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Mit Board und Blumen: Cheyenne Loch strahlt auf dem Siegerpodest in Cortina d’Ampezzo.

Snowboard 

Endlich den Kopf ausgeschaltet

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Cortina d’Ampezzo/Neuhaus – Cheyenne Loch rast im Weltcup in Cortina d’Ampezzo auf Platz drei. Nur 0,01 Sekunden fehlen ihr dabei auf die Olympiasiegerin.

Keiner hat wohl weniger damit gerechnet als Cheyenne Loch selbst. „Ich bin hingekommen und hab’ gedacht: Das ist ein Hang, der liegt mir überhaupt nicht.“ Dann fuhr die 21-jährige Raceboarderin beim Parallel-Slalom in Cortina d’Ampezzo (Italien) in der Qualifikation die schnellste Zeit. Im Halbfinale war sie nur um 0,01 Sekunden langsamer als die spätere Siegerin Patrizia Kummer (Schweiz). Im kleinen Finale holte sich Loch Platz drei – ihr bestes Ergebnis bei ihrem erst 17. Weltcup-Start.

„Ich hab’ mir vorher keine großen Hoffnungen gemacht“, sagt Loch. Genau diese Einstellung war wohl der Schlüssel zum Erfolg: „Ich hab’ endlich mal den Kopf ausgeschaltet.“ Dass die Neuhauserin boarden kann, war vorher klar. Vor allem ihre Coaches wissen das und glauben an Loch. Im Training bringt sie regelmäßig Spitzenleistungen, nur im Wettkampf hat es bislang noch nicht so richtig geklappt. Ihr bestes Ergebnis war der 15. Platz beim Heim-Weltcup am Sudelfeld im Februar. Eine bessere Platzierung verhinderte bislang besagter Kopf. Loch war nervös, wollte zu viel oder machte sich einfach viel zu viele Gedanken.

Jetzt ist der Knoten geplatzt. „Die letzten Wochen waren nicht so toll“, gesteht die Fahrerin vom SC Schliersee. Bei den Europacup-Rennen in Hochfügen (Österreich) verpasste sie als 19. und 32. zwei Mal das Finale. Beim ersten Weltcup der Saison in Carezza (Italien) wurde Loch ebenfalls nur 19. „Das war nicht so einfach. Jetzt habe ich mir ein bisschen Selbstvertrauen geholt.“

Richtig gut gefahren: Cheyenne Loch legte in der Qualifikation die schnellste Zeit hin. Vor allem in den steilen Passagen war sie nicht zu schlagen.

In Cortina ist Loch nun einfach gut gefahren. Obwohl ihr der Hang nicht liegt: Der Mittelteil ist extrem flach, Loch ist eher eine Fahrerin fürs Steile. „Oben und unten war der Hang steil, da hab’ ich ziemlich viel gut gemacht. Und mich hat’s nicht geschmissen, da war auch gut“, sagt sie und lacht. Nervös war sie diesmal nicht, auch nicht im Halbfinale. Hauchdünn mit 0,01 Sekunden unterlag die 21-Jährige dort der Schweizerin Kummer. „Das kann gegen eine Olympiasiegerin schon mal passieren.“

Im kleinen Finale kam die Nervosität dann doch plötzlich wieder. „Da will man dann auch gewinnen und nicht auf dem undankbaren vierten Platz landen.“ Ihre Leistung hat Loch diesmal gebracht und Weltmeisterin Ester Ledecka (Tschechien) geschlagen. „Das hat mich dann sehr gefreut.“ Gefeiert wurde noch im Zielraum. Wie viele ihr gratuliert haben, weiß Loch nicht. „Ich hatte schon lange nicht mehr so viele Nachrichten auf meinem Handy und auf Facebook. Das war einfach Wahnsinn.“

Jetzt ist aber erstmal Ruhe angesagt. Die Weihnachtstage verbringt Loch zuhause in Neuhaus. Zum snowboarden geht es auf den Spitzing mit dem Freestyleboard. Zwischen den Jahren steht dann schon wieder Training mit der Mannschaft an. „Damit ich nächstes Jahr wieder voll durchstarten kann.“ Am 8. Januar macht der Weltcup in Bad Gastein Station. Wenn Loch ihren Kopf ausgeschaltet lässt, darf sich die Konkurrenz warm anziehen.

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