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Sorgt dafür, dass die Haushamer jede Woche in sauberen Trikots auflaufen: Bertl Hamm. 

Fußball Kreisklasse 2

Ehrenamtliche Helfer stehen meist im Hintergrund - Laufen würde ohne sie aber nichts

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„Solche Leute sind für den Verein unbezahlbar“, sagt SC Wörnsmühl-Vorsitzender Max Ostermeier. Ohne ehrenamtliche Helfer würde in den Landkreis-Verein wohl nichts laufen.  

Landkreis – Bei den Landkreis-Clubs in der Kreisklasse 2 sind es meist die Spieler, die im Mittelpunkt stehen. Doch wer kümmert sich eigentlich darum, dass die Spieler mit sauber gewaschenen Trikots auflaufen, die Zuschauer mit Kaffee und Kuchen versorgt werden, oder der Rasen gemäht ist? Es sind die ehrenamtlichen Helfer im Hintergrund, die Woche für Woche dafür sorgen, dass Fußball auch in den Amateurklassen allen Spaß macht.

Einer von ihnen ist Bertl Hamm von der SG Hausham. Schon am Tag vor dem Spiel stimmt er mit dem Gegner die Trikotfarbe ab, bereitet vor der Partie die Kabine vor, mischt die Getränke für die Pause und kümmert sich vor und während der Spiele um die medizinische Betreuung der Knappen – sei es das Tape für das lädierte Sprunggelenk oder der Eisbeutel in einer Verletzungspause für kleinere Blessuren. Wenn die Kicker nach dem Schlusspfiff unter der Dusche stehen, wäscht er die Trikots.

„Ich habe Freude am Umgang und der Zusammenarbeit mit Jüngeren, das hält schließlich auch jung“, sagt der 58-Jährige. „Hinzu kommen Spaß und Interesse am Sport. Und man merkt auch, dass man von den Jungs dafür wertgeschätzt wird.“ Neben dem Fußball hält sich Hamm mit seiner täglichen Schwimmrunde um 5 Uhr morgens im Schliersee fit.

Zur Aufgabe des Betreuers kam er über seinen Sohn Philip, der seit seinem sechsten Lebensjahr für die Haushamer kickt. Den Betreuer-Job macht er inzwischen schon fast selbstverständlich bereits in der 13. Saison. „Er hilft immer, wenn es etwas zu erledigen gibt“, sagt SG-Vize-Abteilungsleiter Florian Fink. „Für mich ist er ein Bindeglied zwischen Mannschaft und den Funktionären. Es ist schön, wenn man solche Typen im Verein hat, leider gibt es davon nicht mehr allzu viele, die so viel Engagement zeigen.“

Wer beim SC Wörnsmühl zu Gast ist, landet meist am Verkauf im Sportheim. Dort hat Mathilde Wuschnakowski längst den Kaffee vorbereitet und die Wurstsemmeln geschmiert. Seit über 25 Jahren steht sie in der Küche und sorgt für das leibliche Wohl der Gäste. Zudem ist sie Jugendleiterin des Gesamtvereins und putzt auch noch die Kabinen. Dabei bildet sie ein eingespieltes Team mit Traudi Teucher, die seit 15 Jahren im SC-Vereinsheim den Putzlappen schwingt. „Solche Ehrenamtlichen sind unbezahlbar für den Verein“, sagt SC-Vorsitzender Max Ostermeier. „Bei uns gehen 100 Prozent der Einnahmen an den Verein, nur so können wir unser Vereinsleben finanzieren.“

Ähnlich läuft es in Weyarn, wo Christl Feicht im TSV-Sportheim dafür sorgt, dass das Bier kaltgestellt und der Leberkäs rechtzeitig fertig ist. Der ist übrigens ein Geheimtipp. Über die Landkreisgrenzen hinaus ist bekannt, dass sich das Schnell-Sein lohnt, denn nach dem Spiel ist er meistens bereits ausverkauft.

Wenn die Spieler nach dem Schlusspfiff in der Wirtschaft feiern, steht Feicht wieder in den Kabinen und macht sauber. Seit 1984 ist sie die Chefin im Sportheim, auch in den Jahren zuvor war sie mit helfender Hand zur Stelle.

Bei der DJK Darching ist der „Jimmy Voda“ nicht nur ein echtes Original, sondern sogar ein Gründungsmitglied. „Er ist die graue Eminenz im Hintergrund, kümmert sich seit vielen Jahren um die Fußball-Abteilung und war der ehrenamtliche Bauleiter beim Bau von Turnhalle und Kegelstüberl“, erzählt DJK-Abteilungsleiter Max Vogel. „Ehrenamt war ihm immer wichtig.“ Jeden Tag kümmert er sich um einen ordentlichen Zustand des DJK-Geländes.

Es sind die Helfer im Hintergrund wie Hamm, Wuschnakowski, Teucher, Feicht oder der „Jimmy Voda“, der mit bürgerlichem Namen Helmut Adelsberger heißt, ohne die im Fußball nichts laufen würde.  ts

Der Spieltag

Olympic Geretsried – SC Wörnsmühl: Nach zwei Unentschieden ist der SC Wörnsmühl am Samstag bei Olympic Geretsried zu Gast. „Olympic hat eine spielstarke Mannschaft, die noch einmal verstärkt wurde“, sagt SC-Coach Sepp Riedl. „Auf dem Kunstrasen wird es nicht einfach, Punkte zu erbeuten.“ 

SG Hausham – SC RW Bad Tölz: Die SG Hausham konnte aus den ersten beiden Spielen nur einen Zähler einfahren, nun soll vor heimischer Kulisse endlich ein Dreier her. Allerdings ist Aufsteiger Rot-Weiß Bad Tölz mit sechs Toren in zwei Partien perfekt aus den Startlöchern gekommen. „Wir sind soweit komplett und erwarten einen starken Gegner“, sagt Vize-Abteilungsleiter Florian Fink. 

Das Spiel zwischen dem TSV Weyarn und dem FC Rottach-Egern wurde verlegt, ebenso wie die Partie zwischen der DJK Darching und den FF Geretsried.

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