Mit einer guten Laufleistung kann Vanessa Hinz in der Verfolgung am Samstag noch Plätze gutmachen. Im Sprint leistete sich die Schlierseerin einen Schießfehler.
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Mit einer guten Laufleistung kann Vanessa Hinz in der Verfolgung am Samstag noch Plätze gutmachen. Im Sprint leistete sich die Schlierseerin einen Schießfehler.

Schlierseerin kann sich in Verfolgung verbessern

27. im Sprint: Hinz will Energie zusammenkratzen

  • vonMichael Eham
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Durchaus zufrieden ist die Schlierseer Biathletin Vanessa Hinz mit dem 27. Platz im Sprint von Östersund. In der Verfolgung gilt es nun, sich für den Massenstart zu qualifizieren.

Schliersee/Östersund – Bei nahezu allen Athletinnen schwinden am letzten Weltcupwochenende die Kräfte ein wenig. So auch im deutschen Team. Vanessa Hinz ist im Sprint von Östersund (Schweden) am Freitagnachmittag 27. geworden. Die in dieser Saison so dominante Norwegerin Tiril Eckhoff machte auch über die 7,5 Kilometer einen richtig spritzigen Eindruck und siegte trotz eines Schießfehlers und der daraus resultierenden Strafrunde.

Auch die Schlierseerin Hinz musste eine Extrarunde von 150 Metern nehmen. Sie hat sich für das letzte Weltcupwochenende der Saison noch einmal vorgenommen, „die restliche Energie zusammenzukratzen“, sagt sie. Denn die Saison sei anstrengender gewesen. Zum einen gab es einen Weltcup mehr als noch im vergangenen Winter, und zum anderen musste sich Hinz immer wieder aus Löchern herauskämpfen. „Mich immer wieder aus einem Tief rauszuziehen saugt viel Energie“, sagt die 28-Jährige. „Noch nie war eine Saison psychisch so belastend.“

48 Sekunden war Hinz im Sprint langsamer als die Laufschnellste Hanna Sola aus Belarus. Für die Biathletin des SC Schliersee, die in dieser Saison läuferisch nicht immer mit der Weltspitze mithalten konnte, ist der Rückstand in der Loipe in Ordnung. „Ich war sogar ein bisschen überrascht, weil ich während der Woche keine schnellen Einheiten mehr gemacht habe, um die Energie fürs Rennen zu sparen“, erzählt Hinz.

Nachdem sie im Liegendanschlag eine souveräne und fehlerfreie Schießeinheit hingelegt hatte, verpasste ein Schuss in der Stehendeinheit sein Ziel. Mit einem Rückstand von knapp unter einer Minute geht Hinz mit einer relativ guten Ausgangsposition in das Verfolgungsrennen am Samstag (12.15 Uhr), um in dem schießlastigeren Wettbewerb einige Plätze gutzumachen. Denn insgesamt sind die Abstände im Endklassement des Sprintwettbewerbs relativ gering.

Damit Vanessa Hinz auch das letzte Rennen der Saison bestreiten darf, muss sie in der Verfolgung noch einmal eine gute Leistung zeigen. Denn für den Massenstart am Sonntag (13 Uhr) qualifizieren sich nur die 25 besten Athletinnen im Gesamtweltcup. Durch das Sprintrennen rutschte Hinz zwei Plätze ab und wäre als 25. in der Gesamtwertung gerade so noch mit dabei. „Ich mag die Massenstarts gerne und will auf jeden Fall noch mal mitlaufen“, sagt Hinz am Freitagnachmittag.

Peiffer: Erst mal kein Trainer

Beim Weltcupfinale nicht mehr am Start ist Arnd Peiffer, der am Dienstag sein Karriereende verkündete. Der Niedersachse, der seit 2016 in Holzkirchen wohnt, feierte am Donnerstag seinen 34. Geburtstag und blickt auf eine bewegende Karriere zurück (wir berichteten). Zwar stand die Entscheidung schon länger fest, verriet Peiffer am Freitag im ARD-Interview, „für mich war aber auch klar, dass ich das kurz und knackig verkünden werde“. Jetzt stehe vor allem die Familie im Vordergrund.

So ganz vom Sport lösen kann er sich nach der langen Karriere aber doch nicht. „Ich werde versuchen jeden, oder zumindest jeden zweiten Tag Sport zu machen“, sagte er. Das nicht zu tun, „täte mir physisch und psychisch nicht gut“. Eine Karriere nach der Karriere strebt der 34-Jährige nicht direkt im Anschluss an. Er habe mehrere Optionen und werde sich im Laufe des Jahres – auch in Absprache mit seinem Arbeitgeber, der Bundespolizei – entscheiden, wie seine Zukunft aussehen sollte. Er sehe sich allerdings nicht direkt als Trainer. „Ich glaube, mir tut es auch ganz gut, erst mal einen gewissen Abstand zum Sport zu haben.“ In naher Zukunft steht aber erst einmal Abtrainieren auf der To-do-Liste.

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