Gut besucht war das Grün des Golfclubs Valley im Herbst. Die Platzsperre nutzte der Verein für die Rasenpflege, ab Montag dürfen die Golfer dann wieder loslegen.
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Gut besucht war das Grün des Golfclubs Valley im Herbst. Die Platzsperre nutzte der Verein für die Rasenpflege, ab Montag dürfen die Golfer dann wieder loslegen.

Erwachsene Sportler reagieren unterschiedlich auf die neuen Möglichkeiten

Zurückhaltung schlägt Euphorie

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  • Michael Eham
  • Thomas Spiesl
  • Heidi Siefert

Ab Montag, 8. März, ist auch für die Erwachsenen wieder Sport in beschränktem Umfang erlaubt. Ein Überblick im Landkreis Miesbach.

Landkreis – Ab Montag genießen die Sportler der Region wieder ein paar Freiheiten. Während im Jugendbereich bis 14 Jahre 20 Kinder gleichzeitig Sport treiben dürfen (wir berichteten), sind die Regeln bei den Erwachsenen strenger. Da die Inzidenz im Landkreis Miesbach über der 50er-Marke liegt, ist vorerst nur Individualsport im Freien mit maximal fünf Personen aus zwei Haushalten erlaubt. Läge die Inzidenz unter 50, dürften sich zehn Personen kontaktfrei betätigen. Ab 22. März könnte die nächste Lockerungsstufe folgen, bei der – mit der aktuellen Inzidenz als Grundlage – Kontaktsport im Freien und kontaktfreier Sport drinnen ohne Größenbegrenzung erlaubt wäre. Vorausgesetzt, es liegt tagesaktuell ein negativer Corona-Test vor. So reagieren die Sportler der Region.

Golf

Bereits am kommenden Montag öffnet der Golfclub Valley seine Pforten. Auf der Driving Range und dem Golfpark dürfen auch Hobby-Golfer wieder den Schläger schwingen, nachdem dies bislang nur Kaderspielern erlaubt war. „Wir Golfer haben eigentlich Glück gehabt, und in Valley sind wir bestens vorbereitet“, erklärt GC--Präsident Michael Weichselgartner. „Falls notwendig, können wir nächste Woche auch einen Teil des Designer Courses öffnen. Normalerweise haben wir diesen immer erst Anfang April aufgemacht. So früh wie dieses Jahr waren wir noch nie dran.“ Bleibt die Inzidenz im derzeitigen Bereich, sind pro Flight zwei Haushalte erlaubt. Da ein Flight ohnehin nur vier Personen umfasst, sind keine weiteren Einschränkungen nötig. Golfunterricht ist ab Montag ebenfalls erlaubt. Das Trainerteam steht in den Startlöchern. „Eigentlich ist im März noch gar keine Golfsaison, aber unsere Greenkeeper sind seit 1. März vor Ort, und wir sind bereit“, freut sich Weichselgartner darauf, endlich wieder Golfer auf der Anlage zu sehen.

Fußball

Weiterhin in Geduld üben müssen sich die Fußballer im Landkreis, während die gegnerischen Mannschaften aus dem Tölzer Raum teilweise ab Montag das Training wieder aufnehmen dürfen, wenigstens in kontaktloser Form und in Gruppen von bis zu zehn Personen. Der Grund: Die Inzidenz im Landkreis Bad Tölz-Wolfratshausen liegt unter 50. Ab 22. März dürften die Klubs im Kreis Miesbach auch wieder trainieren. Voraussetzung ist ein tagesaktueller Schnelltest, was für Dorfvereine in dieser Form schlichtweg nicht realisierbar ist. Ab 5. April geht’s auch ohne Test bei einer stabilen Inzidenz unter 100. Was genau unter stabil zu verstehen ist, ist nicht definiert. „Unser Trainer Sepp Sontheim schickt den Spielern einmal pro Woche einen Plan, wie sie sich fit halten sollen“, erklärt der Sportliche Leiter des SV Miesbach, Fredl Hollmann. „Wir warten jetzt erst mal ab, wie es weitergeht. Ich hoffe, dass alles so umgesetzt wird, wie verkündet, aber ich kann es mir nicht vorstellen. Bei uns sollen sich die Spieler jetzt erst einmal auf Vertrauensbasis selbst fit halten.“

Tennis

„Wir sehen die Sache relativ entkrampft“, sagt Dürnbachs Sportwart Ullrich Mathes über mögliche Lockerungen im Tennis. Das liegt daran, dass realistisch betrachtet, im Voralpenland vor Mitte April kein Betrieb auf den Plätzen im Freien möglich sein wird. Solange es Bodenfrost gibt, sei an eine Instandsetzung der Tenniscourts nicht zu denken. Umgekehrt bietet aber auch die Traglufthalle kaum eine Perspektive auf Tennis, denn die dürfte im besten Fall ab 22. März wieder öffnen. Doch dann sind ihre Tage für diese Wintersaison gezählt, weil der Dome in Dürnbach, wie auch die Halle in Neuhaus, nur saisonal zugelassen sind. „Anfang April wird die Halle abgebaut“, ergänzt Vorsitzender Gerhard Kremer und erzählt von Youtube-Videos mit Fitnessübungen, die von den Trainern zu Saisonbeginn verschickt wurden. Seitdem bleibt für die Tennisspieler – für die es nirgendwo sonst so strikte Spielverbote gab, wie in Bayern und Sachsen – nichts anderes zu tun, als sich allein fit zu halten. Im Nordlandkreis hoffen die Vereine auf einen kleinen Wetter-Vorteil.

Volleyball

Anfang Februar entschied der Bayerische Volleyball-Verband (BVV), die Hallensaison vorzeitig zu beenden. Daher befinden sich die Volleyballer des TuS Holzkirchen gerade in der Sommerpause, sodass eine Vorbereitung nicht unbedingt drängt. Aus diesem Grund wird sich für die Holzis in den kommenden Wochen nicht allzu viel ändern. Auch wenn die Inzidenz im Landkreis Miesbach dies erlauben würde, blicke man in Holzkirchen perspektivisch auf die kommende Saison. „Unabhängig davon, ob man wieder kontaktfreien Sport oder Kontaktsport ausüben darf“, sagt Teammanager Maximilian Ledermann, „werden wir uns bei den Damen und den Herren besprechen, unter welchen Voraussetzungen wir in die neue Saison gehen werden.“ Dabei soll es unter anderem darum gehen, mit welchem Personal und welchen Saisonzielen es nach der langen Zwangspause weitergehen soll. „Und dann können wir auch beschließen, wie wir diese Ziele erreichen können.“ Viel wichtiger ist für Ledermann, dass die Jugend wieder Sport treiben kann und dass hierfür zeitnah Trainingskonzepte erstellt werden.

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