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Hat im Sommer nichts verlernt: Natalie Geisenberger gewinnt das Weltcup-Quali-Rennen in Altenberg.

Rennrodeln

Gewinnen, ohne zu müssen

Miesbach – Natalie Geisenberger gewinnt das Weltcup-Qualifikations-Rennen in Altenberg. Nötig hätte sie das nicht gehabt, die Miesbacherin ist amtierende Weltcup-Gesamtsiegerin ohne gesetzt.

Im Wintermodus ist Natalie Geisenberger noch nicht ganz, dafür ist es etwas zu früh. Am vergangenen Wochenende, das sie in ihrer Heimatstadt Miesbach verbrachte, stand neben Krafttraining ein Fototermin mit ihrem Hund an. Zu finden ist eines dieser Bilder mittlerweile auf ihrer Fanseite im sozialen Netzwerk Facebook.

Termine wie dieser sind eine willkommene Abwechslung zum Sport und gehören zu den Aufgaben einer Spitzenathletin, denn auch der öffentliche Auftritt und die Kommunikation mit Fans sind wichtig. Jetzt hat die Rennrodlerin des ASV Miesbach noch Zeit dafür, was sich aber Ende des Monats ändern wird. Dann steigt der Weltcup-Start in Innsbruck-Igls.

Bei drei Testrennen hat Geisenberger bereits bewiesen, dass sie schon in einer guten Form ist. Zuletzt gewann sie ein Weltcup-Qualifikations-Rennen in Altenberg vor Tatjana Hüfner (Friedrichroda), die nach ihrem Achillessehnenriss zunächst mit einem Spezialschuh antritt und als WM-Dritte ebenso wie Weltmeisterin Geisenberger bereits für den Weltcup qualifiziert ist. Dahinter landete Europameisterin Dajana Eitberger (Ilmenau), die sich deutlich als mindestens dritte Kraft im deutschen Team etabliert.

Geisenberger nimmt die Quali-Rennen ernst, weil sie diese als Tests nutzen kann. „Ich habe noch keinen Druck, gewinnen zu müssen und kann weiterhin Material testen“, sagt die 27-Jährige. „Wer in der Quali Druck hat, muss jetzt topfit sein, wobei es schwierig ist, diese Form bis Februar zu halten.“ Sie selbst hat während des Sommers hart gearbeitet, sieht sich aber noch nicht bei ihrer vollen Leistungsstärke, was auch im Trainingsplan so vorgesehen ist. „Am Material werden wir weiter arbeiten, weil wir natürlich noch weiterkommen wollen“, sagt Geisenberger. „Auch in Sachen Schnellkraft muss ich noch zulegen."

Ihre Topform will sie spätestens im Januar abrufen können, wenn der Saisonhöhepunkt mit der Heim-WM am Königssee ansteht. Dennoch gibt ihr der jüngste Sieg in Altenberg ein gutes Gefühl. „Ganz verlernt habe ich das Rodeln nicht über den Sommer“, sagt die Miesbacherin. „Wenn ich national vorne bin, dann kann ich international nicht weit davon entfernt sein.“ Zu ihren stärksten Rivalinnen zählt sie neben Hüfner und Eitberger die Kanadierin Alex Gough, die Russin Tatiana Ivanova und die Amerikanerin Erin Hamlin – wie in den vergangenen drei Jahren. „Ich denke nicht, dass sich die Rodel-Welt im Sommer geändert hat und ein ganz neues Talent dabei ist, das sofort vorne mitfahren kann“, sagt die Miesbacherin, die den Gesamtweltcup in den vergangenen drei Jahren jeweils souverän gewonnen hat. Hinzu kam viermal WM-Gold und der Doppel-Olympiasieg in Sotschi.

Toppen kann sie nichts mehr. Es geht darum, ihren Ausnahmestatus – wie einst ihr Technik-Trainer Georg Hackl zu seiner aktiven Zeit – zu bestätigen. „Es liegt nicht nur an mir, es liegt auch an den anderen“, bekräftigt Geisenberger. „Es ist wie wie ein Puzzle, das sich zusammensetzt. Dazu zählen mehrere Faktoren wie meine Familie, meine Trainer und Physiotherapeuten. Ich bin extrem motiviert und habe Spaß. Wenn du dann auf so einer Welle schwimmst, geht vieles einfacher.“ Wie motiviert sie ist, zeigt ihr Sieg bei einem Quali-Rennen.

Marc Lamberger

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