1. Startseite
  2. Sport
  3. Lokalsport
  4. Landkreis Miesbach

„Ein bissl Hockey geht immer“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Sebastian Schuch

Kommentare

null
Daheim: Hier produziert Christoph Fetzer sein Portal bisslHockey. © Thomas Plettenberg

Für den Merkur schreibt Christoph Fetzer meistens über alpinen Wintersport. Doch seine wahre Sportleidenschaft gehört dem Eishockey. Deshalb hat er ein neues Projekt gestartet.

Schliersee – Bei den YouTube-Videos von bisslHockey wird schnell klar, für welchen Klub aus der Region das Herz von Christoph Fetzer schlägt. Beim Round Table mit Sebastian Böhm und Bernd Schwickerath trägt er oft eine Cap des TEV Miesbach. Im Videochat spricht das Trio dann über eigentlich alles, was rund um den Eishockey-Sport wichtig ist – abseits des Tagesgeschäfts.

Für die Heimatzeitung schreibt Christoph Fetzer meistens über den alpinen Wintersport, Viktoria Rebensburg und Marlene Schmotz. Seine wahre Leidenschaft ist aber das Eishockey. Dafür bleibt ihm als freier Sportjournalist – der 37-Jährige kommentiert beispielsweise die Fußball-Bundesliga – aus terminlichen Gründen nur wenig Zeit. Zwar kommentiert Fetzer bei Magenta Sport auch Spiele der Deutschen Eishockey-Liga (DEL), aber geht es nach ihm, darf es ruhig ein bisschen mehr Eishockey sein. Deshalb hat er vor etwa zwei Monaten sein eigenes Projekt gestartet: bisslHockey.

BisslHockey: Blog, Podcast und Video-Format

„Ich glaube, dass es im Eishockey mehr Geschichten zu erzählen gibt“, sagt Fetzer. Mehr als Spiel X endete 4:3, Spieler Y wechselt von A nach B. „Es soll hintergründiger sein, mehr in die Tiefe gehen.“ Das kann freilich ein aktuelles Thema sein – aber eben nur als Aufhänger. Im ersten YouTube-Video beispielsweise nahm Fetzer einen Check von Christopher Rumble (Iserlohn Roosters) im DEL-Spiel gegen die Nürnberg Ice Tigers – Rumble wurde für drei Spiele gesperrt und zu einer Geldstrafe verurteilt – zum Anlass, mit Böhm und Schwickerath über die Verhältnismäßigkeit von Strafen im Eishockey, aber auch anderen Sportarten, zu sprechen. Aktueller Anlass, gespickt mit Hintergründen. Klar ist aber auch: „Wir laufen nicht jeder Meldung hinterher.“

Mit Böhm und Schwickerath hat Fetzer zwei Gleichgesinnte gefunden, die genauso Eishockey-narrisch sind wie er selbst und die bisslHockey unterstützen möchten. Die Videos – mittlerweile sind es elf – sind aber nur ein Teil von bisslHockey. Auf der Website bloggt Fetzer zudem, schreibt über das Eishockey-ABC oder die kürzlich eingeführte Rubrik „Rückennummer des Tages“. Außerdem gibt es den Round Table, das Gespräch mit Böhm und Schwickerath, mittlerweile als Podcast. „Viele haben gesagt, es wäre cool, wenn es das auch als Podcast gebe“, erklärt Fetzer. Den kann man auch mal nebenher hören –oder für unterwegs runterladen. Für Fetzer, der sein Volontariat beim Radio absolviert hat und mit den Hockey Buddies bereits einen Podcast aufgebaut hat, natürlich ein Steckenpferd. Die Buddies integriert er künftig in bisslHockey – und bringt so einen Teil der Zuhörer direkt mit.

null
Im Einsatz: Christoph Fetzer im Gespräch mit dem „DEL-Spieler des Jahres“ Marcel Noebels. © Privat

BisslHockey: Über 1000 Klicks auf erstem Video

Dabei geht Fetzer, wie erwähnt, weg vom derzeit eh auf Eis gelegten Hockey-Tagesgeschäft. So spricht er beispielsweise in einer Podcast-Folge mit Merkur-Sportreporter Günter Klein über die DEL-Saison 1994/95. Eine Zeit, in der der heute 37-Jährige gerade selbst erste Eishockey-Erfahrungen gesammelt hat. „Mit 11 oder 12 Jahren bin ich das erste Mal selbst auf dem Haushamer Eisplatz gestanden“, erinnert er sich. Und ist Fan vom TEV Miesbach gewonnen – wenngleich er heute beruflich nicht mehr so viel Zeit hat, die Spiele des frisch gekürten Bayerischen Meisters zu besuchen. „Wenn es sich ausgeht, gehe ich aber gerne hin.“

Der Weg aus seinem Wohnort Schliersee ist auch nicht so weit. Dort kümmert sich Fetzer auch um alles, was mit bisslHockey zu tun hat – wann immer es die familiären Verpflichtungen zeitlich eben zulassen. Und „sein Baby“ ist gut angelaufen. Über 1000 Klicks hat das erste YouTube-Video gesammelt, rund 5000 sind es insgesamt. „Mir war bewusst, dass es erst mal zurückgehen wird“, sagt Fetzer. Schließlich muss sich der Kanal erst mal etablieren. Mit über 250 Abonnenten hat er aber schon einen Stamm beisammen.

BisslHockey will analytischen Ansatz bieten

Doch die nationale Konkurrenz ist groß. „Es gibt viele gute Eishockey-Podcasts“, sagt er anerkennend. Aber: „Was mir ein bisschen fehlt, ist der analytische Ansatz.“ Den will er nach den Eishockey Buddies mit bisslHockey hinzufügen. Es sei zwar immer noch „nur“ Eishockey, aber auf einer anderen Ebene, findet er. Und ein bisschen hilft ihm sein Beruf als Kommentator dabei, auch an die richtigen Leute ranzukommen.

Leben kann Fetzer von seinem jüngsten Projekt freilich noch nicht – wenngleich er das schon schön fände. Dabei verzichtet er auf Sponsoren, sondern setzt auf die freiwillige Unterstützung der Leser und Zuhörer. „Ich wollte niemanden, der die Geschichte in eine bestimmte Richtung drängt“, begründet Fetzer. Bei dem Supporter-Modell hat er sich an sich selbst orientiert. „Ich gebe auch lieber freiwillig etwas, weil es mich interessiert.“ Er hofft, dass die Unterstützer seine Arbeit wertschätzen, denn: „Ein bissl Hockey geht immer“.

Lese- und Hörstoff

von Christoph Fetzer rund um den Eishockey-Sport gibt es im Internet auf www.bisslhockey.de. Mit dem gleichen Begriff findet man sein Projekt auch bei YouTube, Twitter und allen gängigen Podcast-Plattformen.

Auch interessant

Kommentare