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Hingefallen, jetzt wieder aufstehen: Der TEV Miesbach (in Weiß) will heute Abend unter seinem neuen, alten Trainer endlich gewinnen und den Abstieg doch noch entkommen. 

Eishockey: Oberliga Süd Verzahnungsrunde A

Gegen Peißenberg: Simon Steiner gibt Comeback auf TEV-Bank

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Nach zwei Niederlagen zum Auftakt der Verzahnungsrunde steht der TEV Miesbach gegen Peißenberg mit dem Rücken zu Wand. Dennoch ist Neu-Trainer Simon Steiner tiefenentspannt. 

Miesbach – Simon Steiner ist tiefenentspannt. Aber nicht das schöne Wetter ist für die gute Laune des 32-Jährigen verantwortlich, sondern die kommenden Wochen. Dabei könnte die Aufgabe, die vor dem Südtiroler liegt, kaum schwerer sein. Nach 31 Niederlagen in 32 Partien der Eishockey-Oberliga-Hauptrunde gingen am vergangenen Wochenende auch die zwei Partien in der Verzahnungsrunde verloren. Der TEV Miesbach steht mit dem Rücken zur Wand. Steiner hat am Dienstag das Traineramt übernommen – nachdem Markus Wieland zurückgetreten war – und soll nun die Mannschaft vor dem Abstieg in die Bayernliga bewahren.

„Die Stimmung ist ernüchternd“, berichtet der Südtiroler von der ersten Trainingseinheit. „Aber ich hatte das Gefühl, dass sie sich freuen, dass ich wieder da bin. Sie haben mich positiv aufgenommen.“ Steiner trainierte das Team bereits in der vergangenen Saison und schaffte die langersehnte Rückkehr in die Oberliga. „Die Jungs wissen, dass ich hinter ihnen stehe und an sie glaube.“ Das ist nun auch Steiners vorrangige Aufgabe: seine gute Stimmung und den Glauben auf die Mannschaft zu übertragen.

Im Training ging es somit auch weniger um taktische Finessen. „Wir gehen auf das System und die Reihen der letzten Saison zurück. Ich hoffe, dass dann die Sicherheit zurückkommt.“ Der 32-Jährige will eher offensiv spielen lassen und mehr Druck machen, defensiv dafür konsequenter verteidigen. Als Kritik an seinem Vorgänger sieht er das nicht. „Jeder Trainer hat seine eigene Philosophie“, sagt Steiner. „Es gibt nicht das eine System.“

An der Bande steht Steiner vorerst alleine, auch Co-Trainer Mathias Hart hat nach dem Rücktritt Wielands sein Amt niedergelegt. „Klar wäre es schöner, wenn noch jemand da wäre“, sagt der Südtiroler. „Aber ich hatte die letzten eineinhalb Jahre auch niemanden. Ich kann damit leben.“ Vielmehr war Martin Schnittger bei der 1b-Mannschaft der erste Co-Trainer, den Steiner in seiner neunjährigen Laufbahn hatte. Schnittger betreut nun die 1b bei ihren beiden Auftritten an diesem Wochenende in der Landesliga, das Training leitet aber weiterhin Steiner. „Vielleicht findet sich noch jemand für die Landesliga. Gespräche werden geführt.“ Einfach dürfte es nicht werden: „Die Situation ist ähnlich wie bei der Ersten Mannschaft.“ Auch die 1b kämpft gegen den Abstieg.

Hier geht es für das Oberliga-Team am Freitagabend zum TSV Peißenberg. „Das ist eine laufstarke Mannschaft, die Tempo macht. Darauf müssen wir uns einstellen und dagegenhalten“, sagt Steiner. Ein Sieg ist beinahe Pflicht, denn der Tabellenletzte TEV muss mindestens Platz vier von sechs Mannschaften in der Verzahnungsrunde belegen, um nicht abzusteigen. Acht Spiele stehen noch aus.

Die ersten beiden Partien gingen nicht nur verloren, sondern wurden am Donnerstag auch noch nachträglich gegen Miesbach gewertet. In Höchstadt (1:5) stand Sebastian Deml auf dem Spielbericht, obwohl er nach seiner dritten Zehn-Minuten-Strafe gesperrt war. Der TEV-Stürmer kam zwar nicht zum Einsatz, dennoch hatte der Fehler eine Spielwertung zur Folge. Die Sperre hatte der 32-Jährige somit allerdings auch nicht abgesessen. Beim Heimspiel gegen Geretsried (2:3) lief Deml auf, entsprechend wertete das Sportgericht auch diese Partie mit 0:5. Nun ist der Angreifer am Freitag erneut gesperrt. „Das passt zur Saison“, meint Steiner kopfschüttelnd.

Diese will der Südtiroler nun zu einem guten Ende bringen. „Ich bin zu 100 Prozent überzeugt. Sonst hätte ich’s auch nicht gemacht.“ Solange Steiner seine gute Laune nicht verliert, könnten die Vorzeichen schlechter sein.

Julia Pawlovsky und Thomas Spiesl 

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