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Deutschlands schnellster 15-Jähriger

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Deutscher Meister: Leslie Lührs (15) vom RSV Irschenberg. © kn

Irschenberg/Brunnthal –Leslie Lührs vom RSV Irschenberg deklassiert in dieser Saison die Konkurrenz – auf der Straße und auf der Bahn.

Seriensieger, Deutscher Meister auf der Straße und nun auch noch Deutscher Meister auf der Bahn – Radrennfahrer Leslie Lührs vom RSV Irschenberg dominiert seine Konkurrenz beinahe nach Belieben. Und das, obwohl der 15-Jährige erst seit knapp zwei Jahren auf dem Rennrad unterwegs ist.

Wie bei vielen anderen auch, liegen Lührs sportliche Anfänge beim Fußball. „Ich habe neun Jahre lang für den TSV Ottobrunn gespielt“, erzählt der 15-Jährige. Seine eigentliche Leidenschaft entdeckte Lührs dann im September 2013. „Meine Mutter hat zum Geburtstag ein Rennrad bekommen. Sie ist dann öfter mit ihren Freundinnen unterwegs gewesen und hat mich gefragt, ob ich das nicht auch mal ausprobieren möchte.“ Schnell hatte Lührs das Fieber gepackt. „Ich habe mir zu meinem 13. Geburtstag ein Mountainbike gewünscht. Damit bin ich dann mehrere Rennen gefahren, bei denen ich immer auf Fahrer vom RSV Irschenberg traf“, erklärt Lührs. „Mit denen habe ich mich auf Anhieb gut verstanden, also wollte ich auch zu dem Verein.“

Dort trifft Lührs auf seinen jetzigen Trainer und Förderer Christian Lichtenberg, gleichzeitig auch der Spinning-Trainer seiner Mutter. Selbiger stellt dem Brunnthaler ein Carbon-Rennrad zur Verfügung, auf dem er bis heute unterwegs ist. „Christian hat mein Potenzial auf Anhieb entdeckt und mich gefördert, ohne dass ich das wirklich mitbekommen habe“, erzählt der Achtklässler. „Würde es ihn nicht geben, hätte ich das alles nicht geschafft.“

Denn Lichtenberg – bester Freund und seit diesem Jahr auch Lührs Firmpate – hat ihn mit seinem Training zum derzeit schnellsten 15-Jährigen Deutschlands geformt. Im Anschluss an den Gewinn des Titels auf der Straße erfolgte eine sofortige, radikale Umstellung des Trainings. Schließlich herrschen auf der Bahn andere Bedingungen.

„Wir haben dann Kurzintervalle trainiert, nie länger als eineinhalb Stunden“, erklärt Lührs. Eine erfolgreiche Maßnahme, denn später, bei der Meisterschaft in Köln, deklassierte der 15-Jährige – unterstützt von Verbandstrainer Stefan Storck – seine Konkurrenz förmlich.

„Ich habe mir gesagt, dass ich nichts zu verlieren, sondern nur etwas zu gewinnen habe“, erzählt Lührs. Gesagt, getan: Am Ende ging der Deutsche Meistertitel U15 auf der Bahn mit deutlichem Vorsprung und Jahresbestzeiten nach Irschenberg – bereits zum zweiten Mal nach Bastian Frick 2014 (wir berichteten).

Lührs langfristiges Ziel ist es, Profi zu werden. Die Vorzeichen stehen angesichts der jüngsten Erfolge nicht allzu schlecht. „Ob es reichen wird, kann man, glaube ich, erst in der U17 beziehungsweise U19 sagen“, erklärt der zweifache Deutsche Meister. Bis dahin will er jedoch alles dafür tun. Ein wichtiger Aspekt ist dabei gutes Zeitmanagement. „Ich wechsle jetzt im Sommer die Schule, vom Gymnasium Ottobrunn aufs Gymnasium Höhenkirchen-Siegertsbrunn“, sagt Lührs. „So spare ich viel Zeit, die ich dann sinnvoller zum Lernen, Trainieren oder Saxophon spielen verwenden kann.“

Ein reiner Zeitfresser ist der Schulweg aber ohnehin nicht: „Da habe ich Zeit den Kopf freizubekommen.“ Der deutsche Doppelmeister fährt nämlich nicht mit Bus oder Zug, sondern – wie könnte es anders sein – mit dem Rad.

Bastian Huber

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