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Am Fingerboard trainiert Stefan Rehm aktuell.

Tipps fürs Klettern

Training zuhause: Griffbrett ersetzt Kletterwand

Kletterer und Boulder-Liebhaber müssen derzeit auf ihre geliebten Kletterwände verzichten. Wie sie trotzdem Kraft aufbauen können, zeigt Stefan Rehm.

Otterfing – Kletterhallen haben geschlossen, vom Klettern im Freien wird von der Bergwacht und dem Deutschen Alpenverein (DAV) abgeraten. Dadurch soll das Risiko von Verletzungen und damit verbundenen Einsätzen verringert werden, denn Krankenhausplätze und Rettungskräfte werden gerade in anderen Bereichen dringender benötigt. So müssen auch die Kletterer kreativ werden, was das Training daheim anbelangt.

Griffbrett, Hangboard oder Fingerboard wird das Gerät genannt, mit dem man die für Kletterer so wichtige Griffkraft, also die Muskulatur in den Fingern, trainieren kann. Das Fingerboard ist ein Brett aus Holz oder Kunstharz, mit einer Auswahl an Griffen, Leisten und Löchern, an das sich Kletterer mit verschiedenen Übungen hängen können. Stefan Rehm, Mitarbeiter des Outdoor-Händlers Bergzeit in Otterfing und selbst leidenschaftlicher Kletterer, gibt Tipps für dieses spezielle Training.

Besonders wichtig: „Man sollte schon mindestens ein Jahr Klettererfahrung haben. Ansonsten hat man oft die falsche Körper- und Fingerhaltung, was schnell zu Verletzungen führt“, erklärt Rehm. Außerdem sollte man aufgrund der starken Belastung des Körpers über 18 Jahre alt sein. Bei allen Vorsichtsmaßnahmen habe das Fingerboard aber den Vorteil, dass sich die Fingermuskeln schnell aufbauen, sagt Rehm.

Durch Griffabstände lassen sich unterschiedliche Muskelgruppen ansprechen

Nach dem Aufwärmen vor allem der Finger durch beispielsweise Kneten eines Gummiballs kann es auch schon losgehen. Man unterscheidet am Griffbrett zwischen statischen Halteübungen und dynamischen Übungen wie beispielsweise Klimmzügen. Durch Ändern der Griffabstände kann man das Training zudem variieren und unterschiedliche Muskelgruppen ansprechen.

Für Anfänger oder Kletterer ohne Griffbrett sind die klassischen Klimmzüge eine gute Alternative. Rehm empfiehlt außerdem, die Ausdauer in diesen Zeiten eher zu vernachlässigen und sich stattdessen anderen Übungen zu widmen: „Neben allgemeinen Workouts für diverse Muskelpartien kann man sich auch mal Alternativen wie Yoga widmen. Dehnen und Mobilisierung sind auch wichtig.“ Fazit: Selbst wenn es nicht mit Klettern in den Bergen oder in der Halle zu vergleichen ist, gibt es auch für diesen Sport einige Möglichkeiten, die Zeit sinnvoll und effektiv zu überbrücken.  

Valerie Haberle

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