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Vorbereitung für das große Abenteuer: Hannes Hinterseer brachte sich vor dem Abflug ins Ungewisse noch mal in Form. Er setzte auf Höhentraining.  

„Das wird eine geile Erfahrung“

300 Kilometer: Hannes Hinterseer fordert Joey Kelly heraus

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Vor kurzem gewann Hannes Hinterseer (23) aus Schliersee seinen ersten Marathon. Jetzt wartet eine ungleich größere Herausforderung - sogar mit Kamera-Team: die Joey Kelly Survival Challenge. 

Schliersee – Der Name Hannes Hinterseer stand bisher für Triathlon – inzwischen hat der Schlierseer aber zunehmend Gefallen an reinen Laufveranstaltungen gefunden. Je extremer, desto besser. Erst vor Kurzem feierte der 23-jährige Sportsoldat seinen ersten Marathon-Sieg, jetzt scheinen rund 42 Kilometer schon nicht mehr zu reichen. Hinterseers nächste Herausforderung: Die Joey Kelly Survival Challenge, ein Langstreckenrennen mit dem Musiker der Kelly Family über rund 300 Kilometer, begleitet vom RTL-Format Stern TV. Wo der Lauf stattfindet, das ist ein bestens gehütetes Geheimnis. Auch der Sendetermin steht noch nicht fest.

Hinterseer hat sich eigentlich nur „zur Gaudi“ angemeldet - jetzt ist er dabei

Joey Kelly (auf dem Bus, 2.v.l.) mit der Kelly Family, einer preisgekrönten Musikgruppe der 80er- und 90er-Jahre. 

Am kommenden Samstag beginnt sie, die wohl größte Herausforderung seiner bisherigen Karriere. „Nur zur Gaudi“ angemeldet, wurde Hinterseer aus mehreren Hundert Bewerbern als Teilnehmer für die Joey Kelly Survival Challenge ausgewählt. Sein Arbeitgeber, die Bundeswehr, stellt ihn frei. „Die sehen das als gute Werbung.“ Schließlich ist ein Kamera-Team vor Ort.

„Ich wollte dieses Jahr mal was anderes machen. Den Kopf freikriegen und auch mehr Zeit für mich haben“

Zur Vorbereitung hat Hinterseer ein Höhentrainingslager in Kühtei absolviert. 

Der berühmte Tapetenwechsel. „Ich wollte dieses Jahr mal was anderes machen“, sagt Hinterseer. „Den Kopf freikriegen und auch mehr Zeit für mich haben.“ Die verbrachte er zu großen Teilen im Bus, in Slowenien, Italien und der Schweiz. Der Vorteil am Laufen: Es bedarf keiner Ausrüstung und ist überall möglich – das ideale Training für unterwegs. Zumal der Zeitaufwand deutlich geringer ist. „Mit einer Stunde Laufen hast du wesentlich mehr erreicht, als mit einer Stunde auf dem Rennrad“, erklärt Hinterseer. Negative Auswirkung hatte die Umstellung bislang nicht – den Tegernsee Triathlon gewann Hinterseer trotzdem.

Keiner der Teilnehmer weiß, wo die Reise hingeht

Seinen Lauf nimmt das Abenteuer mit der Anreise nach Berlin. „Wir treffen uns dann am Sonntagmorgen am Flughafen, erst dann erfahren wir, wo es hingeht.“ Gestartet wird zeitnah nach der Ankunft. 300 Kilometer Laufdistanz und Temperaturen zwischen minus fünf und plus 40 Grad – das sind die einzigen Informationen über das Rennen, mit denen Hinterseer und seine vier Mitstreiter bisher arbeiten können. „Das klingt nach Wüste. Vermutlich Tansania, das war schon im letzten Jahr das Ziel.“

Hinterseer hat zur Vorbereitung ein Höhentrainingslager absolviert

Zur Vorbereitung hat Hinterseer ein Höhentrainingslager in Kühtei absolviert. 

Neben den offensichtlichen Schwierigkeiten, die die Hitze und die hohe Luftfeuchtigkeit in Ostafrika mit sich bringen, erwartet die Athleten – sofern Hinterseer mit seiner Vermutung richtig liegt – eine weitere Herausforderung. Die Höhe: 1800 Meter über dem Meeresspiegel. Deswegen verbrachte Hinterseer die vergangenen Tage im Höhentrainingslager in Kühtai in Österreich. Heute beginnt für ihn die finale Phase der Vorbereitung: Energiespeicher vollmachen und Muskulatur entspannen.

Kelly bestimmt über die Nahrung der Teilnehmer und kennt als einziger die Strecke

Inzwischen ist Joey Kelly als Extremsportler unterwegs. 

Trotz frischem Selbstvertrauen nach seinem jüngsten Erfolg beim Silvretta-Run 3000, rechnet sich Hinterseer aber keine großen Chancen aus: „Kelly ist mental wahnsinnig stark.“ Zudem scheint alles auf einen Sieg des Extremsportlers ausgelegt zu sein: Kelly bestimmt, wann die Teilnehmer welche Nahrung zu sich nehmen und kennt zudem als einziger die Strecke – entsprechend gibt er die Geschwindigkeit vor. „Genau das ist die Schwierigkeit. Das ist viel anstrengender, als wenn ich mein eigenes Tempo laufen kann.“

„Vielleicht ist er sogar schon da, das erfahre ich erst am Sonntag“

Außerdem kann sich Kelly als einziger auf die Bedingungen vor Ort einstellen. „Vielleicht ist er sogar schon da, das erfahre ich erst am Sonntag.“ Seinen Rucksack hat Hinterseer schon gepackt: Isomatte, Biwak-Sack, Schlafsack, Rettungsdecke, Einmalbesteck, Sonnencreme, Zahnbürste und eine Garnitur Ersatzkleidung. So wenig wie möglich, so viel wie unbedingt nötig. Bleibt zu hoffen, dass es tatsächlich nach Tansania geht und nicht etwa nach Sibirien.

„Ich will gemeinsam mit Kelly ins Ziel kommen. Das hat noch keiner geschafft“

Warum man sich so etwas antut? „Ich will etwas erleben“, sagt Hinterseer. „Das wird eine geile Erfahrung.“ Und auch in Sachen Sponsoring und Steigerung seines Bekanntheitsgrades verspricht sich der Schlierseer einen Benefit. Dafür will er alles aus sich herausholen. „Ich will gemeinsam mit Kelly ins Ziel kommen. Das hat bisher noch keiner geschafft.“

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