Erstmals im Finale stand Cheyenne Loch in diesem Winter in Bad Gastein – die große Emotion blieb aus. Der Heimweltcup am Götschen wird das letzte Profi-Rennen der Snowboarderin des SC Schliersee sein.
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Erstmals im Finale stand Cheyenne Loch in diesem Winter in Bad Gastein – die große Emotion blieb aus. Der Heimweltcup am Götschen wird das letzte Profi-Rennen der Snowboarderin des SC Schliersee sein.

Cheyenne Loch beendet nach Saisonfinale am Götschen aktive Karriere

Cheyenne Lochs Abschiedsrennen auf besonderer Strecke

  • vonSofia Eham
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Cheyenne Loch absolviert derzeit die beste Saison ihrer Karriere, doch nach dem Abschluss in Berchtesgaden ist Schluss. Die 26-Jährige beendet ihre aktive Laufbahn.

Schliersee/Berchtesgaden – Cheyenne Loch vom SC Schliersee eröffnet das Weltcup-Finale der Raceboarder am Götschen in Berchtesgaden mit einem Paukenschlag: Für sie ist nach diesem Wochenende Schluss, sie wird ihre aktive Karriere im Alter von erst 26 Jahren beenden. „Ich habe die Leidenschaft und den Spaß ein Stück weit verloren“, begründet sie ihre Entscheidung.

Ausgangspunkt für diesen Schritt war ihre letzte Operation im Dezember 2019 – die insgesamt vierte innerhalb von nur drei Jahren. „Schon vor der OP habe ich mir gesagt, dass ich nur noch einen letzten Versuch starte“, sagt Loch. „Die Saison 2020/21 wollte ich fahren und schauen, wie es sich entwickelt.“

Sportlich gesehen verlief die Saison mehr als ordentlich: Dreimal wurde sie in diesem Winter Zweite und belegt im Gesamtweltcup aktuell den vierten Rang. Doch emotional sei der Funke nicht mehr zurückgekommen. Sie erklärt dies beispielhaft am Rennen in Bad Gastein, wo sie zum ersten Mal in ihrer Karriere das Halbfinale überstand und mit dem zweiten Platz ihr bestes Weltcup-Ergebnis einfuhr: „Ich habe einfach gemerkt, was das mit mir macht – beziehungsweise eben nicht macht“, erzählt sie. „Das Podium gab mir nicht mehr so viel wie früher und dann stimmt einfach die Relation nicht mehr zu dem, was ich meinem Körper zumute.“ Denn schmerzfrei konnte sie in dieser Saison eigentlich kein Rennen bestreiten.

Loch kann sich Arbeit im Nachwuchsbereich vorstellen

Nach der Rücktrittserklärung von ihrer Zimmerpartnerin Selina Jörg ist das für Snowboard Germany bereits die zweite Hiobsbotschaft. Lochs Entscheidung fiel allerdings unabhängig von ihrer Teamkollegin. Es habe aber gutgetan, sich schon auszutauschen, bevor die Katze dann aus dem Sack war. Ähnlich wie für Jörg waren auch für Loch die Olympischen Winterspiele in Peking 2022 kein zusätzlicher Motivator mehr: „Olympia war für mich nie ein so großes Ziel, auf das ich in Vier-Jahreszyklen hingearbeitet habe“, sagt sie.

Wie sich das Kapitel nach ihrer Profikarriere gestaltet, steht derweilen noch nicht sicher fest. Loch ist bei der Bundespolizei angestellt und plant hier in den nächsten Wochen, einige Gespräche über die weiteren Schritte und Möglichkeiten zu führen. Andreas Scheid und Prof. Michael Hölzl, Sportdirektor und Präsident von Snowboard Germany, signalisierten aber bereits, dass die Tür, in welcher Funktion auch immer, für sie offen stehe. Für die Zukunft könnte sich Loch eine Zusammenarbeit, gerade im Nachwuchsbereich, grundsätzlich durchaus vorstellen.

Loch will noch mal Spaß haben

Zunächst stehen aber noch der letzte Parallel-Slalom sowie eventuell auch der Teambewerb am Sonntag auf ihrer Agenda. Mit Berchtesgaden hätte es wohl keinen besseren Ort für ihr eigenes Finale geben können, denn mit dem Götschen verbindet Loch so viele Erinnerungen wie an kaum ein anderes Skigebiet: „Ich habe dort extrem viel Zeit verbracht durch meine Jahre am Sportgymnasium in Berchtesgaden. Nach der Schule sind wir immer dort heruntergefahren“, erzählt Loch. „Für mich ist es cool, dass sich hier der Kreis schließt.“

Sportlich möchte sie dabei natürlich auch noch mal angreifen – und zum Beispiel ihren dritten Platz im Slalom-Weltcup verteidigen. Doch für ihr letztes Rennen hat sie sich vor allem ein Ziel gesetzt: „Einfach noch mal richtig Spaß haben und genießen.“

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