1 von 31
Der Altmeister und der Jungstar: Markus Wasmeier holt sich die persönliche Widmung von Lucas Bögl. Die Startnummer hatte der Schlierseer zuvor für 500 Euro ersteigert.
2 von 31
Fesches Paar: Viktoria Rebensburg und Hans Zacherl.
3 von 31
Gespräch am Rande: Schirmherr und Landrat Wolfgang Rzehak (l.) mit Thomas Furtner von der Graf-Arco-Brauerei.
4 von 31
Auf den Sport in der Region: Interims-Landkreis-Sportreferetin Barbara Hermann und BSLV-Kreisvorsitzende Helga Zimmermann.
5 von 31
6 von 31
Expertenrunde: (v.l.) Merkur-Sportchef Armin Gibis, Manni Schwabl und Skiverbands-Funktionär Walter Vogel aus Weyarn.
7 von 31
8 von 31
Hochklassige Begleitung: Bavarian Blend mit Michael Strigl (r.) (Miesbach) und Bernhard Lehner (Ismaning) überzeugten mit bairisch-internationalem Acoustic-Pop-Rock-Folk.

Sportler des Jahres 2017

Von Tränen und Triumphen, Frust und Freude

Die Leser haben entschieden, und jetzt wurden die Sportler des Jahres im Kreis Miesbach geehrt. Der Abend bot einen Einblick in die vielen Facetten des Sports.

Irschenberg – Sport ist tiefste Qual und höchste Freude, bietet Tiefschläge und Triumphe, Konkurrenz und Freundschaft und ist vor allem eins: harte Arbeit. Sport in all seinen Facetten ist einfach „etwas Besonderes“. Das sagte Landrat Wolfgang Rzehak gleich zu Beginn der 33. Ehrung der Sportler des Jahres im Kreis Miesbach. Der Abend im neuen „Otto“ der Dinzler Kaffeerösterei in Irschenberg untermauerte den Wahrheits-Gehalt der Schirmherrn-Worte.

Die Leser der Heimatzeitung hatten entschieden, nun stand vor gut 100 Gästen die Ehrung der Sportler des Jahres an. In der Siegerin bei den Frauen, der Biathletin Vanessa Hinz aus Schliersee, sind Tiefpunkt und Triumph des Sports vereint: Der Verlust der sicher geglaubten Medaille bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang – „der Tiefpunkt“, wie die urlaubende Hinz via Video-Botschaft wissen ließ – und nur wenige Wochen später ihr erster Weltcup-Sieg. Geschichten, die fast nur der Sport schreibt. Wie quälend der Weg dahin sein kann, beschrieb ihr Vater Reiner im Interview mit Sportredakteurin Julia Pawlovsky. „Wer im Sommer nicht weint, weint im Winter“, zitierte er einen bei Biathleten und Langläufern gebräuchlichen Satz.

Doch je steiniger der Weg, desto süßer vielleicht das Ankommen. So wie bei der deutschen Top-Skifahrerin Viktoria Rebensburg aus Kreuth, die heuer den Gesamtsieg im Riesenslalom-Weltcup errang. Dafür gab es die kleine Kristallkugel, die Rebensburg als „ehrlichste Trophäe“ im Zweifel einer olympischen Medaille vorzieht. „Ist auch schön als Deko-Instrument“, sagte die Kreutherin schmunzelnd. Sie hat ja inzwischen drei. So macht der Sport Freude. Und die 28-Jährige ist noch längst nicht gewillt aufzuhören. Vielleicht reicht es ja doch noch bis zu den nächsten Winterspielen in Peking 2022.

Das ist auch bei Natalie Geisenberger nicht ausgeschlossen. Die Doppel-Olympiasiegerin von Pyeongchang und erfolgreichste Rodlerin aller Zeiten weilt bei einer beruflichen Fortbildung der Bundespolizei in Bad Endorf und musste die Ehrung absagen. Dafür berichtete ihr Vereins-Vorsitzender Stefan Griesbeck vom SV Miesbach, wie das Leiden auch die Fans überkommt. Er war als Zuschauer in Pyeongchang, und nach dem Schnitzer von Felix Loch „haben wir immer gezittert, wenn jemand durch die Kurve neun gefahren ist“.

Naja, es ist ja gut gegangen. So wie bei anderen erfolgreichen Sportlern auch, die an diesem Abend in Irschenberg geehrt wurden. Nicht wenige haben ihre besten Zeiten vermutlich noch vor sich. Sport ist auch Hoffnung und Träumen. Turner Felix Remuta aus Holzkirchen etwa träumt nach der WM 2017 von der Olympia-Teilnahme in Tokyo 2020. Große Fortschritte hat der 20-Jährige zuletzt gemacht, doch bis zum Ziel ist noch viel Arbeit zu verrichten. Im Turnen sieht das dann so aus: tägliches Training plus zwei Extra-Einheiten pro Woche – und das gilt für die Schonzeit. Wenn es ernst wird, heißt es an wenigstens fünf Tagen pro Woche: zwei Einheiten.

Weiter nach oben strebt auch Andreas Estner. Der 17-Jährige aus Wall darf zwar nur im begleiteten Fahren auf die Straße, dafür heizt er in der Formel 4 über die Rennstrecken. Der Aufstieg in die Formel 3 ist das nächste Etappenziel. Sport braucht auch Geduld, man bekommt nicht alles sofort.

Doch Sport soll vor allem eines: gesund sein und Spaß machen – dies vor allem im Breitensport. Auch darauf wies Rzehak hin. Deshalb gilt auch: „Sport ist wichtig.“

Bögl versteigert Startnummer zugunsten von „Leser helfen Lesern“ – Wasmeier schlägt zu

Lucas Bögel und Moderatorin Julia Pawlovsky.

Dem Holzkirchner Lucas Bögl, Titelverteidiger bei der Sportlerwahl, bescheinigte Leserin Helga Schönhofer aus Holzkirchen die Qualitäten eines „Alleinunterhalters“. Zu Recht. Schon beim Betreten des Podiums sagte er: „Jetzt komme ich rauf, bevor’s meine Ski ganz kaputt machen da herobn.“ Zuvor waren die bereitgestellten Langlauf-Latten des Olympia-Teilnehmers krachend umgefallen. Apropos Olympische Spiele: Als Dankbarkeit für die erneute Wahl zum Sportler des Jahres (als Stimmenkönig aller Wertungen) versteigerte er ein Startleiberl aus Pyeongchang zugunsten der Aktion „Leser helfen Lesern“ der Heimatzeitung. 

Skiverband-Oberland-Chef Hans Rieder bot 350 Euro plus ein Training mit Bögl. Eine Schmach, die ihm Markus Wasmeier ersparen wollte. Und nachdem der Schlierseer unter größtem Amüsement Manni Schwabl zu einem 450-Euro-Gebot genötigt hatte, legte der Doppel-Olympiasieger den fehlenden Fuffzger doch noch drauf. Die versprochene Widmung auf dem Leiberl holte sich Wasmeier später persönlich bei Bögl ab, und nutzte dies zu einer längeren Fachplauderei. 

Zuvor hatte Bögl wissen lassen: „Langlauf ist relativ simpel als Sport. Man läuft von A nach B, und das möglichst schnell.“ Und mit Blick auf die Biathleten fügt er an: „Wir brauchen auch keine Pausen.“ In Südkorea lief Bögl auch die Königsdisziplin 50 Kilometer klassisch nonstop – und das körperlich angeschlagen. Zu einem Satz Koreanisch hat der Aufenthalt auch gereicht. „Der Aufzug ist da.“ Den verinnerlichte der 27-Jährige beim ständigen Warten im Olympischen Dorf.

Daniel Krehl

Die Geehrten

Frauen: 1. Vanessa Hinz, Biathlon, 2721 Stimmen, 2. Viktoria Rebensburg, Ski Alpin, 2419, 3. Natalie Geisenberger, Rennrodeln, 1673 – Männer: 1. Lucas Bögl, Skilanglauf, 3313 Stimmen, 2. Felix Remuta, Kunstturnen, 1475, 3. Andreas Eder, Eishockey, 1346. – Nachwuchs: 1. Stefanie Scherer, Biathlon, 2968 Stimmen, 2. Florian Erlacher, Ski Alpin, 1493, 3. Andreas Estner, Motorsport, 1149 – Mannschaft: EC Fischbachau, Eisstockschießen, 2457 Stimmen

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare