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Glücksgefühle pur: Nach der Ziellinie reißt Andi Lenz voll Freude sein Rad in die Höhe.

Radsport

Andi Lenz überrascht beim Ötztaler

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Der Miesbacher Andi Lenz (27) wurde in 7 Stunden un 16 Minuten Vierter beim Ötztaler Radmarathon. Und war damit bester Deutscher. 

Ötztal/ Miesbach – Vier Pässe, 238 Kilometer und 5500 Höhenmeter. Über Kühtai, Brenner, Jaufen und Timmelsjoch führt der prestigeträchtige Ötztaler Radmarathon – die große Bühne für Amateurradler. Mit dabei waren auch der Schaftlacher Stefan Gottfried (26) und der Miesbacher Andi Lenz (27), die beide für das Geiger Medius Bike Base Team starten. In 7 Stunden und 16 Minuten überraschte Lenz als Vierter und bester Deutscher.

Über 4100 Sportler trotzten den schwierigen Bedingungen durch Regen und Kälte. Für Gottfried war das Rennen zu seiner großen Enttäuschung schon nach 20 Kilometern zu Ende, als sich unmittelbar vor ihm ein Sturz ereignete und ihm ein Konkurrent direkt ins Schaltwerk fuhr. Nachdem er sein Rad wieder halbwegs zum Laufen brachte, fuhr er noch bis aufs Kühtai, wo er schließlich aufgeben musste.

Besser lief es für Lenz. Am Kühtai war die Spitze bereits auf sieben Mann reduziert. Auch wenn der dort Führende ein hohes Tempo vorlegte, entschied sich der 27-Jährige dazu, mitzuhalten. Dann die Schrecksekunde am Brenner: Der Fahrer vor Lenz machte einen Schlenker und fuhr ihm ins Vorderrad – Lenz landete auf dem Boden. „Ich habe nicht eine Sekunde gezögert“, sagt der Miesbacher. „Habe mein Rad und die Brille gepackt und bin sofort wieder hinterher.“

Freudenschrei: Als Vierter fährt der Miesbacher über die Ziellinie.

Mit Erfolg. In der Abfahrt nach Sterzing schloss der 27-Jährige wieder auf. In St. Leonhard begann dann der 29 Kilometer lange Schlussanstieg mit 1800 Höhenmetern. „Bis zur Hälfte fühlte ich mich gut“, erzählt Lenz. „Dann sehnte ich als erstes die Verpflegung, dann das Flachstück und schließlich die Passhöhe herbei.“ Das letzte Stück schleppte sich der Radsportler Meter für Meter nach oben. „An der Mautstelle wurde ich dann kurz etwas emotional“, sagt der Miesbacher. „Weil ich wusste, was auch immer noch passieren würde, das war eine absolute Wahnsinnsleistung.“ Andererseits betete er, dass ihm nicht wie im vergangenen Jahr der Reifen platzen würde.

Auf den letzten Metern genoss der 27-Jährige dann die Einfahrt in Sölden. Hinter Mathias Nothegger (Österreich), Samuele Porro (Italien) und Patrick Hagenaars (Österreich) fuhr er als Vierter über die Ziellinie. Die Straßen waren von klatschenden und jubelnden Menschen gesäumt. Nach der Ziellinie stieg er ab, riss sein Rad in die Höhe und freute sich. „Es ist unglaublich, was ich geleistet habe.“

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