Trainingseinheiten, wie hier in Mayrhofen, konnten die deutschen Freeskier nur wenige absolvieren. Foto: Privat
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Trainingseinheiten, wie hier in Mayrhofen, konnten die deutschen Freeskier nur wenige absolvieren.

Sebastian Fischer vom SC Miesbach glücklich über Debüt – Auch David Zehentner verpasst Finale

Freeski: Ordentlicher Weltcup von Zehentner und Fischer

  • vonMichael Eham
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Einen ordentlichen Weltcup haben die Freeskier David Zehentner (SC Bayrischzell) und Sebastian Fischer (SC Miesbach) bei seinem Debüt in Kreisberg abgeliefert.

Landkreis/Kreischberg – In gewisser Weise sind es zwei komplett verschiedene Lebenswelten, in denen sich Sebastian Fischer bewegt. Da ist zum einen die Ausbildung zum Hotelfachmann im Vier Jahreszeiten Kempinski in München. Das größte Risiko kam dabei wohl mit den Tourismus-Einschränkungen durch die Corona-Pandemie auf den 20-Jährigen zu. Er habe aber trotzdem arbeiten können und müssen, erzählt er. Und dann gibt es da noch das größte Hobby in seinem Leben. Denn in seiner Freizeit stürzt er sich Hänge hinunter, um auf Geschwindigkeit zu kommen und dann über große Schanzen spektakuläre Tricks auszuführen.

Big Air heißt diese Disziplin im Freeski. Und in eben dieser Disziplin feierte Fischer, der für den SC Miesbach startet, sein Debüt im Weltcup. Beim Sieg des Norwegers Ruud Birk wurde er 58. Der Bayrischzeller David Zehentner landete auf Platz 32. „Ich bin relativ zufrieden“, sagt Zehentner. „Ich habe das gemacht, was ich mir vorgenommen hab’.“ Doch die Leistungsdichte sei „extrem“ gewesen. Beide deutschen Starter verpassten die Qualifikation für das Finale auch deshalb deutlich.

In den vergangenen Monaten konnten die deutschen Freeskier nicht so richtig gut trainieren, weil sämtliche Skigebiete nicht geöffnet sind. „Für den Big Air konnte ich gar nicht trainieren“, sagt Fischer. „Ich habe mit einem Freund eine Tube (ein Rohr, Anm. d. Red.) aufgestellt, um mit den Ski drüber zu rutschen.“

Fischer hofft auf weitere Weltcup-Starts

Vor dem Weltcup in der Steiermark hatten die Athleten noch einen Lehrgang in Mayrhofen. Dort verpassten sie sich den letzten Feinschliff, ehe es am Freitag wirklich zählte. Die insgesamt 61 Starter wurden in zwei Gruppen – sogenannte Heats – eingeteilt, wovon jeweils die besten sechs Springer das Finale erreichen. Dreimal durften sie ihre Kunst einer Jury vorführen. Die zwei besten Sprünge gingen in die Wertung ein.

Fischer zeigte bei seinem Debüt einen Switch-Misty-900 und einen Double-Cork-1080. Switch bedeutet dabei, dass er rückwärts auf die Schanze zufährt. Die Zahlen stehen jeweils für die Gradanzahl der Drehungen. 900 bedeutet also zweieinhalb Schrauben. Und Misty und Cork sind Bezeichnungen für die Art der Salti.

Die Stars der Szene sind zum Beispiel der Amerikaner Alexander Hall und der Schwede Henrik Harlaut. „Das war schon besonders, mal neben denen zu stehen“, erzählt Fischer. Mit seinen Sprüngen ist er zufrieden. „Die Läufe waren alle clean.“ In Zukunft will er noch höher hinaus. Zwar sei das Training neben der Arbeit nicht immer leicht zu koordinieren, dennoch sollen in diesem Winter die nächsten Europacups folgen. „Und natürlich auch Weltcups, dafür möchte ich aber mehr trainieren“, gesteht sich Fischer ein.

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