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Mit neuem Schwung und neuem Trainer: Die Spieler des SV Warngau starten mit Coach Stefan Rixfehren (M.) in die zweite Saisonhälfte.  

Mit Prognosen zu allen Teams

Der große Überblick: So startet die A-Klasse in die Rückrunde

Tolle Trainingslager, mangelnde Fitness, aufkeimende Zuversicht und ein neuer Trainer: So unterschiedlich war die Vorbereitung bei den A-Klasse-Teams im Landkreis. Jetzt geht es für einige in der Rückrunde um alles.

Landkreis – In den A-Klassen 3 und 4 kommt es immer wieder zu Überraschungen. Das haben etwa der knappe 3:2-Sieg des Tabellenführers TSV Bad Wiessee über den Tabellenelften SV Miesbach II (3:2) oder der 1:0-Erfolg des Vorletzten SF Gmund gegen Aufstiegsaspirant TSV Schliersee bewiesen. Daher verspricht auch der Rest der Rückrunde jede Menge Spannung. Eng wird es vor allem im Abstiegskampf der A-Klasse 3. Auch der SV Warngau ist in der A-Klasse 4 noch nicht gerettet.

TSV Bad Wiessee

Für den TSV Bad Wiessee sollte das Saisonziel klar sein: Der Tabellenführer hat zwei Punkte Vorsprung auf Verfolger SV Wackersberg und dabei ein Spiel weniger auf dem Konto. Doch so weit möchte Trainer Jürgen Welker nicht gehen. „Ich möchte, dass wir das, was wir uns erarbeitet haben auf den Platz bringen“, stellt der Coach klar. „Wenn wir das schaffen, dann spielen wir automatisch um den Aufstieg mit.“ Mit der Vorbereitung ist Welker zufrieden. Gegen den SV Achenkirch (2:0), die DJK Darching (4:1) und die Reserve des TuS Holzkirchen (3:0) zeigten die Wiesseer ansprechende Leistungen. Einzig gegen den TSV Irschenberg (3:3) haperte es ein wenig. Für das erste Spiel nach der Winterpause beim SC Reichersbeuern erwartet Welker einen Kampf: „Wir haben einen Plan und den möchten wir auf den Platz bringen.“ Wie dieser aussieht, verrät er nicht.

Prognose: Für Bad Wiessee reicht es am Ende zum Aufstieg. Der TSV kommt traditionell stark aus der Winterpause, da er von der Vorbereitung auf dem eigenen Kunstrasenplatz profitiert.

TSV Schliersee

Wenig erfolgreich endete das Jahr 2016 für den TSV Schliersee. Die Mannschaft von Spielertrainer Christian Strobl musste im Kampf um die vordersten Plätze einige Dämpfer hinnehmen. Jetzt will der TSV wieder angreifen. „Wir haben uns intensiv auf die Rückrunde vorbereitet und möchten gleich voll bei der Sache sein“, sagt Strobl. Zum Abschluss der Vorbereitung sind die Schlierseer fünf Tage im Trainingslager bei der SG Sonnenhof Großaspach. Daher wurde auch die erste Begegnung gegen den SV Miesbach II auf den 1. Mai verlegt. Somit kommen die Schlierseer erst am Sonntag, 2. April, gegen den Lenggrieser SC II aus der Winterpause.

Prognose: Der TSV muss wieder an die Leistungen der ersten Saisonhälfte anknüpfen, um weiter oben dranzubleiben. Das werden die Schlierseer schaffen und am Ende um den Relegationsplatz kämpfen.

SG Hausham II

Es kriselt bei der Reserve der SG Hausham. „Die Trainingsbeteiligung in der Vorbereitung war durchwachsen und hätte besser sein können“, schimpft Haushams Sportlicher Leiter Hubert Holzner. Der zweite Tabellenplatz ist allerdings noch immer das erklärte Saisonziel der Knappen. „Aber dafür sollte man natürlich schon fit sein. Und da habe ich bei Teilen der Mannschaft meine Bedenken“, sagt Holzner. Zehn Punkte beträgt der Rückstand auf den SV Wackersberg, der allerdings zwei Spiele mehr absolviert hat. Das erste Spiel gegen den Tabellennachbarn Lenggrieser SC II ist richtungsweisend. „Normalerweise müssten wir das gewinnen“, meint Holzner – äußert aber Bedenken angesichts der mangelnden Fitness.

Prognose: Für die Haushamer Reserve wird es schwer, den zweiten Platz zu holen. In der jungen Mannschaft steckt viel Potenzial, sie ist aber nicht konstant genug, um ganz oben mitzuspielen.

SC Wall

Mit einem großen Unbekannten hat es der SC Wall zum Auftakt nach der Winterpause zu tun. Gegen den Tabellenzwölften SC Gaißach II ist der Sportclub auf dem Papier klarer Favorit. „Aber bei Gaißach weiß man nicht, ob sie viele Verletzte hatten in der Hinrunde oder Neuzugänge bekommen haben“, sagt SC-Vorsitzender Sepp Bernöcker. Die Waller können hingegen neben Markus Seitz auf einen weiteren Neuzugang setzen. Stefan Vogt ist nach ein paar Jahren in Miesbach (FC und ASV) und einem Jahr in den USA wieder zurück beim SC Wall. Die Trainingsbeteiligung war gut in der Vorbereitung. „Wir haben halt so gut es bei uns geht trainiert. Sprich: Mal im Indoor-Soccer, mal beim Laufen und zwei Mal waren wir in Wiessee am Kunstrasen“, erklärt Bernöcker. Die Mannschaft von Trainer Bernd Bleinroth absolvierte vergangene Woche noch ein viertägiges Trainingslager am Gardasee. Saisonziel ist weiterhin der fünfte Platz.

Prognose: Dem SC Wall steckte in der Hinrunde noch die Relegation aus der Vorsaison in den Knochen. Legen die Spieler das ab, kann der Sportclub noch einige Plätze gutmachen.

FC Rottach-Egern

Richie Tervoort setzt mit dem FC Rottach-Egern auf junge Spieler. Deshalb dürfe seine Mannschaft auch Fehler machen – so wie in der Hinrunde. „Aus den Fehlern müssen die Jungs dann aber lernen“, sagt Tervoort. Im ersten Punktspiel gegen den SV Parsberg soll gleich an die starke Vorbereitung angeknüpft werden. „Wir sind richtig heiß darauf“, verrät der Trainer. Auf dem Kunstrasenplatz in Wiessee wurde pro Woche dreimal trainiert. „Die Mannschaft war immer voll dabei, das macht richtig Spaß.“ Am Samstag möchte Tervoort aber zu Hause am Birkenmoos spielen. „Das müssen wir vom Wetter abhängig machen.“ In den Vorbereitungsspielen gegen den TSV Weyarn (2:2), SF Egling (3:1) und SV Warngau (5:0) zeigten die Rottacher gute Leistungen, gegen den TSV Dietramszell (2:5) mussten sie einen Dämpfer hinnehmen.

Prognose: Der FC Rottach-Egern ist stärker, als es der achte Platz aussagt. Auch hat die junge Mannschaft viel Talent, das sie noch nicht jedes Spiel auf den Platz bringen kann. Sollte das gelingen, könnte der FC die große Überraschungsmannschaft der Rückrunde sein.

FC Real Kreuth II

Der FC Real Kreuth II will in der Rückrunde den Spaß am Fußball beibehalten. Im besten Fall sollen die acht Zähler Vorsprung auf die Abstiegsplätze ausgebaut werden. „Zumindest wollen wir den Abstand halten“, erklärt Trainer Mathias Radke. Beim Tabellenzweiten SV Wackersberg soll am Sonntag der erste Schritt dazu gemacht werden. „Wir werden alles abrufen müssen, um dort zu punkten“, meint Radke. „Das ist gleich ein richtig harter Brocken.“ Die Vorbereitung der Kreisliga-Reserve war stark an die der Ersten Mannschaft gekoppelt. Und weil es noch kein Vorbereitungsspiel gab, wisse Radke auch nicht genau, wo seine Mannschaft stehe. Das wird er dann im ersten Spiel gegen Wackersberg sehen.

Prognose: In Kreuth hängt viel vom Abschneiden und dem Verletzungspech der ersten Mannschaft ab. Kreuths Reserve wird nicht unbedingt gegen den Abstieg kämpfen, nach vorne geht aber auch nicht mehr viel.

SV Miesbach II

Für die Reserve des SV Miesbach heißt es in der Rückrunde, den Klassenerhalt zu schaffen. „Am besten möglichst bald schon und nicht erst am letzten Spieltag“, sagt Trainer Michael Niggl. „Das wird eine schwere Aufgabe.“ Weil er beruflich viel unterwegs ist, greift ihm sein Vorgänger Zdravko Mitrovic unter die Arme. „Für mich ist das extrem wichtig“, erklärt Niggl. Ein Vorbereitungsspiel gegen die zweite Mannschaft des BCF Wolfratshausen verloren die Kreisstädter mit 2:7. Im Trainingslager mit der Ersten Mannschaft in Kroatien wurde vergangene Woche noch einmal der Teamgeist beschworen. Das Spiel gegen den TSV Schliersee wurde auf 1. Mai verlegt, die Miesbacher starten somit am Samstag, 1. April, beim FC Rottach-Egern.

Prognose: Der SV Miesbach II macht den Abstiegskampf mit dem SC Gaißach II, den SF Gmund und dem SV Parsberg aus. Am Ende bleibt Miesbach drin – vielleicht auch, weil sie in der heißen Phase von der Ersten Mannschaft profitieren können.

SF Gmund

Die Sportfreunde Gmund haben in den letzten Spielen der Vorrunde ihren Trainer gewechselt: Für Holger Fritz kam Stefan Rachel (wir berichteten). Weil es dann gleich etwas bergauf ging, entschieden sich die Verantwortlichen, bis zum Saisonende an Rachel festzuhalten. „Ich habe in der Vorbereitung an die Einstellung und die Bereitschaft appelliert, bis zum letzten Spieltag alles zu geben“, sagt der Trainer. Einen Rang wollen die Gmunder noch nach oben klettern, das wäre dann der zwölfte und somit der erste Nichtabstiegsplatz. Die Chancen auf den Klassenerhalt sieht Rachel bei etwa 50 Prozent. Im ersten Spiel gegen den Aufstiegsaspiranten SV Sachsenkam erwartet Rachel nicht viel. „Das wird eine erste Standortbestimmung werden.“

Prognose: Für die Sportfreunde Gmund wird es am Ende trotz des Schlussspurts vor der Winterpause nicht zum Klassenerhalt reichen.

SV Parsberg

Die Mannschaft des SV Parsberg geht zuversichtlich aus der Wintervorbereitung. „Die Vorbereitung war bis auf die ersten Ergebnisse in den Spielen sehr gut“, meint Abteilungsleiter Leo Kameter. Gegen den TSV Hohenthann (1:5) und den SC Höhenrain (3:5) hagelte es Niederlagen, gegen die SG TV Feldkirchen (1:1) und den SV DJK Götting (3:1) sahen die Ergebnisse besser aus. Im Trainingslager in Izola (Slowenien) konnte die Mannschaft von Trainer Robert Niggl bei bestem Wetter super trainieren. „Wir werden versuchen, in den ersten Spielen schnellstmöglich Punkte zu machen, damit wir vom letzten Platz wegkommen“, betont Kameter. „Unsere Mannschaft ist top motiviert, im Spiel gegen Rottach gleich die ersten Punkte zu holen.“

Prognose: Auch der SV Parsberg wird es ganz schwer haben, in der Liga zu bleiben. Das Team muss stark aus der Winterpause kommen, um den Klassenerhalt noch zu packen.

TSV Hartpenning

Der TSV Hartpenning hat elf Punkte Vorsprung auf die Abstiegsplätze und 13 Zähler Rückstand auf den Relegationsplatz zwei. Ziele haben die Hartpenninger dennoch: „Wir wollen auf keinen Fall noch unten reinrutschen und lieber den Abstand groß genug halten“, sagt Abteilungsleiter Werner Klinke. Platz drei ist noch drin, nur drei Punkte trennen die Hartpenninger von der Reserve des BCF Wolfratshausen. „Die Vorbereitung war ganz gut“, berichtet Klinke. „Die Trainingsbeteiligung war ganz gut, auch wenn nicht immer alle da waren.“ Das erste Punktspiel gegen den TSV Brunnthal II ist gleich ein Gradmesser. „Brunnthal hatte vergangene Woche schon ein Spiel. Vielleicht sind die schon ein bisschen im Lauf“, befürchtet Klinke allerdings.

Prognose: Der TSV Hartpenning hat das Zeug dazu, noch Dritter zu werden, für ganz vorne wird es nicht mehr reichen. 13 Punkte Rückstand auf den Relegationsplatz sind zu viel.

SV Warngau

Der SV Warngau kommt mit einem neuen Trainer aus der Rückrunde (wir berichteten). Stefan Rixfehren gibt am Samstag beim FC Deisenhofen III sein Pflichtspieldebüt. „Da wollen wir gleich einen Punkt mitnehmen, weil Deisenhofen ein direkter Tabellenkonkurrent ist“, stellt Rixfehren klar. Auf dem Kunstrasenplatz befürchtet er allerdings leichte Vorteile für die Gastgeber. Aber: „Die Jungs sind eine eingeschworene Truppe“, sagt Rixfehren. „Es gibt keinen großartigen Einzelakteur, wir müssen als Mannschaft funktionieren.“ Dann möchte der Gmunder zumindest ans vordere Mittelfeld wieder anknüpfen. „Am Abschluss müssen wir noch feilen.“ In den beiden Vorbereitungsspielen gegen die SG Hausham (1:6) und den FC Rottach-Egern (0:5) blieben die guten Resultate noch aus.

Prognose: Die Warngauer müssen sich an den neuen Trainer gewöhnen. Gelingt das, wird der SV nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Kommen die Warngauer aber nicht gut aus der Winterpause, wird es noch mal eng.

Michael Eham

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