Nichts verlernt haben Julian und Brigitte Heubeck trotz fünfjähriger Pause.Blitznicht

TSA Saphir Holzkirchen

„Lassen uns von Corona nicht unterkriegen“

2020 sollte das Comeback-Jahr der Tänzer Julian und Brigitte Heubeck vom TSA Saphir Holzkirchen werden. Doch auch ihnen machte das Coronavirus einen Strich durch die Rechnung.

Holzkirchen – Elfmal Bayerischer Meister, zweimal Deutscher Meister und zweimal im Finale der Weltmeisterschaft – das sind nur die größten Erfolge in der Paartanzkarriere von Brigitte und Julian Heubeck. Bis 2015, denn in diesem Jahr kam Baby Nummer zwei des Ehepaares auf die Welt. Und so entschieden sich die Holzkirchner für eine Pause vom Turniergeschehen.

Nach fünfjähriger Abstinenz wollten die Tänzer Brigitte und Julian Heubeck wieder auf einem Großevent starten und ihre Siegesserie fortsetzen. Die Koffer für die Latein-WM in Alicante, Spanien, waren schon gepackt, da kam am Tag des geplanten Abfluges die Absage – wegen Corona.

„Für uns war aber immer klar, dass wir weiter machen wollen“, erklärt Brigitte Heubeck. Vor eineinhalb Jahren haben sie mit der Vorbereitung für den Wiedereinstieg begonnen: drei- bis viermal die Woche hartes Training und neue Choreografien in allen zehn Tänzen, sowohl Standard als auch Latein. Vor der Pause tanzten die beiden sogar sechs bis sieben Mal die Woche, doch mit Kindern und der Arbeit als Krankenschwester und Tierarzt sei es jetzt einfach schwieriger, sich die Zeit freizuschaufeln.

Tanzverbände kündigen Unterstützung an

Doch das waren nicht die einzigen Hürden, die die Tänzer überwinden mussten. „Am schwierigsten war für uns der Wiedereinstieg im Standard“, erklärt die zweifache Mutter. „Weil man da so eng mit seinem Partner zusammen tanzt und einfach alles stimmen muss.“

Dieses Jahr sollte für die Heubecks das große Comeback in der Klasse Senioren II sein, doch Corona durchkreuzte ihre Pläne. „Die WM wurde wirklich im letzten Moment abgesagt, wir hatten schon online eingecheckt – da war die Enttäuschung natürlich groß“, erinnert sich Brigitte Heubeck.

Doch der Rückschlag war nicht nur emotionaler Natur, auch finanziell hatte das Paar im Vorfeld viel investiert: Flug, Hotel, Tanzoutfit und allen voran die unzähligen Trainerstunden. Die Tanzverbände hatten zwar ihre Unterstützung angekündigt, doch wann und in welcher Höhe diese erfolgen wird, stehe noch in den Sternen. „Wir lassen uns von Corona nicht unterkriegen. Dafür haben wir zu viel Zeit und Muße reingesteckt“, betont Julian Heubeck.

Heubecks haben erstes Ziel bereits erreicht

Auch wenn sich ihr Comeback auf der ganz großen Bühne jetzt nach hinten verschoben hat, wollen sie weiterhin ihre Ziele verfolgen und da anknüpfen, wo sie aufgehört haben: Bayerische und Deutsche Meister werden und ins Finale der Weltmeisterschaft einziehen. Wann die beiden wieder in ihrer Heimhalle tanzen können ist unklar. Fest steht bisher nur, dass es nicht vor dem 29. Mai sein wird. „Es ist schon etwas lächerlich, dass man nicht mal als Ehepaar allein in der Halle tanzen darf“, zeigt sich Julian Heubeck genervt. Im Moment trainieren die beiden privat, versuchen sich fit und die Tanzfolgen auf dem aktuellen Stand zu halten.

Allerdings rechnet das Paar nicht damit, dass es mit den Turnieren noch im Laufe dieses Jahres weiter geht: „Man ärgert sich natürlich. Beim Tanzen ist jedes Jahr ein verlorenes Jahr, besonders in unserer Altersklasse“, erklären die Heubecks. Eines ihrer Ziele konnten sie aber bereits vor der Corona-Krise abhaken: Bei ihrem Comeback Anfang des Jahres gewannen sie ihre zwölfte Bayerische Meisterschaft.

Valerie Haberle

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