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Geschafft: Andreas Lenz kommt nach 11:34:18 Stunden bei der Ironman-Weltmeisterschaft ins Ziel. 

„Aufhören konnte ich ja auch nicht“

Andreas Lenz kämpft sich beim Ironman auf Hawaii ins Ziel

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Er hat es tatsächlich geschafft: Andreas Lenz (28) vom Geiger Medius Bike Base Team kommt bei der Ironman-Weltmeisterschaft ins Ziel. Der Weg dahin war hart.

Kona – Die meisten Triathleten, egal ob Amateure oder Leistungssportler, träumen sich wohl irgendwann zur Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii. Andreas Lenz tut das nicht mehr, der Miesbacher hat in der Nacht auf Sonntag die legendären 3,8 Kilometer Schwimmen, 180,2 Kilometer Radfahren (inklusive 1772 Höhenmeter) und 42,195 Kilometer Laufen (307 Höhenmeter) auf der hawaiianischen Hauptinsel gefinisht. Was sich nach einer enormen Herausforderung anhört, ist tatsächlich noch härter, als es sich ein Laie vorstellen mag: Schwimmen im offenen Pazifik ohne Neoprenanzug, böige Seitenwinde auf dem Fahrrad und knallende Hitze in der Lavawüsten der Vulkaninsel machen den Mythos um diesen Wettkampf aus. Lenz durchlebte all die Höhen und vor allem die Tiefen des Ironmans.

Andreas Lenz braucht für die Radstrecke 4:50:04 Stunden

„Der Start war natürlich schon ein Wahnsinn“, erzählt der 28-Jährige nun ein paar Tage später begeistert von seinem Hawaii-Abenteuer. Zuerst gingen die Profis ins Wasser, ehe alle paar Sekunden die anderen Athleten in ihren Altersklassen starteten. „Die Wellen im Wasser machen das Schwimmen nicht so leicht“, sagt Lenz, der dafür 1:22:28 Stunden brauchte. Auf der Radstrecke, wo er seine Stärken ausspielen konnte, sind die Teilnehmer dann relativ auf sich allein gestellt, auch weil kein Windschattenfahren erlaubt ist. „Beim Radfahren war ich bis auf ein paar Mitstreiter und die Fan-Spots ziemlich einsam“, erinnert er sich an die 4:50:04 Stunden auf dem Rennrad.

Andreas Lenz: „Da war ich so weit, dass ich keinen Bock mehr hatte“

Die größte Herausforderung folgte für Lenz beim Marathon. Auf den ersten 20 Kilometern hatte er enorme Probleme und dachte zwischenzeitlich ans Aufgeben. „Da war ich so weit, dass ich keinen Bock mehr hatte“, sagt Lenz. „Aber Aufhören konnte ich ja auch nicht. Dafür bin ich nicht angereist.“ Der Triathlet litt. Magenkrämpfe und Kreislaufprobleme zwangen ihn zum Gehen, er konnte einfach nicht laufen. „Dafür wurde ich so krass angefeuert“, dann zögert Lenz, überlegt kurz und sagt: „Wie noch nie. Die Zuschauer hätten mich am liebsten angeschoben, aber ich konnte einfach nicht.“

Aufgeben ist beim Ironman keine Option

Weil Aufgeben keine Option war, musste sich der 28-Jährige also irgendwie wieder fit bekommen. „Ich habe mich hingesetzt, mich ein bisschen gedehnt und die ein oder andere Yogaübung gemacht“, beschreibt der Miesbacher die Wendephase in seinem Rennen. Nach einer Orange und einer Banane ging es ihm tatsächlich besser, und er wagte sich wieder ans Laufen. Bei Kilometer 22 ging Lenz buchstäblich ein zweites Mal an den Start. „Das war der Wahnsinn. Endlich schien es nicht mehr ein Endlosmarsch zu werden.“ Die letzten Kilometer schaffte er relativ flott. „Schon lustig. Da, wo man beim Marathon sonst eingeht, ging es bei mir erst richtig los.“

Nach 11:34:18 Stunden kommt Andreas Lenz ins Ziel

Seinen Traum erfüllte sich Lenz dann nach 5:13:41 Stunden. Angekommen am Alii Drive nach insgesamt 11:34:18 Stunden wurde er von einer frenetisch jubelnden Fangemeinde empfangen, unter der sich auch Lenz’ Begleiter befanden – Schwester Maria, Freundin Michaela Köster und Geiger-Medius-Bike-Base-Teamkollege Stefan Gottfried. „Sie haben mich den ganzen Tag über aufgemuntert und unterstützt, da war es eine riesengroße Freude, ihnen auf der Zielgeraden in den Armen zu liegen, bevor ich dann die Ziellinie überschritten habe.“ Am Ende wurde er 1426. und 91. seiner Altersklasse (M25 - 29).

Lesen Sie auch: So hat sich Andreas Lenz auf den Ironman vorbereitet

Ein unvergesslicher Tag und ein extrem harter Kampf liegen nun hinter Lenz. „Die Zeit ist vielleicht nicht die, die ich mir erhofft hatte. Aber am Ende ist das doch egal.“ Andreas Lenz ist stolz, den Ironman auf Hawaii gefinisht zu haben – und zwar laufend und nicht gehend.

emi

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