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Vor leeren Rängen geht 1860-Stürmer Sascha Mölders (l.) im Aufstiegsrennen der 3. Liga im Grünwalder Stadion, hier gegen Hansa Rostock, auf Torejagd.

Miesbacher Löwen

Fanclub-Vorsitzender Kirschner über leere Stadien: „Es macht sicherlich was aus“

  • vonMarkus Eham
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Seit rund einem Jahr finden Spiele der 3. Liga ohne Zuschauer statt. Das bedauert auch der Vorsitzende des Fanclubs „Miesbacher Löwen“, Werner Kirschner.

Miesbach – Es ist eine wunderbare Überraschung für alle, die es mit den Löwen halten: Vor Kurzem lag der TSV 1860 München noch ganze neun Zähler hinter den Aufstiegsplätzen in der 3. Liga. Doch nach einer starken Miniserie sowie einem gleichzeitigen Schwächeln der Konkurrenz aus Ingolstadt, Rostock und Dresden sind es nur noch vier Pünktchen für die Blauen. „Vor drei Wochen hätte ich eigentlich schon gedacht, dass der Zug abgefahren ist“, gibt Werner Kirschner, Vorsitzender des TSV 1860 Fanclubs „Miesbacher Löwen“, zu. „Dass die Konkurrenz so Federn lässt, hätte ich nicht gedacht.“

Umso bitterer für ihn als auch für seine Mitstreiter des Fanclubs: Seit nunmehr über einem Jahr sind keine Zuschauer im kultträchtigen städtischen Stadion an der Grünwalder Straße erlaubt. Das sei natürlich sehr schade, „aber jeder von uns schaut natürlich die Spiele alleine vor dem Fernseher“, erzählt Kirschner. Die Corona-Situation lasse selbstverständlich kein anderes Verhalten zu. „Im Moment kennt man ja nur leere Stadien, daher ist es okay so.“ Trotzdem würden sich Kirschner und seine Kollegen nichts sehnlicher als ein pickepackevolles Grünwalder Stadion wünschen, um dort die eigene Mannschaft nach vorne schreien zu können. „Aber da wird man sich sicher erst wieder an die Lautstärke gewöhnen müssen. Das wird am Anfang komisch sein“, meint Kirschner und muss lachen.

Werner Kirschner, Vorsitzender der „Miesbacher Löwen“

Sollte es mit dem Aufstieg auf der Zielgerade doch noch klappen, wäre das für die Fans wohl irgendwie komisch. „Wenn man das in einem vollen Stadion feiern darf, dann ist das phänomenal, sehr emotional und eigentlich kaum in Worte zu fassen“, schwärmt Kirschner. „Aber auch so wird es eine Sause geben, nur anders – coronakonform eben.“

Eines lässt sich bei den Sechzigern jedenfalls festhalten. Derzeit stehen die Mannen aus München-Giesing mit 54 Punkten auf dem vierten Rang. 27 Zähler haben sie zu Hause geholt, 27 auswärts. Ob die Heimbilanz unter der Abwesenheit der Fans gelitten hat? „Es macht sicherlich was aus, dass wir nicht da sind. Aber ob wir prozentual besser wären, kann man schwer sagen“, meint Kirschner. Über allem steht ohnehin ein Ziel: Dass es am Ende doch noch mit der ersehnten Rückkehr in die 2. Bundesliga klappt.

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