Überragendes Schießen: Vanessa Hinz räumte bei der WM-Verfolgung alle 20 Scheiben ab und holte dadurch ihr bestes Saisonergebnis.
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Überragendes Schießen: Vanessa Hinz räumte bei der WM-Verfolgung alle 20 Scheiben ab und holte dadurch ihr bestes Saisonergebnis.

Hinz in Verfolgung fehlerfrei zu Platz sechs – Peiffer von 36 auf 20

Hinz ist pünktlich zur WM voll da

  • vonMichael Eham
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Bei der WM präsentiert sich Biathletin Vanessa Hinz bislang in Top-Form. Sie überzeugte in Sprint und Verfolgung. Arnd Peiffer macht im Verfolger immerhin einige Plätze gut.

Landkreis/Pokljuka – Vor ihrem Start in die Biathlon-Weltmeisterschaft verneinte Vanessa Hinz, einen zusätzlichen Druck zu verspüren. Sie wolle auf der Pokljuka einfach ihre besten Saisonrennen zeigen. Nach diesem Wochenende lässt sich das schon fast als eine Drohung an die Konkurrenz auffassen. Denn die Biathletin vom SC Schliersee zeigte pünktlich zu den Welttitelkämpfen, dass sie in Topform ist.

Nach zuvor verpasster WM-Norm rannte sie im Sprint am Samstag auf Platz zwölf und legte in der Verfolgung am Sonntag sogar noch einen drauf. Ohne einen einzigen Fehler in allen vier Schießeinheiten zeigte sie ihr bestes Saisonrennen und wurde starke Sechste. „Es war heute einfach ein verdammt schöner Tag“, resümiert Hinz nach dem Verfolgungsrennen am Sonntag.

„Mein Ziel war es, das beste Rennen bei der WM zu zeigen und das ist mir heute gelungen“, sagte Hinz nach ihrem Sprintauftritt am Samstag. Dabei herrschten nahezu perfekte Bedingungen, wenn es nicht so unfassbar kalt gewesen wäre. Bei minus zehn Grad Celsius mussten die Biathletinnen nach den Runden in der Loipe am Schießstand cool bleiben. „Es war ein bisschen windig und zapfig“, meinte Hinz, die mittlerweile auch in der Loipe aktiv mitlaufen und ein Rennen gestalten kann – ganz anders als noch im ersten Drittel der Saison, als die 28-Jährige läuferisch nicht mit der Weltspitze mithalten konnte. „Es tut mir gut, einfach auch mal vorne mitzulaufen und das gute Gefühl aus Antholz mitzunehmen“, sagt Hinz. Im Sprint legte sie ein fehlerfreies Liegendschießen hin und musste nach dem Stehendanschlag einmal in die Strafrunde. Zur Aufregung vor dem Start in die Weltmeisterschaft mischte sich die Freude, mit dabei sein zu können.

Dass die Entscheidung des Trainerteams, Hinz für den Sprint und damit auch eine mögliche Verfolgung zu nominieren, die richtige war, zeigte die Schlierseerin dann erst recht im Verfolger am Sonntag. „Es war für mich ein perfektes Rennen und mit dem sechsten Platz bin ich mehr als zufrieden“, freut sich Hinz, die nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen vor allem am Schießstand richtig viel Selbstvertrauen tanken konnte. „Ich habe wirklich um jeden Schuss gekämpft“, erzählt sie mit Blick auf den tückischen Schießstand. „Es schaut vermeintlich leicht aus, aber der Schießstand ist nicht einfach.“ Mit einer hundertprozentigen Trefferquote – ein Kunststück, das keiner ihrer deutschen Teamkolleginnen gelang – in der Verfolgung dürfte die Biathletin vom SC Schliersee auch für den Einzelwettkampf am Dienstag (12.05 Uhr) gesetzt sein. Dort würde sie als amtierende Vizeweltmeisterin ins Rennen gehen.

Peiffer erneut bester Deutscher

Zwar blieben die deutschen Frauen mit Denise Herrmanns vierten Platz im Sprint und Franziska Preuss’ fünften Platz in der Verfolgung ohne Medaille, doch das Teamergebnis der Frauen liest sich schon deutlich besser als das der Männer. Arnd Peiffer war im Sprint am Freitag als 36. der beste deutsche Starter (wir berichteten). „Ich wollte mich von Runde zu Runde vorarbeiten“, erzählt Peiffer von seiner Renntaktik in der Verfolgung, bei der er mit der fünftbesten Zeit aller Starter 20. wurde.

Läuferisch gehörte Arnd Peiffer in der Verfolgung zu den besten Biathleten.

Auf ein fehlerfreies erstes Liegendschießen folgten im zweiten Anschlag zwei Fehler. Im Stehen kam dann noch mal je ein Fehler dazu. Die guten Schüsse gelte es zu reproduzieren, dann sei auch mal eine Schießleistung von 90 Prozent drin. „Jetzt geht es in die zweite Hälfte der WM, wir haben schon noch was vor“, sagt der Wahl-Holzkirchner angriffslustig. Er wird am Mittwoch (14.30 Uhr) im Einzel seine nächste Chance bekommen.

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