Felix Remuta vom TSV Unterhaching erreicht bei seinem ersten internationalen Wettkampf gleich das Finale. afp
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Mit seiner Ringe-Übung war Felix Remuta bei der Olympia-Quali durchaus zufrieden. (Archivbild)

Felix Remuta nicht im Olympia-Kader – Zeit für Regeneration und Familie nutzen

Remuta richtet Blick schon wieder voraus

  • Sebastian Schuch
    VonSebastian Schuch
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Nach der verpassten Olympia-Qualifikation richtet der Holzkirchner Kunstturner Felix Remuta den Blick bereits wieder voraus. In der zweiten Jahreshälfte warten wichtige Termine auf den 23-Jährigen.

Holzkirchen/München – Am gestrigen Montag war die erste Enttäuschung über die verpasste Qualifikation für die Olympischen Sommerspiele in Tokio schon wieder verflogen: „Ich bin einfach erleichtert, dass es rum ist“, sagte der Holzkirchner Kunstturner Felix Remuta, der da schon bei bestem Wetter auf der Wiese in einem Freibad in Stuttgart lag. Dort musste er das vergangene Wochenende keinesfalls abwaschen, vielmehr konnte er sich einen Vorgeschmack auf die kommenden Wochen holen. „Ich weiß, ich bin am 5. Juli nach der Vorbereitung mit den anderen für das erste Halbjahr fertig und kann in Urlaub gehen. Ich nehme das Positive mit.“

Diesen Blick nach vorne zeigt der 23-Jährige auch, wenn er das vergangene Wochenende und die zweite Olympia-Qualifikation in München Revue passieren lässt. „Es war auf jeden Fall besser als in Dortmund“, sagt er Bezug nehmend auf die Deutschen Meisterschaften (wir berichteten). „Trotzdem hat nicht alles funktioniert. Ich habe ein paar kleinere Fehler gemacht, aber ich bin ganz zufrieden.“

Vor allem die Ringe-Übung und der Sprung, seine Paradedisziplin, seien ihm gut gelungen, am Pferd habe er sich durchgekämpft. „Am Reck habe ich noch mal was riskiert. Leider hat es sich nicht ausgezahlt.“ Trotzdem sei er froh, es probiert zu haben.

Am Ende belegte der Holzkirchner in der Münchner Olympiahalle Platz sieben und verpasste es damit, kurz vor den Spielen in Tokio mit einem Ausrufezeichen einen Kaderplatz zu ergattern. Wirklich groß sei die Enttäuschung aber nicht gewesen. „Ich konnte es mir zum großen Teil schon denken, da die erste Quali nicht gut war und auch die zweite nicht so überragend lief“, erklärt Remuta. Aber klar, traurig sei er im ersten Moment schon gewesen. Jetzt heißt es noch drei Wochen normal weitertrainieren, falls einem der Tokio-Fahrer etwas passieren sollte. Dann wird die Intensität vorerst geringer.

Remuta steht vor Abschluss seiner Polizei-Ausbildung

Darüber dürfte sich auch der Körper des 23-Jährigen freuen. Seit Anfang Februar haben die deutschen Turner mit Blick auf die Sommerspiele komplett durchgezogen, eine Europameisterschaft und eine Deutsche Meisterschaft geturnt. „Die vier Monate haben sich schon bemerkbar gemacht. Das staut sich über die Zeit auf.“

Neben den Füßen hat Remuta mittlerweile auch Probleme mit beiden Handgelenken und der Schulter – eine Pause dürfte da guttun. Zudem freut sich der Holzkirchner, auch mal etwas Zeit für sich zu haben, Ausgleichssport wie Tennis oder Beachvolleyball machen zu können und vor allem auf die Zeit mit der Familie.

Zu entspannt werden die nächsten Monate aber dennoch nicht – aus zwei Gründen: Am ersten Oktoberwochenende könnte Remuta vielleicht doch noch nach Tokio fliegen, zur Einzel-Weltmeisterschaft. „Da werde ich mich auf jeden Fall bewerben“, betont er. Und rund um den Jahreswechsel geht es in den Endspurt seiner Ausbildung bei der Bayerischen Landespolizei in Dachau. Vier schriftliche Prüfungen im Dezember und eine mündliche im Januar muss Remuta bestehen, dann ist er fertig und offiziell Polizeimeister.

Erst einmal wird sich Felix Remuta von den Strapazen der vergangenen Monate erholen und Daumen drücken: Dass seinen deutschen Mannschaftskameraden nichts passiert und sie in Japan gute Ergebnisse erturnen.

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