Felix Remuta hofft, sich für die Olympischen Spiele empfehlen zu können. (Archivbild)
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Felix Remuta hofft, sich für die Olympischen Spiele empfehlen zu können. (Archivbild)

Felix Remuta zwischen Olympia-Vorbereitung und Beruf

Remuta hat Spaß am Sport und der Ausbildung

  • vonChristoph Fetzer
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Am Wochenende hätte Felix Remuta eigentlich um die Deutsche Mannschaftsmeisterschaft turnen sollen, doch der Wettkampf fällt aus. Das nimmt ihm aber nicht den Spaß am Sport und seiner Ausbildung bei der Polizei.

Holzkirchen – Es gibt sicher Sportarten, bei denen die Einschränkungen durch Corona größer sind als beim Kunstturnen. „Zu zweit an einem Gerät turnen, funktioniert ja eh nicht“, sagt Felix Remuta. Der 22-jährige Holzkirchner hat seine Lockerheit auch in diesen unsicheren Zeiten nicht verloren. Er trainiert fast wie gewöhnlich – immer im Rahmen der geltenden Hygienevorschriften und Abstandsregeln natürlich. „Mein Trainer kann mich nicht bei allen Übungen halten“, erklärt er.

Das Training läuft im gewohnten Umfang, aber Wettkämpfe sind der Pandemie schon zum Opfer gefallen. An diesem Wochenende hätte Remuta mit der TG Saar eigentlich gegen die TV Wetzgau um die deutsche Mannschaftsmeisterschaft geturnt. Die wurde aber wie schon die Deutschen Meisterschaften und ein Bundesliga-Wettkampf abgesagt. So bleibt ihm das Training.

Der Holzkichner, der sich kürzlich einen Platz im Team Tokio erturnt und damit Chancen auf seine ersten Olympischen Spiele hat (wir berichteten), arbeitet sechs Tage die Woche an seinen Übungen. Am Boden ist er seit zwei Jahren bei einem Schwierigkeitsgrad von 6,2, am Sprung hat er noch eine halbe Schraube mehr in die Übung aufgenommen und damit den Schwierigkeitsgrad auf 5,6 erhöht. So sieht er sich gut aufgestellt für die interne Olympia-Qualifikation, die voraussichtlich im Mai stattfinden wird. „Der erste Schritt ins Team Tokio war megawichtig. Jetzt sind die Chancen ganz gut“, sagt er. Noch ist nicht klar, ob die Olympischen Spiele überhaupt im nächsten Jahr über die Bühne gehen. „Ich würde mich freuen, wenn sie 2021 stattfinden“, sagt Remuta. „Aber wenn wir jetzt gesagt bekommen würden, wir verschieben noch einmal ein Jahr, wäre das auch nicht so schlimm. Die Gesundheit der Menschen steht im Vordergrund.“

Remuta ist glücklich bei der Bayerischen Polizei

Neben dem Profisport absolviert der Holzkirchner weiter seine Ausbildung bei der Bayerischen Landespolizei. „Die Ausbildung ist auf online umgestellt. Wir versuchen aber, ein Stück Normalität zu bewahren“, sagt Remuta. Die nächsten Prüfungen seien für 11. Januar geplant.

Der Holzkirchner bringt Training und Lernen gut unter einen Hut. „Ich kann momentan wochentags nur einmal statt wie sonst zweimal trainieren. Aber das sind Abstriche, die ich gerne dafür mache, dass ich dann eine fertige Berufsausbildung habe“, sagt Remuta. „Die Bayerische Landespolizei organisiert das auch sehr gut für uns. Ich bin einfach froh, dass ich währenddessen weiter meinen Sport machen kann.“ Im Sommer hat er in Holzkirchen sein erstes Praktikum absolviert. Das hat ihn noch mehr bestärkt, die richtige Ausbildung gewählt zu haben. „Es macht mir Mega-Spaß, viel mehr, als ich mir vorgestellt habe. Das ist eine riesengroße Familie. Ich kann mir das auch für später vorstellen“, betont Remuta.

Polizeiuniform statt Turnanzug, dazwischen mindestens eine Olympiateilnahme – das wäre ganz nach seinem Geschmack.

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