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Eine WM zum Abhaken

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Cheyenne Loch © Oliver Kraus

Kreischberg -  Die beiden Raceboarderinnen Amelie Kober und Cheyenne Loch scheitern im Parallel-Riesenslalom auf dem schwereren blauen Kurs.

Wieder weggerutscht. Wieder gegen Marion Kreiner aus Österreich. Für Amelie Kober war das Achtelfinale im Parallel-Riesenslalom am Freitag bei der Snowboard-Weltmeisterschaft am Kreischberg (Österreich) ein böses Déjà-vu. Wie bereits am Vortag im Parallel-Slalom war Kreiner Endstation für die 27-Jährige aus Fischbachau. Am Ende lag Kober auf Platz 15.

Ein Ergebnis, das der Erklärung bedarf. Zwar leistete sich Kober Fahrfehler, jedoch stand sie erneut vom Start weg unter Zugzwang, musste alles riskieren, um auf der schwereren blauen Bahn den Anschluss zu halten. Grund: Die rote Bahn war weniger anspruchsvoll, ließ ihre Starter öfter siegen. Und die deutschen Fahrerinnen waren ausnahmslos im Finale auf dem blauen Kurs unterwegs.

Denn zum ersten Mal wurde bei Weltmeisterschaften im Single-Modus gefahren: Statt zwei Durchgänge reichte diesmal ein K.o.-Lauf zum Weiterkommen – damit kein zweiter Lauf, um Fehler auszubügeln. Damit hatten auch Kobers Teamkollegen Isabella Laböck, Anke Karstens, Patrick Bussler und Selina Jörg erheblich zu kämpfen. Die besten acht Fahrer der Qualifikation durften sich vor dem Achtelfinale ihren Kurs aussuchen – die dort schwächelnden Deutschen mussten allesamt auf die blaue Route. „Für mich als Kämpferin war es früher besser“, sagt Kober. „Aber ich habe an derselben Stelle wie im Slalom einen Fehler gemacht.“ Es gehe eben nicht nur bergauf. Sie will nun nach vorne blicken. Ein Pluspunkt der WM ist der gute Teamgeist, der die deutschen Fahrer eint.

Dass die rote Bahn besser funktioniert, durfte Kober in der Quali feststellen gegen ihre Teamkollegin Cheyenne Loch (20). Die WM-Debütantin aus Schliersee legte einen guten ersten Lauf hin, fand aber im zweiten Durchgang auf Blau ihre Linie nicht. Schlechte Zeit – das Aus. „Ich war schon ziemlich aufgeregt“, sagt Loch. Auch das ungewohnte Startgate machte es nicht leichter. „Ich bin zu sehr auf Sicherheit gefahren, habe zu wenig riskiert."

Dennoch: Das WM-Debüt war eine „gute Erfahrung“, und auch die Trainer seien zufrieden – vor allem mit dem ersten Quali-Lauf. „Ein guter Schritt.“ Das sieht auch Kober so: „Cheyenne hat einen guten Wettkampf abgeliefert. Wenn sie so weiter macht, ist von ihr noch Großes zu erwarten.“ Vielleicht auch von Kober? Mit Claudia Riegler (Österreich) hat eine 41-Jährige gewonnen, die – wie die Fischbachauerin – bislang bei Weltmeisterschaften nur Silber und Bronze gewonnen hatte. „Warum nicht“, sagt Kober. „Bis 41 habe ich noch 14 Jahren, also sieben WM-Chancen.“ Der Blick geht klar nach vorne.

Dieter Dorby

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