Stolz auf ihre Wintersportlerinnen sind der Skiclub und die Gemeinde Schliersee, wie das Plakat am Ortseingang zeigt.
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Stolz auf ihre Wintersportlerinnen sind der Skiclub und die Gemeinde Schliersee, wie das Plakat am Ortseingang zeigt.

Durchwachsene Saison mit starken Schießleistungen

Hinz will von WM-Ergebnissen zehren

  • VonMichael Eham
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Vanessa Hinz hat eine durchwachsene Saison im Biathlon-Weltcup hinter sich. Aber: Sie kann vor allem von den WM-Ergebnissen zehren.

Schliersee – Der Biathlon-Weltcup 2020/21: Zusammengefasst war es für Vanessa Hinz eine durchwachsene Saison. Die Schlierseerin, die vor knapp drei Wochen ihren 29. Geburtstag feierte, erwischte einen schwachen Start, musste sich richtig reinbeißen und schließlich wieder ihren Kraftverlusten Tribut zollen. Am Ende, nach dem letzten Weltcup des Winters Ende März im schwedischen Östersund, steht für Hinz Platz 24 in der Gesamtwertung. „So lala“, antwortet die Schlierseerin auf die Frage nach ihrem Saisonfazit.

Vor allem in den ersten Rennen sei sie deutlich hinter ihren eigenen Erwartungen zurückgeblieben. Denn zu Beginn der Saison hatte Hinz massive Probleme, auf eine konkurrenzfähige Laufform zu kommen. Bezeichnend dafür war schon das erste Rennen der Saison, der Einzelwettbewerb in Kontiolahti (Finnland), bei dem Hinz in der Loipe 2:53 Minuten auf die Schnellste, die Norwegerin Malte Olsbu Roeiseland, verlor. 55 Starterinnen waren schneller als Hinz. Und auch ihre Teamkolleginnen blieben bis auf wenige Ausnahmen läuferisch hinter ihren Erwartungen zurück.

Scheinbar ratlos und mit konfusem Blick auf die läuferisch so starke Konkurrenz aus Skandinavien wandelte die deutsche Biathlonmannschaft durch die ersten Wochen der Saison. „Die Schwedinnen und Norwegerinnen sind traditionell zu Saisonbeginn schon fitter“, erklärt Hinz. Das liege auch daran, dass das norwegische Team schon erste interne Wettbewerbe vor Saisonstart austrägt. „Da ist es oft so, dass wir am Anfang noch nicht so mithalten können.“ Bis auf die dominierende Tiril Eckhoff hatten aber alle Athletinnen Probleme, ihre Form durch die gesamte Saison zu bringen.

Hinz: Habe viel am Schießen gearbeitet

Erst zum Weltcup in Antholz, jener Strecke in Südtirol, auf der Hinz 2020 Vizeweltmeisterin im Einzel geworden war, kam die Schlierseerin in dieser Saison richtig im Weltcup an. Platz zwölf im Einzel sicherte ihr immerhin die halbe WM-Norm, die sie aber dann wenige Tage später im Massenstart dennoch dramatisch verpasste, als sie nach drei fehlerfreien Einheiten im letzten Schießen gleich vier Scheiben verpasste und noch auf Rang 18 abrutschte.

Bis auf diesen einen Ausrutscher überzeugte Hinz in dieser Saison durch ihre starken Leistungen am Schießstand. 296 von 340 Schüssen fanden ihren Weg ins Ziel, was einer Trefferquote von 87 Prozent entspricht. Damit verbesserte Hinz ihre Quote im Vergleich zur Saison 2019/20 um sechs Prozentpunkte. „Ich habe viel am Schießen gearbeitet“, erzählt die Biathletin vom SC Schliersee. Immer wieder zeigte sie aufs Neue ihre Abgeklärtheit. Denn wenn in der Loipe Zeit verloren geht, muss die Leistung am Schießstand stimmen.

Hinz will Training im Sommer optimieren

Das bewies Hinz bei der Weltmeisterschaft auf der slowenischen Pokljuka, zu der sie mit einer Ausnahmeregelung vom Trainerteam mitgenommen wurde. Die Schlierseerin zeigte dort ihre besten Saisonrennen. Auf Platz zwölf im Sprint folgte ein starker sechster Rang in der Verfolgung. „Ich habe es wieder geschafft, zur Weltmeisterschaft topfit zu sein und mehr als das Maximum rauszuholen“, freut sich Hinz. „Das ist auch nicht selbstverständlich und der Anker, an dem ich mich festhalte.“ Das emotionale Highlight feierten die deutschen Damen zum Ende der Weltmeisterschaft, als Franziska Preuß der Staffel mit einer spektakulären Schlussrunde die Vize-Weltmeisterschaft sicherte.

Nach dem abschließenden Weltcup in Östersund ging es für einige DSV-Athletinnen noch in die Schweiz, wo sie die Saison ausklingen lassen konnten. Es ist das Ende eines besonderen Winters, in dem Vanessa Hinz viel über ihr Training gelernt hat. Dieses gilt es während des Sommers zu optimieren, um dann in der Olympiasaison 2021/22 maximal leistungsfähig zu sein.

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