Nicht gerade zu den Lieblingsgeräten von Felix Remuta gehört das Pauschenpferd. Im Mehrkampf muss er allerdings trotzdem immer wieder ran – manchmal mit Auswirkungen auf folgende Geräte.
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Nicht gerade zu den Lieblingsgeräten von Felix Remuta gehört das Pauschenpferd. Im Mehrkampf muss er allerdings trotzdem immer wieder ran – manchmal mit Auswirkungen auf folgende Geräte.

Freude durch Platz zwölf im Mehrkampf getrübt

Felix Remuta Vize-Meister im Sprung: Silber mit Makel

  • Sebastian Schuch
    vonSebastian Schuch
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Platz zwei im Sprung, aber nur Platz zwölf im Mehrkampf: Über seinen Vize-Titel bei der Deutschen Meisterschaft kann sich der Holzkirchner Turner Felix Remuta nicht wirklich freuen.

Unterhaching/Dortmund – Deutscher Vize-Meister im Sprung liest sich auf den ersten Blick nicht schlecht. Doch der Holzkirchner Kunstturner Felix Remuta ist mit seinem Ergebnis bei den „Finals 2021“ in Dortmund nur bedingt zufrieden. „Ich bin froh, dass es noch mit einer Medaille geklappt hat“, sagt der 23-Jährige. „Aber es ist nicht das, was ich mit erhofft habe.“ Und das gleich aus mehreren Gründen.

Einerseits ist da natürlich die knapp verpasste Meisterschaft, nur 0,166 Punkte fehlten Remuta auf den Titelträger Leonard Prügel. „Ich hätte mit einem besseren zweiten Sprung gewinnen können“, ist der Holzkirchner überzeugt. „Der zweite Sprung lief nicht so, wie ich mir ihn vorgestellt habe. Da habe ich ein bisschen was verloren, was mich den Titel gekostet hat.“

Und dann war da noch der Mehrkampf bestehend aus Boden, Ringen, Pferd, Sprung, Barren und Reck. Da die Einzelfinals, und damit Remutas zweiter Platz, nicht für die Olympia-Qualifikation des Deutschen Turner-Bundes (DTB) zählen, kam es also auch stark auf das Abschneiden im Mehrkampf an. Und Remuta musste sich da mit Platz zwölf zufriedengeben. „Das macht mich traurig, weil ich viel Arbeit reingesteckt habe“, sagt er. Auch die Vorbereitung auf die Deutsche Meisterschaft sei gut verlaufen, nur im Wettkampf habe er das nicht abrufen können.

Eine Vermutung, woran das gelegen haben könnte, hat Remuta: „Ich denke, da habe ich mich vom Pferd und den Ringen runterziehen lassen.“ Nach einem ordentlichen Start am Boden lief es an den beiden Geräten nicht wirklich gut. Das wirkte sich dann auch auf das vierte Gerät aus. „Den Sprung kann ich normalerweise immer“, hadert Remuta. Am Barren und am Reck hat er zwar noch die Kurve bekommen, doch Platz zwölf im Mehrkampf kann beim Ziel Olympia-Quali durchaus als Rückschlag angesehen werden.

Ob der Holzkirchner mit zu den Spielen nach Tokio darf, entscheidet sich an diesem Samstag, 12. Juni. In München findet nach der Deutschen Meisterschaft die zweite Olympia-Quali statt. „Ich freue mich drauf, dass die Quali in München ist und ich die Möglichkeit habe, zuhause zu turnen“, betont Remuta, der „all-in“ gehen will. Das erste Ziel ist es, in den achtköpfigen Vorbereitungskader zu kommen – vier Turner plus ein Ersatzsportler fahren dann auch nach Japan. Andreas Toba und Lucas Dauser, Remutas Vereinskamerad vom TSV Unterhaching, dürften gesetzt sein. Bleiben voraussichtlich sechs Plätze im vorläufigen Kader für die Spiele.

Einer der besten deutschen Turner ist dabei zum Zusehen verdammt: Marcel Nguyen hat sich vor Kurzem einen Kreuzbandriss zugezogen. „Es ist nicht das, wie man es sich wünscht“, sagt Remuta über seine so etwas gestiegene Chance. „Nicht das, woran man zuerst denkt.“ Schließlich seien die deutschen Turner alle sehr gut befreundet – und der Unterhachinger weiß, wie wichtig die Gesundheit ist. Er selbst kämpft seit Jahren mit Fußverletzungen. „Aktuell geht es, ich habe aber immer Probleme, seit ich bei den Erwachsenen bin“, meint er. Er merke, dass er seit Februar durchtrainiere und auch schon eine EM und jetzt die Deutschen Meisterschaften geturnt habe. „Es ist hart, aber noch ist alles gut.“ Das soll es nach Samstag auch sportlich sein, wenn sich Remuta mit der „all-in“-Taktik ein Ticket für den vorläufigen Kader gesichert hat.

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