Bilder vom Benefizspiel: SC Wörnsmühl gegen SpVgg Unterhaching
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Der SC Wörnsmühl (in Gelb) konnte gegen die SpVgg Unterhaching nicht viel ausrichten.
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Die zahlreichen Zuschauer unterstützten den guten Zeck des Benefizspiels.
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Der SC Wörnsmühl (in Gelb) konnte gegen die SpVgg Unterhaching nicht viel ausrichten.
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Über den Erlös des Spiels freuten sich (v.l.) Max Ostermeier, Michael Seelbach, Manni Schwabl und Tilo Ruttmann. Das geld geht an ALS-Patient Seelbach.
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Der SC Wörnsmühl (in Gelb) konnte gegen die SpVgg Unterhaching nicht viel ausrichten.
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Die zahlreichen Zuschauer unterstützten den guten Zeck des Benefizspiels.
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Auf der Bank der Wörnsmühler war man etwas ratlos.
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Auf der Bank der Wörnsmühler war man etwas ratlos.

400 Zuschauer für einen guten Zweck

Das Benefizspiel des SC Wörnsmühl gegen die SpVgg Unterhaching

Ein besonderes Fußballspiel bekamen die Zuschauer beim SC Wörnsmühl zu sehen. Bei optimalem Fußball-Wetter war dort die SpVgg Unterhaching mit Manfred Schwabl zu Gast. Das Ergebnis von 2:10 war da zweitrangig.

Wörnsmühl

-  Zunächst war nicht klar, ob Michael Seelbach (52) zum für ihn ausgerichteten Benefizspiel überhaupt würde erscheinen können. Denn der Gesundheitszustand des Fischbachauers, der an Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) – einer degenerativen Erkrankung des motorischen Nervensystems – erkrankt ist, lässt Ausflüge häufig nicht zu. Doch er kam und blieb nicht nur über die 90 Minuten der Partie des SC Wörnsmühl gegen die SpVgg Unterhaching, sondern ließ den Tag auch noch gemütlich bei einem Weißbier ausklingen. „Eigentlich war es zu lang für mich“, bemerkt Seelbach. „Doch das ganze Ambiente war so schön, dass ich nicht fahren wollte.“

Rund 400 Zuschauer kamen, um das Ambiente mitzuerleben. „Damit müssen wir zufrieden sein“, findet SC-Vorsitz Max Ostermeier. „Vom ganzen Event her hat alles super gepasst.“ Am frühen Nachmittag spielte die Wörnsmühler D-Jugend gegen die U11-Junioren der Spielvereinigung. Die Jungteams trennten sich 2:2 und ließen dann die Großen ran.

Ein Gänsehautmoment ergab sich bereits beim Anstoß. Den durfte Seelbach selbst ausführen. Es folgte ein Sommerpausenkick von – wenig überraschend – überlegenen Hachingern und wacker dagegen haltenden Gastgebern. Bis zur 17. Minute hielten die das 0:0, dann erst gelang den Gästen durch Stefan Schimmer der Führungstreffer. Zur Pause stand es 0:4.

Unterhaching gab nicht Vollgas. Jedoch trug auch Wörnsmühls Schlussmann Thomas Schönauer dazu bei, das gesteckte Ziel nicht zweistellig zu verlieren, möglichst zu halten. Beim Stand von 0:8 ermöglichten die Gäste dem SC in der 78. Minute noch einen Ehrentreffer. Nicht geplant war allerdings, dass noch ein zweiter folgen würde. Wörnsmühl entdeckte Kraftreserven und wollte die Aufsteiger aus dem Münchner Süden noch ein wenig ärgern. Treffer Nummer zwei erzielte dabei ausgerechnet Andreas Fichtner – gegen seinen Zwillingsbruder Matthias im Tor der Hachinger. Ein Grinsen konnten sich in dem Moment beide nicht verkneifen. „Das hat mich schon gefreut, denn den zweiten Treffer wollten sie nicht mehr“, sagt der Torschütze. Sein Bruder fügt an: „Das darf ich mir jetzt wieder ewig anhören.“ Zwei Wettbierkästen sprangen durch den Treffer für Andreas Fichtner heraus. Das erste Spiel gegen seinen Bruder, der früher selbst für Wörnsmühl kickte, dürfte sich gelohnt haben.

Nicht zweistellig zu verlieren klappte trotz des Wörnsmühler Aufbäumens allerdings nicht. In der 85. und der 90. Minute traf Schimmer erneut und markierte den 2:10-Endstand. Besonders ärgerte sich darüber aber niemand, denn es war die „schöne Atmosphäre“, so SpVgg-Präsident Manfred Schwabl, die an diesem Tag zählte.

„Die Wertschätzung ist der entscheidende Punkt“, fügt Schwabl an. „So eine Veranstaltung für einen ehemaligen Sportler – das hat was.“ Seelbach selbst spielte in seiner Jugend Fußball, danach widmete er sich vor allem dem Mountainbike-Sport. „Ich war Vollblut-Sportler, ein total trainiertes Kraftpaket“, erzählt er. „Da bin ich durch meine Krankheit richtig rausgerissen worden.“

Es sind nicht nur die körperlichen Beschwerden, mit denen ALS-Patienten zu kämpfen haben. Auch die psychische Belastung ist enorm. „Die meisten nehmen Psychopharmaka“, bemerkt Seelbach. Auch er kommt häufig an seine Grenzen. Gerade derartige Veranstaltungen bauen die Motivation auf, um „weiterzumachen und nicht aufzugeben“. Das sei auf jeden Fall gelungen. „Die Solidarität, die mir hier zu Teil wurde, hat mir besonders gefallen.“

Seelbach dankt allen Beteiligten, von den Verantwortlichen Max Ostermeier, Manfred Schwabl, Tilo Ruttmann und Fischbachaus Bürgermeister Josef Lechner über alle Sportler und Helfer. „Vom Kassierer bis zum Wurstsemmelverkäufer.“ Auch Schwabl war vollauf zufrieden. Denn als er Seelbach ein Trikot mit allen Spielerunterschriften überreichte, sagte der: „Ab sofort bin ich Haching-Fan.“

Sofia Eham

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