Den Everest erfolgreich bezwungen haben  (v.l.) Francisco Javier Duran Graeff, Moni Fritz, Stefan und Kathrin Oettl, Stefan Gottfried und Andreas Lenz.
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Den Everest erfolgreich bezwungen haben (v.l.) Francisco Javier Duran Graeff, Moni Fritz, Stefan und Kathrin Oettl, Stefan Gottfried und Andreas Lenz.

Andreas Lenz und Teamkollegen fahren mehr als 25 Mal zum Spitzingsattel

Der Everest ist nicht genug

  • vonMichael Eham
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Als höchster Berg der Welt übt der Mount Everest eine besondere Faszination auf Sportler aus. Andreas Lenz und fünf andere Radfahrer haben die knapp 9000 Höhenmeter bezwungen - mitten im Oberland.

Schliersee - Es war ursprünglich eine verrückte Idee, die vor gut einem Jahr im Schliersee Geiger Medius Bike Base Team aufgekommen ist. Doch wer in diesem Team einen herausfordernden Vorschlag unterbreitet, muss fest davon ausgehen, dass sich immer ein paar finden werden, die sich der Aufgabe stellen. So fand die Idee des „Spitzing Everestens“ schon 2019 großen Anklang, konnte jedoch aufgrund des Wettkampfkalenders nicht umgesetzt werden. „Während der Corona-Pandemie hat sich für uns dann die Chance dazu ergeben“, sagt Andreas Lenz, der im vergangenen Oktober bei der Ironman-Weltmeisterschaft auf Hawaii teilgenommen hat.

So machten sich Lenz, Stefan Oettl, dessen Frau Kathrin, Moni Fritz, Stefan Gottfried und Francisco Javier Duran Graeff um 5:25 Uhr morgens auf, die 344 Höhenmeter auf 3,7 Kilometern vom Beginn der Spitzingstraße in Neuhaus bis zum Sattel ganze 26 Mal zu absolvieren. „Da kannten wir natürlich irgendwann jedes Steinchen und jedes Papier, das am Straßenrand liegt“, erzählt Lenz. Doch schon vorher war klar: Gemeinsam mit Stefan Oettl wollte Andreas Lenz statt der 8848 Höhenmeter des Mount Everests die zehn Höhenkilometer vollmachen. Umso mehr hat es die Athleten gefreut, dass Teammitglieder sich über den Tag verteilt immer wieder an der Strecke versammelten und anfeuerten oder Verpflegung reichten. Die gab es zusätzlich immer am Parkplatz am Spitzingsattel, wo schon vor dem Start ein kleiner Tisch aufgebaut wurde.

Lenz: Speiche reißt nach 100 Metern

Doch schon rund 100 Meter nach dem Start hatte Lenz mit einer Panne zu kämpfen. „Da ist mir gleich eine Speiche gerissen“, sagt er. „Ich habe dann abgebrochen, ein neues Hinterrad eingebaut und bin noch mal gestartet.“ Er sieht darin vielleicht einen Vorteil, denn sonst wäre er wohl länger mit seinem Kollegen Stefan Oettl mitgefahren, der etwas schneller unterwegs war und mit 10:27 Stunden weltweit der Schnellste, der jemals die 10 000 Höhenmeter erradelt hat. „Das kann sich natürlich nun jederzeit ändern“, sagte Oettl gegenüber den Kollegen vom Tölzer Kurier.

Einen großen Meilenstein ist Lenz seinem Teamkollegen allerdings noch voraus. Denn während das „Everesten“ auf George Mallory zurückgeht, den Enkel des gleichnamigen Bergsteigers, der beim Besteigungsversuch des Mount Everests 1924 verschwunden war, schaffte der Miesbacher das sogenannte „Trenching“. Das wiederum bezieht sich auf den Marianengraben (engl.: Mariana Trench), der etwa 11 000 Meter tief ist. Denn Lenz setzte noch einen drauf, absolvierte den Anstieg und die darauffolgende Abfahrt stolze 32 Mal. „Das hat mir ein paar Tage vorher ein Freund erzählt, dann hatte ich das natürlich die ganze Zeit im Hinterkopf“, sagt Lenz, der am Ende 10:57 Stunden lang im Sattel saß. „Um die Mittagszeit hatte ich einen kleinen Durchhänger, da haben mir die Anfeuerungsrufe geholfen.“

Alle Teammitglieder schaffen Herausforderung

Andreas Lenz beim everesten.

Am Ende des Tages schafften alle Mitglieder des Teams die 8848 Höhenmeter – und das bis auf den Speichenriss bei Andreas Lenz ohne größere Zwischenfälle. In den kommenden Wochen lässt der Rennkalender noch keine feste Planung zu. „Ich werde bestimmt den ein oder anderen Wettkampf machen, aber alles relativ spontan“, erklärt Lenz. Wie beispielsweise das Rennen am Kithbüheler Horn am vergangenen Wochenende. 865 Höhenmeter galt es auf sieben Kilometern zu bewältigen. Während Lenz in seiner Altersklasse Siebter wurde, fuhren Stefan Oettl und Joachim Hainz jeweils den Sieg ein.

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