ist einer, der Visionen umsetzt. In den 1990er Jahren baute er die „ran“-Redaktion mit auf. Beim Pay-TV-Sender arena setzte er Akzente in der Berichterstattung zur Fußball-Bundesliga, ehe er sich mit thinXpool selbstständig machte. Mit seinem eigenen Medien-Unternehmen setzt er Eishockey-, Basketball- und Fußball-Übertragungen um und etablierte unter anderem die „Servus Hockey Night“. In der Regel gedeiht, was er anfasst.

Nur eines wollte bislang nicht recht klappen: ein Eishockeymatch seiner Mitarbeiter im Holzkirchner Hubertusstadion. „Na und?“, mag man im ersten Moment meinen. Doch dieser Betriebssport wäre auch öffentlich interessant, denn das Team, das seine Büroräume nur einen Steinwurf vom Eisstadion entfernt hat, besteht zum Großteil aus (Ex-)Eishockeyprofis, die von der Marktgemeinde aus – unter anderem – die schnellste Mannschaftssportart der Welt in die Wohnzimmer bringen.

Wenn Patrick Ehelechner dieser Tage mit der kleinen Ausgabe seiner KühlBox, dem optischen Synonoym für sein gleichnamiges Interview-Format, durch die Vereinigten Staaten tourt und den Deutschen in der National Hockey League (NHL) seine Aufwartung macht, hat seine Reise in Holzkirchen begonnen. Wenn der Holzkirchner DEL2-Spieler Andreas Schwarz die U20-Nationalmannschaft, der er noch vor nicht allzu langer Zeit selbst angehörte, genau ins Visier nimmt, dann passiert das in der Thanner Straße. Und auch wenn Ex-Nationalspieler Rick Goldmann, der jüngst mit „Eiszeit“ die Faszination seiner Sportart zwischen zwei Buchdeckel packte, seine Tour zu den Spielorten plant, geschieht das in Holzkirchen.

1500 Live-Produktionen im Jahr

„Seit 2010 haben wir hier unsere Kernredaktion“, erzählt Albrecht Schmitt-Fleckenstein. Er ist in Düsseldorf mit Dauerkarte für die Düsseldorfer EG aufgewachsen, mit dem Fernsehen kam er in den Süden. Seit vielen Jahren lebt er in Holzkirchen und nutzte vor zehn Jahren die Chance, als die Räume einer ehemaligen Arztpraxis frei wurden. Weil er „keine Lust mehr hatte, immer nach München zu pendeln“. Er hat schnell Glasfaser besorgt und einen Schnittplatz eingerichtet. Er fühlt sich wohl im kleinstädtischen Umfeld, das noch etwas Nettes, Persönliches habe. „Seitdem sind wir hier und grad schön ist‘s“, sagt der Mann mit dem feinen Gespür für die Wünsche der Sport-Zuschauer zufrieden. In Holzkirchen hat thinXpool seine Redaktion und Disposition, die Technik sitzt in Unterföhring.

Zwölf Leute bilden die feste Crew. Dazu gibt es 140 freie Moderatoren und Kommentatoren in ganz Deutschland. Mehr als 1500 Live-Produktionen erstellen sie im Jahr, die Kunden von Magenta Sport mit Berichten und Hintergründen auf dem Laufenden halten. „Wir produzieren viel mehr Sport als Sky“, sagt Schmitt-Fleckenstein. Dazu gehören Live-Übertragungen aller 380 Spiele der Dritten Fußballliga, die Frauenfußball-Bundesliga, der Audi-Cup und der Sender „FC BayernTV LIVE“, etwa 500 Basketballspiele pro Saison sowie der wöchentliche Podcast „Abteilung Basketball“. Ähnlich umfangreich läuft die Deutsche Eishockeyliga (DEL); 14 Spiele jedes Wochenende plus Konferenz am Freitag.

Eishockey-Berichterstattung braucht Experten

Hatte thinXpool für Basketball zum Start 2014 schon einen Stamm von Mitarbeitern, erinnert sich Schmitt-Fleckenstein an die anfänglichen Herausforderungen, als drei Jahre später Eishockey dazu kam. Das sei ein Sport, den man sich nicht einfach aneignen könne. Hier braucht es echtes Verständnis und gelebte Leidenschaft. Umso mehr, als die meisten Zuschauer wirklich Ahnung haben und nicht oberflächlich abgespeist werden wollen. Entsprechend glücklich ist der Chef mit seinem Team. „Besser geht‘s nicht“, ist er überzeugt und schüttelt noch ein paar Hochkaräter aus dem Ärmel: Sven Felski, Rekordspieler bei den Eisbären Berlin, Basti Schwele, der mit dem EHC München von der Gründung bis in die 2. Bundesliga (heute DEL2) ging, oder der ehemalige DEL-Rekordspieler Andi Renz.

An den salopp aber fundiert formulierten Expertisen erfreuen sich die Eishockeybegeisterten regelmäßig. So, wie sie es wohl auch tun würden, wenn aus der Idee vom Benefiz-Spiel im Hubertusstadion irgendwann Realität werden würde.

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